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Achtung, Baby hört mit

Achtung, Baby hört mit

Monatelang tragen wir unser Baby im Bauch und fragen uns dabei: Was bekommen die Kleinen mit, etwa vom Stress im Job oder vom Streit mit dem Partner? Ärztin und Bindungsanalytikerin Dr. Gerda Kosnar-Dauz erklärt die Welt der Ungeborenen.
Ab der 23. Schwangerschaftswoche hört Ihr Baby mit. Die Stimme der Mutter wird doppelt gehört – von außen gelangt sie über die Luft an den Bauch und so zum Baby. Darüber hinaus leitet der Körper der Mutter über die sogenannte Knochenleitung Geräusche zum Baby weiter. Diese Knochenleitung bewirkt auch, dass die Stimme nicht nur akustisch wahrgenommen wird, sondern auch über Vibrationen. Deshalb mögen es Babys später, wenn Mama oder Papa sie auf der Brust liegen haben und beruhigend reden, summen oder singen – auf diese Weise sind die vertrauten Vibrationen am besten wahrnehmbar.

Über die Wirkung von Musik auf das Ungeborene gibt es eine Vielzahl an Studien. Grundsätzlich gilt: Wenn sich die Mutter beim Musikhören wohl fühlt, tut das das Baby auch. Ausnahme sind laute Rockkonzerte, die ihnen zwar gefallen, die Babys geben durch strampeln aber zu verstehen, dass sie es nicht mögen. Behauptungen von wegen Musikbeschallung von Ungeborenen mache Kinder später klüger sind nach Wissen der Ärztin nicht belegbar.

Alle Eltern wollen ihren Kindern bestmögliche Startbedingungen bieten. Sie informieren sich über Gebärmöglichkeiten, Stillen, Wegwerf- oder Stoffwindel, vielleicht sogar Windelfrei, kaufen Kinderbetten, Kinderwägen, Kindersitze und richten Kinderzimmer ein. Die Bindungsanalyse ist eine Möglichkeit, mit dem Baby, so wie es jetzt schon im Bauch ist, auf eine ganz spezielle, sehr intime, innige, und achtsame Art und Weise Kontakt aufzunehmen. Sie ist eine Möglichkeit für die Eltern zu lernen, sich schon in der Schwangerschaft auf das Erleben des Kindes einzulassen und gleichzeitig das eigene zu reflektieren. Dazu bedarf es keiner fachlichen Anleitung. Eine Hilfestellung um die Antwort des anderen Menschen zu verstehen, die eigenen Gedanken, Bilder, Träume, Ängste, Erinnerungen und Erlebnisse wahrzunehmen, zu klären oder vielleicht auch einfach einmal nur zur Seite zu stellen ist bei der Bindungsanalyse von Vorteil.

All das ermöglicht es dem Baby, sich so zu zeigen, wie es ist, wie es in seiner vollen Kapazität als Mensch gedacht ist. Es ermöglicht ihm ein echtes, authentisches Dasein – jenseits von fremden, übergestülpten Erwartungen.


Erfahren Sie mehr über Bindungsanalyse

Gerda Kosnar-Dauz
Humanmedizinerin und Bindungsanalytikerin (Karenz bis Anfang 2016)
www.kosnar-dauz.at,  Email Gerda@Kosnar-Dauz.at

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Text: Kerstin Pfeifer
Foto: fotorawin - shutterstock.com

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