Suchtbabys
Nikotin
Eine einzige gerauchte Zigarette lässt die Herzfrequenz des Babys im Bauch um 10-15 Schläge pro Minute steigen. Das klingt nach Stress!
Das in Zigaretten enthaltene Nikotin – aktiv oder passiv geraucht – wirkt doppelt negativ für das Ungeborene. Einerseits verengt es die Gefäße und schädigt so die Plazenta. In Folge ist die (Sauerstoff-)Versorgung des Kindes mangelhaft. Andererseits gelangt das Nikotin direkt zum Fötus und hat eine toxische Wirkung auf sein Zentralnervensystem. Für die Mutter kann das Blutungen, vorzeitige Wehen und sogar eine Fehlgeburt zu Folge haben. Für das Kind bedeutet es oft:
Unreife, Atemnot, oder –stillstand
Vermindertes Geburtsgewicht
Nikotin-Entzugserscheinungen nach der Geburt
Erhöhtes Risiko des plötzlichen Kindstodes
Höheres Krebsrisiko
Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung
Emotionale Störungen, Suchtgefährdung
Entwicklungsrückstände
Asthma, Krankheitsanfälligkeit
Im Vergleich zu alkoholbedingten Schädigungen (FAS) sind diese Symptome medizinisch in keinem Syndrom zusammengefasst, woraus man auf mangelndes Problembewusstsein schließen könnte. Nikotin verschärft die Probleme vieler suchtkranken Schwangeren (Alkohol, Drogen) zusätzlich, da die meisten von ihnen auch rauchen.
Ein Verzicht auf Zigaretten während (und idealerweise schon vor) der Schwangerschaft ist absolut erstrebenswert. Ist das aus eigenem Antrieb nicht mehr möglich, ist professionelle Hilfe und gegebenenfalls eine Nikotin-Ersatz-Therapie (Pflaster, Kaugummi..) notwendig.
Was haben Suchtgifte mit mir zu tun?
Die wenigsten schwangeren Frauen sind abhängig von Suchgiften. Gott sei dank. Aber mit dem Wissen um deren Wirkungsweisen sollte auch der persönliche Alkohol- und Zigarettenkonsum überdacht werden. Denn schwanger sein bedeutet Verantwortung haben. Man ist nicht mehr alleine in seinem Körper. Da ist ein kleines Wesen, das alles mitabbekommt. Ohne Mitspracherecht. Die Konsequenzen daraus muss jede schwangere Frau für sich selbst ziehen.
Ebenso sind Partner und das Umfeld gefordert. Denn raucht der Mann, ist seine Spermienqualität und Zeugungskraft vermindert. Und Passiv-Rauchen ist für Frau und Kind ähnlich schädlich, wie selbst am Glimmstengel zu ziehen. Auch Freunde in geselligre Runde sollten abstinente werdende Mütter nicht zum Trinken animieren.
Denn jedes Baby verdient denn bestmöglichen Start ins Leben!
Hilfreiche Kontakte
Literatur und Anlaufstellen
* “Auf Dein Wohl mein Kind“
Gratisbroschüre der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
www.bzga.de
* „Zum Thema Sucht“ und „Der ganz normale Alkoholkonsum“
Gratisbroschüren des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen
Bestelltelefon 01 711 00 – 4700
www.bmgf.gv.at
* AKH Wien
Drogen- und Alkoholambulanz 01 40400 - 3547
www.akhwien.at
* Anton Proksch Institut Wien (Kalksburg)
Therapiezentrum für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige
www.api.or.at
* Nikotininstitut Wien
01 585 85 44
* Grüner Kreis
Verein zur Rehabilitation und Integration suchtkranker Personen; österreichweit
www.gruenerkreis.at
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