(Keine) Angst vor der Geburt
Rettungsanker
Für Viktoria war wenige Tage vor der Entbindung in Phasen starker Anspannung immer ein warmes Bad die Erlösung. Als sie in den Kreißsaal kam, bot ihr die Hebamme auch an, noch ein Bad zu nehmen. “Es war wundervoll. Ich spürte völlig entspannt noch einmal, wie sich das Baby in mir bewegte”, schildert sie. Wieder an Land gab ihr die Hebamme noch ein homöopathisches Mittel. Dann gingen die Wehen ungeheuer kraftvoll los. Vollgetankt mit Energie, kam Viktoria aber recht gut damit klar.
Auch Schreien kann während der Geburt helfen, Spannungen abzubauen. Niemand braucht sich deshalb zu schämen. Als wahre Rettungsanker empfinden manche Frauen die Möglichkeit, in einer Schmerzsituation Linderung zu verlangen. Es gibt heute eine Reihe von Schmerzmittel: angefangen bei homöopathischen Globuli und Akupunktur, über Psychopharmaka und Schmerzdämpfer, bis hin zur lokalen Betäubung (Epiduralanästhesie).
Traumatische Erfahrungen aufarbeiten
Michaelas erste Geburt lief von Seiten der betreuenden Personen nicht so toll. Die junge Mutter und ihr Partner wünschen sich ein zweites Kind. Zum Schwangerwerden gehört für Michaela aber auch Mut zur zweiten Geburt. Und den hat sie gerade noch nicht, sagt sie. “Ich bin einfach mit den Schmerzen und der Angst nicht zurecht gekommen....”
Hebamme Regina Zsivkovits rät traumatischen Erfahrungen vor einer neuerlichen Geburt jedenfalls aufzuarbeiten. “Als Hebamme kann ich mir die Geschichte anhören. Ich kann aus meinem Erfahrungsschatz heraus der Frau beipflichten, wenn während der Geburt etwas anders laufen hätte müssen. Ich kann ihr Erklärungen geben, woraus die Situation vielleicht resultiert ist. Und ich kann ihr Wege aufzeigen, worauf sie selbst bei der Vorbereitung auf eine zweite Geburt achten kann. Manche Frau entscheidet sich z. B. dafür, eine persönliche Hebamme ins Spital mitzunehmen.”
Bewährte Hilfen
Atmung - Wenn man sich bei einem Schmerz verkrampft und die Luft anhält, tut er stärker weh. Sie können das an folgender Übung, am besten unter der kalten Dusche, ausprobieren: Statt zu quietschen atmen Sie tief aus – Sie werden spüren, dass der Kälteschock weniger schlimm ist.
Dammvorbereitung - Eine gezielte Dammmassage kann das Scheidengewebe dehnbar und elastisch machen und damit auf die Erweiterung bei der Geburt vorbereiten. Auch Beckenbodentraining hilft.
Homöopathische Mittel können im Vorfeld der Geburt eingesetzt werden, um Spannungen und Ängste abzubauen. Fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Arzt! Die Aromatherapie arbeitet mit ätherischen Ölen.
Akupunktur - gezielt in den letzten Wochen der Schwangerschaft eingesetzt - verkürzt die Geburtsdauer. In manchen Spitälern werden Akupunkturnadeln auch bei der Gebärenden eingesetzt, um den “Angst-Verspannungs-Schmerz-Kreislauf” zu unterbrechen.
Hypnose – kann helfen den Geburtsschmerz nicht mehr wahrzunehmen. Allerdings erfordert das viel Übung. Darum am besten mindestens zehn Wochen vor dem Geburtstermin Kontakt zu einem/einer erfahrenen Hypnosetherapeuten/in aufnehmen.
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