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„Ein Baby? Damit warten wir noch!“

späte Mütter

Kinderkriegen in den Zwanzigern hat bald Seltenheitswert. Warum unsere Gesellschaft späte Mütter schafft und was wir davon haben …

„Ein Baby? Damit warten wir noch!“

„Pro Age“

So eine ältere Mama kann ihrem Kind einiges bieten, was in jugendlicheren Jahren vielleicht weniger verbreitet ist:

• Festigkeit in ihrer Person und Rolle
• Toleranz
• Ruhe und Gelassenheit
• Ganz bewusstes Erleben und Da-Sein
• Finanzielle Sicherheit
• Erfahrung

Es wird ihr auch nachgesagt, dass sie sich gesünder ernährt, besser auf Schwangerschaft und Geburt vorbereitet und in der Vorsorge besonders gewissenhaft ist. Wie der Verhütungspionier Carl Djerassi sagt: „Elternsein erfordert Weisheit“. (Profil, 21. Mai 2007) Und die setzt wohl einen gewissen Erfahrungsschatz voraus.

Pränataldiagnostik: Kinderwunsch mit Sicherheitsnetz?

Wie alt auch immer die Schwangere ist: Im Mutter-Kind- Pass sind zwei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Die meisten Frauen unternehmen viel mehr in Sachen vorgeburtlicher Diagnostik; teils sehr bewusst, teils nicht wissend, dass es ihre freie Entscheidung ist und keine Verpflichtung. Wie Peter Husslein erklärt, hat sich das Screening auf chromosomale Besonderheiten (z. B. Trisomie 21) sehr verbessert. Früher wurde ab 35 generell eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) durchgeführt bzw. empfohlen. Damit wurden viele Frauen punktiert (und dem inhärenten Fehlgeburtsrisiko ausgesetzt), aber nur 35 Prozent der Trisomien entdeckt. Heute ist das Selektionskriterium nicht alleine das Alter, sondern der so genannte Combined-Test. Und zwar für Schwangere jeden Alters. Er ermittelt durch die Kombination von Nackenfaltenmessung des Embryos (Ultraschall), Hormonanalyse (Blutabnahme) und Alter der Mutter eine Risiko-Zahl (keine Diagnose!), auf Basis derer dann gegebenenfalls punktiert wird, um ein definitives Ergebnis zu erhalten. Laut Husslein werden so nun 95 Prozent der Trisomien entdeckt. Und dann? „Fast alle Frauen, die das Screening machen, sind zu einem Schwangerschaftsabbruch bereit“, weiß der Gynäkologe. Gedanken darüber, wie man mit einem negativen Ergebnis umgehen würde, sollte man sich also machen, bevor man zum Screening einwilligt. Denn Verpflichtung ist es, wie gesagt, keine. Verpflichtet ist nur der Gynäkologe – nämlich dazu, die Schwangere über die Möglichkeiten, Risiken und eventuell notwendigen Entscheidungen der Pränataldiagnostik aufzuklären.

Vaterschaft

„Und wo bleiben bei der ganzen Sache die Männer?“, mag sich schon die eine Leserin oder der andere Leser gedacht haben. Natürlich sind sie am Phänomen „Späte Mutterschaft” massiv mitbeteiligt. Etwa wenn es darum geht, Lebensbedingungen entsprechend zu formen – oder eben nicht. Als Partner, als Arbeitgeber, als Vorbild. Aber warum redet keiner vom Phänomen „Späte Vaterschaft”? Hat das väterliche Alter keinen Einfluss? Peter Husslein nennt diesen „ziemlich belanglos“, weil einfach der (biologische) Beitrag des Vaters zur Schwangerschaft so gering ist im Vergleich zur Mutter. Na dann: auf dass sein sozialer und emotionaler Beitrag das wettmacht!

Zukunftsszenario

Wie wird diese Entwicklung weitergehen? Wird das gesellschaftliche Klima familienfreundlicher und so jungen Frauen Lust machen, früh Kinder in die Welt zu setzen? Werden sich unsere Kinder mittels Reproduktionsmedizin völlig altersunabhängig fortpflanzen (wollen)? Man wird sehen … Laut aktueller Jugendwertestudie des Österreichischen Instituts für Jugendforschung wollen 93 Prozent der 16- bis 24-jährigen Jugendlichen einmal Kinder haben. Der beste Zeitpunkt dafür wird auch dann der sein, den sie selbst für den besten Zeitpunkt halten!

Mag. Barbara Windisch







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