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Verkehrt herum

Komplikationen in der 35. Woche

Bei Katharina Meisel und ihrem Mann Robert ist die Freude mehr als groß, als sich nach fünf Jahren Kinderwunsch endlich...

Geburt multikulturell

Eine Frage der Stellung

Ob die Frau während der Geburt sitzt, liegt, steht kniet, steht oder auf allen vieren geht, muss sie selbst entscheiden. Die Position hängt jedoch wesentlich mit der Kultur zusammen, der sie entstammt. Ganz bequem in einer Hängematte liegen brasilianische Tapirape-Frauen. Die Beine baumeln links und rechts über den Rand, der Rücken ist in einer sanften C-Stellung. Beginnen die Presswehen, wird das Kind durch einen Schlitz in der Hängematte geboren. Im Sudan gebären Mütter im Hocken.
Traditionelle “Seil-Hebammen” lassen dabei einen Strick von der Decke herab, den die Mutter ergreift und herunterziehen kann, während sie in der Hocke gestützt wird. Die Lepcha-Frauen im Himalaya lehnen sich gegen den warmen Körper des Mannes, der sie stützt und ihren Bauch massiert. In Thailand lehnt sich die Frau rückwärts gegen den Körper ihres Mannes, der seine Zehen in ihre Schenkel drückt. Dieser Zehendruck soll ihr, ähnlich Shiatsu, Erleichterung geben. Die Zuni Frauen im amerikanischen Südwesten brachten einst ihre Kinder liegend mit dem Gesicht zur Hebamme auf die Welt.

Bei jeder Wehe zog die Frau am Gürtel der Hebamme, während eine andere Helferin ihr von hinten mit den Handballen den unteren Rückenbereich presste. Dieser Gegendruck verringert die Rückenschmerzen während der Geburt. Auf den Osterinseln stehen die Frauen mit gespreizten Beinen und lehnen sich gegen einen männlichen Geburtshelfer. Russische Frauen bringen ihre Kinder oft sitzend oder hockend im Bad zur Welt, während Frauen der mexikanischen Mixteca-Indianer mit gespreizten Schenkeln auf speziell gewobenen Strohmatten knien, während ihr Partner hinter ihnen sitzt und ihre Taille umfasst.

Mythos Plazenta

In vielen Kulturen wird um die Geburt weniger Aufhebens gemacht als um die Plazenta. Sie symbolisiert in vielen Kulturen das Leben, in Nepal ist sie “Freund des Kindes”, die Malayen betrachten sie als älteres Geschwisterkind, im Sudan gilt die Plazenta als geistiges Ebenbild des Kindes und man vergräbt sie an einem Ort, der die Hoffnungen der Eltern für ihr Kind repräsentiert. Auf Hawaii wird die Plazenta unter einem Baum begraben, damit der zum Baum des Kindes wird.
Im Jemen lässt man die Plazenta für die Vögel am Dach liegen, damit die Liebe zwischen den jungen Eltern wächst. Mystisches kreist auch um den Akt der Trennung der Nabelschnur. Naturvölker kennen eine Reihe von Ritualen. In Kenia beißt die Masai-Hebamme die Nabelschnur mit den Zähnen durch, bei den Mansi durchtrennt eine Freundin oder Verwandte die Nabelschnur und wird “Nabelmutter” des Kindes. In Europa “darf” diesen fast heiligen Akt der Vater durchführen.







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