Zukunftsfit
Wir ahnen, dass der Lebensentwurf für die Erwachsene von morgen ganz anders aussehen wird. Statt Kontinuität wird es permanenten Wandel und Veränderung geben. Während man früher einen Wohnort und einen Beruf hatte, sieht das in Zukunft ganz anders aus. Doch Veränderung macht oft Angst. Nur: Angst ist immer ein schlechter Ratgeber.
Um die Kids fit für die Zukunft zu machen, ist zunächst einmal wichtig, alte Gewissheiten und Denkmuster zu überprüfen und vielleicht über Bord zu werfen. Erst dann gelingt eine Anpassung an die Veränderung der Welt. Auf dieser neuen Ebene können Eltern ihren Kindern Mut statt Lebens- und Zukunftsangst vermitteln.
Der Zukunftsforscher und Vater zweier Kinder Matthias Horx warnt davor, Lebensängste auf die Kinder zu übertragen. Es geht aber auch nicht um blauäugigen Optimismus, sondern um Vertrauen in die Zukunft und in ihre Möglichkeiten. Man kann auch in der Unsicherheit die Chance erkennen, Neues zu entdecken.
Denn eines ist klar: Die Lebensmodelle werden äußerst vielfältig sein. Die klassische Familie hat ausgedient. Patchwork-Familien, Ehen mit und ohne Trauschein, frühe oder späte Kinder, gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern, Reproduktionsfamilien – alles ist möglich. Sie werden sich jetzt sicher fragen: Ja, aber kann ich dann überhaupt meinem Kind etwas vermitteln, wenn sich alles permanent ändert? Wie kann man sich orientieren in diesem Karussell, das sich immer schneller dreht?
Liebesfähigkeit, Bildung und Stärke
Es gibt Bausteine, die ein festes Fundament für ein glückliches Leben Ihres Kindes sein können.
1. Basis: Liebesfähigkeit
Sie macht unser Menschsein aus. Der Grundstein dafür ist die Selbstliebe. Schauen Sie sich einmal an, wie es damit bei Ihnen bestellt ist. Nur wenn man sich selbst lieben kann, ist man dazu auch anderen gegenüber fähig.
Bereiten Sie Ihrem Kind ein liebevolles, warmes Umfeld, in dem es sich geborgen fühlt und in Freiheit entwickeln kann. Vermitteln Sie ihm, dass Gefühle immer richtig sind und ermöglichen Sie ihm, in Kontakt mit Ihnen zu sein. Emotionale Intelligenz wird immer wichtiger in einer Zeit, die zunehmend technisiert und intellektuell ist.
2. Basis: Bildung
Früh ein solides Bildungsgerüst aufzubauen, ist ganz wichtig, damit die Kinder gut durch die ständig wachsende Informationsflut kommen. Kinder sollen sich aber nicht mit Wissen abmühen, das ständig veraltet, sondern Kenntnisse erwerben, die sie auch in Zukunft gebrauchen können. Wecken Sie auch die Leselust Ihres Kindes, vor allem indem Sie selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn Ihr Kind Sie permanent vor der Glotze herumlungern sieht, wird eine Anregung zum Lesen wohl nicht überzeugend wirken.
Der Motor für lebenslanges Lernen ist die Neugier. Ermutigen Sie Ihr Kind, nach Gott und der Welt zu fragen und seinen eigenen Weg zu gehen. Querdenkern, die authentisch sind, steht die Welt von morgen offen.
3. Basis: Stärke
“Iss, damit du gross und stark wirst!” Wer erinnert sich nicht an diesen Satz aus seiner Kindheit. Und sicher wünschen Sie sich für Ihr Kind: Es möge stark sein. Doch damit ist nicht allein das Essen gemeint, sondern die persönliche Stärke.
Unsere Kids brauchen Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen und den Mut NEIN zu sagen. Denn die Gefahren werden in Zukunft nicht kleiner, sondern eher größer. Durch innere Stärke bekommen sie ein wirkungsvolles Schutzschild zur Hand. Fördern Sie die starken Seiten Ihres Kindes und schätzen Sie es in seiner Individualität: Auch Kritik ist wichtig und notwendig, kritisieren Sie aber niemals verletzend, sondern respektvoll und schicken Sie gleich einen positiven Gedanken nach.
Diese drei Grundlagen bilden das Fundament, auf dem ein stabiles Lebenshaus gebaut werden kann.
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