Das österreichische Familien-Portal

  Home > Family > Elternfratz > Liebe und Sexualität > Welche Pille für mich
WERBUNG

Riech mich

Riech mich fester!

"Wasch dich nicht, ich komme heim!" - Zarte Liebesworte für eine zarte Frau: Eine erotische Ankündigung von einem großen kleinen Mann. Ob sich Josephine wohl an die Wünsche ihres Ehemannes Napoleon gehalten hat?

Welche Pille für mich

Ehestens galt es diesen lästigen körperlichen Makel der Jungfräulichkeit loszuwerden und das möglichst ohne gravierende Folgen. So schritt ich hurtig zum Frauenarzt um mir die Pille verschreiben zu lassen, da zu dieser Zeit Aids und damit Safer-Latex-Sex noch kein echtes Thema waren.

Die erste Pille

Leider konnte der Gynäkologe während unseres kurzen Gespräches nicht in Erfahrung bringen, dass ich regelmäßig unter Migräne litt. Ich wiederum wurde mit der verordneten Mehrstufen-Pille nicht wirklich froh. In Folge der Einnahme traten extrem starke Kopfschmerzen gepaart mit starker Übelkeit auf, die mich schließlich zum Einnahme-Stopp mitten im Zyklus zwangen.
Da der Lover in spé inzwischen schon wieder Geschichte war, verlor sich mit ihm auch die Dringlichkeit des Verhütungsproblems. Wäre ich heute ein Teenager, hätte ich es in dieser Hinsicht schon um einiges einfacher. Schließlich sind orale Kontrazeptiva für Pharmafirmen ein einträgliches Geschäftsfeld. Dementsprechend wird auf diesem Gebiet geforscht um Frauen mit speziellen Bedürfnissen und Ansprüchen auch geeignete Produkte anbieten zu können.

Grundsätzlich bestehen alle Pillen aus den zwei Hormonen Östrogen in Form von Ethinylöstradiol und Gestagen. Die äußerliche Zufuhr dieser beiden Hormone gaukelt der Hirnanhangdrüse vor, dass bereits eine Schwangerschaft besteht. Diese schüttet daher keine für Eireifung und –sprung verantwortlichen Stoffe mehr aus. Fazit: Kein Eisprung – kein Baby!

Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Pillen liegen laut Univ. Prof. Christian Kainz von der Privatklinik Döbling in der Dosierung und der Abstimmung der beiden Hormone zueinander. Kleiner Unterschied – große Wirkung! Waren die ersten Ovulationshemmer noch Hormonbomben nach dem Motto “viel hilft viel”, gilt heute eher die Devise “weniger ist mehr”.

Prinzipiell sind Ein-, Zwei- und Mehrphasen-Präparate am Markt.
Ein-Phasen-Pillen enthalten immer die gleiche Dosierung an Hormonen. Bei allen mehrstufigen Präparaten ändert sich die Dosierung der Inhaltsstoffe im Laufe des Zyklus. Damit soll ein Angleichen der Pille an die natürlichen hormonellen Vorgänge im weiblichen Körper erreicht werden. Mehrstufen-Präparate erkennt man an den verschiedenfarbigen Dragées in der Packung.

Außerdem gibt es noch die sogenannte Minipille, die als einzige nur Gestagene enthält und keinen Eisprung verhindert. Ihre Wirkungsweise beruht auf der Verdickung des Gebärmutterschleimes, sodass Spermien nicht eindringen können. Sollte doch eine vorwitzige Spermie diese Barriere überwinden, nutzt ihr das nicht viel. Durch die Einnahme der Minipille wird die Gebärmutterschleimhaut kaum aufgebaut, das heißt, eine befruchtete Eizelle findet keine Möglichkeit sich einzunisten.

Allerdings muss die Minipille sehr genau immer zur gleichen Zeit genommen werden um einen optimalen Schutz zu gewährleisten. Im Gegensatz dazu enthält die sogenannte Mikropille sowohl Östrogene als auch Gestagene, allerdings in extrem niedriger Dosierung. Im Klartext heißt das, die Dosierung liegt unter einem Wert von 50 Mikrogramm pro Dragée.

So viel wie notwendig, so wenig wie möglich ist hier die Vorgabe.

Moderne Präparate und Alternativen

“Bei diesen modernen Präparaten wird zwar in den Hormonhaushalt eingegriffen, die körpereigene Produktion aber nicht vollständig unterdrückt”, erläutert Univ. Prof. Christian Kainz. Das erklärt auch, warum es nicht immer funktioniert, die Menstruation zugunsten eines Badeurlaubs o.ä. zu verschieben.
Nie mehr die Regel?

Aus dem gleichen Grund kann frau laut Univ. Prof. Christian Kainz aber auch in Absprache mit dem/der Frauenarzt/ärztin auf die siebentägige Einnahmepause verzichten. Die Regelung 21 Tage Einnahme, sieben Tage Pause entspricht nur dem Wunsch vieler Frauen nach einem gewohnten Zyklus. Sollte sich während des Pillenzyklus Gebärmutterschleimhaut aufgebaut haben, wird diese auch ohne Einnahme-Stopp auf ein normales Maß abbluten. Hat sie sich nicht verdickt, was eher bei stärkeren Präparaten der Fall ist, bekommt man keine Blutung, weil einfach keine notwendig ist.

Die zu meiner Jugendzeit obligatorisch verordnete Pillenpause alle drei Jahre für ca. drei Monate wird heute von fast allen Gynäkologen abgelehnt.
Wie findet frau nun aber unter den vielen angebotenen Präparaten die perfekte Pille für ihre Bedürfnisse? “Leider kann man nicht im Voraus ganz genau sagen, welche Pille von welcher Frau ideal vertragen wird,” gibt Univ. Prof. Christian Kainz zu bedenken.

Allerdings gibt es doch bestimmte Produktgruppen, die für manche Bedürfnisse als besonders geeignet betrachtet werden (in Abhängigkeit von gewünschten Wirkungen wie Verbesserung unreiner Haut oder starker Menstruationsschmerzen). Dazu ist es allerdings wichtig den Gynäkologen vorab über Lebensgewohnheiten wie z.B. rauchen oder bestehende Krankheiten, Bluthochdruck, Venenleiden o.ä. zu informieren.







Mitreden:

Zu diesem Artikel gibt es 0 Kommentare

Kommentar schreiben: Artikel empfehlen:
Login:
Passwort:
Empfänger: Name:*
E-Mail:*
Absender: Name:*
E-Mail:*
   
WERBUNG