Babyliste einmal anders
Ausgehen
Wer kennt sie nicht, die klassische Ausfahrtsgarnitur aus früheren Zeiten? Je nach Jahreszeit Woll- oder Baumwolljäckchen samt passendem Mützchen, auch gestrickte Strampler waren nicht selten. Kaum eine werdende Mama kommt heutzutage wohl in Verlegenheit, so etwas anzuziehen …
Schon deshalb, weil kaum eine werdende Oma mehr gut genug stricken oder nähen kann. Aber auch weil es viel praktischere (und chicere) Lösungen gibt. Alt bewährt ist mittlerweile auch für die Kleinsten der Overall. Man sollte darauf achten, dass er sich möglichst weit öffnen lässt (langer Reißverschluss!), damit man das Baby leichter verpacken kann. Innovativ sind die Lösungen von Lodger.
Diese Firma bietet verschiedene Einschlagdecken an: Es gibt Modelle, die sich vollständig auseinanderschlagen lassen und daher später auch als Spieldecke verwendet werden können (Wrapper), und Modelle, die dank vorgesehener Öffnungen auch für Kinderwagen bzw. Autositze gedacht sind (Bunker). Originelle Fleece-Stoffe lassen sie alle sehr süß aussehen.
Gleichermaßen für Baby und Mama bestimmt sind Wickeltaschen. Während man noch vor einigen Jahren nur die Wahl zwischen nichtssagend und kitschig (Achtung: Bärchen!) hatte, gibt es nun einige Firmen, die auf eine coole Optik setzen. Neu sind die Taschen von Lässig, die praktisches Innenleben und „Anti-Bärchen Look“ vereinen.
Anziehen
Last but not least – der Dauerbrenner Bekleidung. Hier ist nicht nur putziges Aussehen gefragt. Beachten sollte man Folgendes:
- Je kleiner das Kind, desto leichter sollten die Sachen an- und auszuziehen sein. Viele Neugeborene hassen Wickeln (Kälte!) und brüllen entsprechend. Einen Body, der mit einer endlosen Knopfleiste verziert ist, wird man also sehr bald weglegen, auch wenn er noch so süß ist. Unpraktisch sind auch z. B. Hemden oder Latzhosen für Neugeborene, und von Rollkragenpullovern sollte man ebenfalls die Finger lassen. Gut ist alles, was sich schnell überziehen lässt: z. B. Bodys und Strampler mit querverlaufenden Druckknöpfen.
- Wichtig ist weiters die Stoffauswahl. Bodys sollten aus reiner Baumwolle sein, bei Stramplern ist ein geringer Polyesteranteil in Ordnung. Besonders weich und fein ist PIMA Baumwolle (z. B. von kissy kissy): Sie hat zwar ihren Preis, aber wer sie einmal angegriffen hat, spürt sofort den Unterschied zu herkömmlicher Baumwolle. (Tipp: einfach zur Geburt wünschen!) Achten sollte man auch auf die Waschbarkeit: Babykleidung, die nur kalt gewaschen werden darf, ist nicht wirklich zu empfehlen. Praktisch und süß, aber nur von wenigen Firmen (z. B. Sterntaler) erhältlich sind Strampelsäcke. Kleine Babys fühlen sich darin geborgen und können ihre Füßchen gut „spüren“!
- Die Frage „Wie viel wovon in welcher Größe?” ist schwer zu beantworten. In der Regel brauchen Neugeborene Größe 56. Wenn der geplante Kaiserschnitt einige Wochen vor dem natürlichen Geburtstermin angesetzt ist, tut man gut daran, sich auch Sachen in Größe 50 auf Lager zu legen. Allgemein gilt: Je mehr man hat, desto weniger oft muss man waschen. Vor allem Kinder, die Milch spucken, bedarf es zigmal täglich umzuziehen. Es kann also durchaus sinnvoll sein, Freundinnen mit älteren Kindern um Leihgaben „anzuschnorren“.
Babypflege
Wohl kaum eine Produktgruppe (außer Babynahrung) wird so heftig umworben wie Pflegeprodukte für Babys. Dabei braucht man eigentlich fast keine … Wichtig sind Feucht- oder Öltücher – Achtung: Manche „Billigsorten“ kleben aneinander, das nervt –, Windeln und Popo-Salbe. Babys benötigen keine Badezusätze oder Shampoos, da sie sich nicht wirklich schmutzig machen. Bei trockener Haut kann man einen Spritzer Olivenöl ins Badewasser geben. Überhaupt gilt: Lieber nicht zu viel baden … Falls der kleine Liebling schon Haare hat, kann eine Bürste nicht schaden.
Spielzeug
Ein Neugeborenes braucht eigentlich kein Spielzeug. Selbst Mobiles und Rasseln werden erst später interessant. Eine Ausnahme: Herztonfiguren (Stofftiere, die den Herzschlag im Mutterleib nachahmen, z. B. von Sterntaler) beruhigen kleine Schreihälse! Vielleicht sind Sie Erstlings-Mama und denken nun „Das alles ist ein wenig aufwändig und verwirrend”? Als arrogante „Wiederholungstäterin“ kann ich Sie beruhigen: Das ist erst der Anfang! Richtig aufwändig und verwirrend wird es, wenn der ersehnte Nachwuchs den ersten Schrei getan hat. Trotzdem oder gerade deshalb: Glückwunsch – es liegt eine wunderbare Zeit vor Ihnen!
Checklist: Das Wichtigste im Überblick
- Schlafen: Bettchen oder Wiege, Schlafsack
- Tagsüber: Wippe, Tragehilfe
- Elektronische Hilfen: Babyfon, Sterilisator, Fläschchenwärmer, Heizstrahler
- Ausgehen: Im Herbst und Winter Overall oder Einschlagdecke. Fußsack. Kinderwagen und Babyschale fürs Auto – kann bei Autofahrerclubs auch ausgeborgt werden!
- Bekleidung: Leicht anzuziehende Bodys und Strampler
- Pflege: Feuchttücher, Windeln und Creme
Dr. Birgit Mosser-Schuöcker
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