Ich will ein Baby!
Temperaturkurve & Fruchtbarkeitstests
Gynäkologen raten verunsicherten Frauen nach Absetzen hormoneller Verhütungsmittel oft eine “Basaltemperaturkurve” zu führen, um abzuklären ob ein Eisprung stattfindet. Ein solches kurzfristiges Beobachten mehrerer Zyklen kann zu diagnostischen Zwecken durchaus sinnvoll sein. Ein jahrelanges akribisches Aufzeichnen bringt hingegen nichts, nicht zuletzt weil die Temperaturkurve quasi immer nur “hinterher messen” kann (dass vor ungefähr einem Tag ein Eisprung stattgefunden hat).
In Apotheken und Drogerien werden - für all jene die es genau wissen wollen (und sei es nur um den eigenen Körper besser kennen zu lernen...) – Fruchtbarkeitstests angeboten, mit denen sich der Zeitpunkt des Eisprungs und damit die fruchtbaren Tage der Frau recht genau bestimmen lassen.
Stellungen & Orgasmus
Pamela hat von einer Arbeitskollegin gehört, dass man nur in bestimmten Stellungen schwanger werden kann, und dass ein Orgasmus für die Empfängnis erforderlich ist. Das verunsichert sie, weil sie beim Vaginalverkehr nur sehr selten einen Orgasmus hat.
Zur Beruhigung: Grundsätzlich gibt es keine Stellung beim Vaginalverkehr, in der man nicht schwanger werden kann. Schon stimmt, dass die ein oder andere Position es den Spermien
erleichtert, den Weg zu den Eileitern zu finden. Das gilt z.B. für die “Missionarsstellung” – die Frau liegt auf dem Rücken, der Mann auf ihr, beide sind einander zugewandt –, weil der Penis tief in die Vagina eindringen kann und die Spermien leicht bis zum Muttermund gelangen. Um diese Stellung zu optimieren kann die Frau noch ein Kissen unter ihren Po schieben, damit das Becken etwas erhöht ist. Ebenfalls optimal ist: Wenn die Frau auf Knien ruht und der Mann von hinten eindringt. Weniger geeignet ist dagegen Geschlechtsverkehr im Stehen oder Sitzen. Unabhängig von der Stellung in der Sie miteinander schlafen, gilt auch hier aber wieder: Das wichtigste ist dass der Sex Ihnen Spaß macht!
Der Orgasmus beim Mann ist Voraussetzung dafür, dass es zur Ejakulation kommt und sein Samen in der Scheide der Frau verbleibt. Wenn es bei der Frau zu einem Orgasmus kommt, begünstigen die Kontraktionen der Gebärmutter wahrscheinlich die Aufnahme der Samenzellen in die Gebärmutter und den Weitertransport in die Eileiter. Aber es ist ihr Orgasmus für die Empfängnis nicht erforderlich.
Verzichten Sie wenn möglich auf künstliche Gleitmittel. Sie können Substanzen beinhalten, die den Spermien abträglich sind. Auch übertriebene Reinlichkeit schadet mehr als sie nutzt. Seife und Intimsprays z.B. verändern die Scheidenflora ungünstig, die Spermien werden in ihrer Bewegungsfähigkeit behindert. Die Länge oder Dicke des Penis hat keinerlei Einfluss auf die Fruchtbarkeit.
Ärztliche Abklärung & Fertilitätstest
“Gut 85 Prozent der Frauen, bei denen keine groben gynäkologischen Probleme bestehen, werden nach einem halben Jahr Wartezeit spontan schwanger. Im nächsten halben Jahr kommen ca. 7-8 Prozent dazu und im folgenden Jahr noch mal 5 Prozent”, weiß Dr. Just um die Zahlen.
D.h., wenn der Zyklus normal ist – bei etwa 28 Tagen -, ist es sinnvoll sich ein bis zwei Jahre Zeit zu gönnen und in dieser Phase nichts zu unternehmen – keine Kontrolle des Monatszyklus, kein Stundenplan für den Sex. “Nach zwei Jahren Wartezeit sollte man sich dann an Spezialambulanzen wenden, die sich nur mit dem Thema Kinderwunsch beschäftigen (z.B. www.kinderwunschambulanz.at).”
Gerade Männern ist es leider erfahrungsgemäß auch heute oft noch peinlich, ihre Fruchtbarkeit beim Arzt überprüfen zu lassen. Für eine Erst-Überprüfung zuhause werden voraussichtlich Anfang nächsten Jahres Fertilitäts-Schnelltests - genannt “Fertil-Kits” - auf den Markt kommen. Mit der Version für den Mann kann die Konzentration der aktiven Spermien gemessen werden. Mit der für die Frau misst man im Urin die Hormone, die an bestimmten Tagen des Zyklus die Fruchtbarkeit anzeigen.
Hilfe aus der Natur
Es gibt keine Naturheilmittel, die nachweislich die Fruchtbarkeit erhöhen. Was sie aber oftmals können, ist über Umwegen zur Spontanempfängnis helfen: wenn sie z.B. den Hormonhaushalt normalisieren, entspannend wirken und die Stimmung erhöhen. Ein paar Beispiele:
- Frauenmantel reguliert den Zyklus und stimuliert die Gebärmutter. Außerdem wird er bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden eingesetzt (ein bis zwei Tassen vom Tee täglich).
- Mönchspfeffer ist Bestandteil zahlreicher Medikamente, die zur Zyklusregulierung verschrieben werden. Es wirkt normalisierend auf den weiblichen Hormonhaushalt, insbesondere nach Absetzen der Pille. Die Einnahme von Präparaten sollten Sie mit Ihrem Arzt absprechen.
- Ingwer wirkt kreislaufanregend, entzündungshemmend und krampflösend. Er hilft bei verzögerter Menstruationsblutung, lindert Schmerzen beim Eisprung und stärkt die Fortpflanzungsorgane. Ingwer kann als Gewürz oder als Zusatz zum aromatisieren von Getränken und Speisen verwendet werden.
- Teemischungen gegen Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen beinhalten z.B. Hopfen, Baldrian, Johanniskraut und/oder Melissenblätter. Achtung: Sie sollten nie länger als drei Monate und nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden.
Mitreden:
| Kommentar schreiben: | Artikel empfehlen: |

