Lernblockaden und Prüfungsangst
So helfen Sie Ihrem Kind
Akzeptieren Sie das Problem
Der erste Schritt sollte die Anerkennung des Problems sein. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie Verständnis haben, gleichgültig, woran es auch liegen mag, dass es Probleme mit Schularbeiten hat. Versuchen Sie die Ängste Ihres Kindes anzunehmen und zu akzeptieren: Das ist der erste Schritt, das Problem zu lösen. Bedenken Sie: Ihr Kind hat keine Schuld an dieser Situation!
Auch Ihr Kind sollte seine Angst annehmen
Helfen Sie auch Ihrem Kind, seine Prüfungsangst bzw. seine Lernblockaden zu akzeptieren. Nicht wenige Kinder schämen sich zuzugeben, dass Sie an Black-outs leiden, nicht zügig arbeiten können etc. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es nicht „krank“ und auch nicht allein ist.
Du schaffst es!
Das größte Problem beim Thema Prüfungsangst ist die Tatsache, dass das Kind sich seiner Angst ausgeliefert fühlt und vermeint, eigentlich nichts ändern zu können. Die Angst, das Versagen haben das Kind fest im Griff und lähmen damit auch den Glauben daran, etwas zum eigenen Erfolg und zum Wohlbefinden beitragen zu können. Bestärken Sie Ihr Kind immer wieder darin, dass es sehr wohl etwas tun kann.
Sprechen Sie nicht mehr von den Problemen
Wenn das Problem erkannt ist, sollten Sie Prüfungsangst oder Lernprobleme auch schnell wieder vergessen. Stellen Sie sich vor: Immer, wenn Sie darüber sprechen, wie Sie das Problem lösen können, erwähnen Sie das Wort „Prüfungsangst“ oder „Lernproblem“. Ihr Kind wird also stets aufs Neue an die angstauslösende Situation erinnert und produziert Stresshormone. Das wirkt sich negativ aus:
- Ein produktives Gespräch ist nur schwer möglich, weil Ihr Kind Angstgefühle entwickelt.
- Wenn Ihr Kind ständig daran erinnert wird, kann es das Problem nicht loslassen.
Das alles heißt nicht, dass Sie die Angst Ihres Kindes totschweigen sollen, ganz im Gegenteil.
Aber: Geben Sie der Sache einen anderen Namen. Was nützt es, permanent darauf herumzureiten, wie schrecklich die Situation ist? Nichts! Deshalb …
Formulieren Sie ein positives Ziel
Was ist für Ihr Kind optimal? Es sollte in der Lage sein, in Zukunft vor und bei Schularbeiten entspannt und ruhig zu sein. Sprechen Sie also mit Ihrem Kind darüber, welches positive Ziel Sie gemeinsam erreichen wollen. Gleichgültig, wie alt Ihr Kind ist: Es wird Ihre Unterstützung bei diesem Ziel auf alle Fälle brauchen. Achten Sie bei der Formulierung des Ziels und in Gesprächen darauf, dass Sie negativ besetzte Wörter vermeiden. Versuchen Sie es gleich einmal: Statt „Das Ziel ist, dass du keine Angst vor Schularbeiten mehr hast“ sagen Sie: „Du kannst es schaffen, bei Schularbeiten ganz entspannt zu sein.“ Statt „Du sollst nicht immer aufschieben“ sagen Sie: „Wir arbeiten jetzt daran, dass du deine Aufgaben schneller erledigen kannst.“
Ein ganz wichtiger Tipp
Oftmals reicht es, ganz einfache Methoden einzusetzen, um Ihrem Kind zu helfen. Legen Sie ihm am Morgen der Schularbeit, bevor es aus dem Haus geht, die Hand auf die Schulter und sagen Sie einfach „Du kannst es“ oder „Du weißt es“. Alleine diese kleine Maßnahme kann in Ihrem Kind Großes bewirken. So ein Zuspruch, so viel Vertrauen wirkt unglaublich bestärkend – probieren Sie es aus!
Sprechen Sie mit den Lehrern
Sprechen Sie die Lehrer Ihres Kind ganz gezielt auf Prüfungsangst und Lernblockaden an. Der Lehrer kann nicht wissen, ob Ihr Kind sich überhaupt bemüht – so stellen Sie klar, dass es lernt und sich Mühe gibt. Fragen Sie nach Hilfen, die Ihr Kind nutzen könnte.
Lernblockaden und Prüfungsangst lösen
Mit dem kostenlosen Selbsttest auf www.fratz.at haben Sie schon einmal einen Anhaltspunkt, woran es liegen könnte, dass Ihr Kind in der Schule nicht den besten Erfolg erzielt. Das Problem können Eltern sicherlich nicht alleine lösen. Es ist also ratsam, sich Unterstützung durch Experten zu suchen. Das kann ein Schulpsychologe sein oder auch ein Nachhilfelehrer, der Erfahrung auf diesem Gebiet hat. Psychologen oder Lerntherapeuten können ebenfalls helfen.
Wichtige Dinge für Ihr Kind
Das Selbstbewusstsein stärken
Loben Sie Ihr Kind, wann immer es etwas besonders gut gemacht hat, insbesondere dann, wenn es sich bei einer Sache gesteigert hat.
Techniken gegen Prüfungsangst erlernen
Hierbei helfen bestimmte Mentaltechniken; Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Qi-Gong sind ebenfalls eine gute Möglichkeit für Ihr Kind, Anspannung abzubauen. Und auch Bewegung ist wichtig. Einmal am Tag sollte sich Ihr Kind richtig auspowern: laufen, Trampolin springen, Seil hüpfen … Möglichkeiten gibt es viele.
Lerntechniken erarbeiten, damit die Informationsverarbeitung besser klappt
Ihr Kind braucht Anleitung, wie es Texte richtig bearbeitet, wie es bei Textaufgaben vorgeht, wie es Lernstoff besser behält. Mind-Mapping, Lernkarteikasten, Gedächtnistraining sind nur einige Beispiel für Lerntechniken, die Ihrem Kind helfen, den Stoff besser zu bewältigen.
Schularbeit vorbereiten und bewältigen
Das lernt Ihr Kind in der Schule nicht und darin liegt ein ganz großes Problem. Bei kleineren Kindern sollten Sie am Anfang gemeinsam eine Übersicht erstellen, was Ihr Kind genau können muss, damit es auch den wichtigen Stoff lernt. Für die Schularbeit ist es wesentlich, dass Ihr Kind Strategien kennt, wie es mit Schwierigkeiten umgehen kann: Viele Schüler erleiden kurzzeitig ein Black-out und wissen gar nichts mehr. Wer in dieser Situation panisch wird, der kann die ganze Schularbeit nicht schaffen. Besser ist es tief durchzuatmen, eine kleine Auszeit von wenigen Minuten zu nehmen und Entspannungstechniken anzuwenden: Dann kann Ihr Kind gleich wieder entspannt weitermachen.
Konsequentes Arbeiten
Stellen Sie mit Ihrem Kind einen Lernplan auf und achten Sie, dass er eingehalten wird. Wichtig ist, dass der Schüler den Lernstoff in kleine Häppchen unterteilt und regelmäßig lernt, nicht geballt vor der Schularbeit. Das alles ist nicht schwer umzusetzen. So aber sagen Sie und Ihr Kind Lernproblemen erfolgreich den Kampf an!
Angelika Stein
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