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Weg mit dem Babyspeck

„Wiederherstellung“ seines Körpers!

In den ersten Wochen nach der Geburt dreht sich alles um den kleinen Neuankömmling – und das ist gut so. Auch Sie als Mutter sollten sich nach Möglichkeit schonen und verwöhnen lassen.

Schöne Mütter

Mein Körper ist seit der Schwangerschaft übersät mit Schwangerschaftsstreifen. Sie sind überall: am Bauch, an den Beinen, an den Armen, an der Brust. Außerdem habe ich seitdem immer noch 10 kg mehr drauf und alles hängt irgendwie. Also ich fühle mich seit der Schwangerschaft sehr unwohl in meinem Körper und leide stark unter meinem Aussehen.
(Wortmeldung in einem Internetforum)

Was ist Schönheit und warum wollen wir schön sein?

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – der Geschmack dieses Auges wird allerdings stark von der es umgebenden Gesellschaft beeinflusst. Betrachten wir den Wandel des Schönheitsideals im vorigen Jahrhundert: Frauen sollten immer dann gertenschlank - und androgyn - sein, wenn sie sich emanzipierten und Gleichberechtigung forderten. In Zeiten des Mangels, als ihre Gebärfähigkeit gebraucht wurde, durften oder mussten sie “weiblich-üppige” Formen vorweisen.
Eine Frau in unseren Breiten gilt heute als schön, wenn

  • sie schlank ist,
  • über körperliche Fitness verfügt,
  • ihr Gesicht und ihr Körper möglichst symmetrisch
  • und ihre Haut makellos, glatt und leicht gebräunt ist.

Vor allem das Dicksein wird uns von allen Seiten so richtig madig gemacht. Bestenfalls das Bemühen um Veränderung wird honoriert. Schließlich spricht man Frauen jenseits der Kleidergröße 42 Glücksgefühle und angenehmes Körperempfinden einfach ab.

Schönheit bedeutet Attraktivität und erhöht somit die Chancen bei der Partnerwahl. Schöne Menschen werden gemeinhin als vertrauenswürdiger, intelligenter und sympathischer angesehen und besitzen einen höheren gesellschaftlichen Status. Heißt es jedenfalls.

Ganz schön schwanger

Vielleicht sind Sie während Ihrer Schwangerschaft zu einer wahren Schönheit erblüht – schön für Sie! Genauso gut kann es sein, dass Ihnen just während dieser Zeit Ihr Spiegelbild die Pickel, fettigen Haare und sichtbaren Erschöpfungsmerkmale gnadenlos vorgehalten hat.
Schön bleiben TROTZ Schwangerschaft: Schon vor dem ersten Anzeichen eines Bäuchleins cremen und massieren, vor dem ersten Pickelchen tägliche Maskensitzungen, vor dem ersten Besenreißer die notwendigen Wickeln. Der Druck, sich in jeder Lebenslage um das eigene Aussehen kümmern zu müssen, trifft in erster Linie immer noch Frauen. Er kann bedrohliche Ausmaße annehmen.

“Viele Frauen konzentrieren sich nicht auf ihre neuen Bedürfnisse und die Beziehungsfindung zum Kind”, so die auf Essstörungen spezialisierte Psychotherapeutin Kolendowicz-Pokorny, “sondern auf Ansprüche, denen sie genügen sollen. Die Bewältigung dieser schwierigen Lebensphase, die Neuorientierung, die sie verlangt, kann nicht erkannt, empfunden und damit nicht entsprechend bewältigt werden.”

Das Model und die (nährende) Mutter

Models wie Cindy Crawford, Nadja Auermann, Claudia Schiffer und Heidi Klum machen es uns vor: Weder Schwangerschaft noch Mutterschaft dürfen der geringste Grund dafür sein, einen Attraktivitätsverlust zu erleiden. Notfalls geht frau mit drei Kilos mehr um Busen und Hüften gerade noch als “Kurvenstar” durch, vorausgesetzt natürlich, sie heißt Verona Feldbusch und sonst passt alles.
Das “Nährende” der frisch gebackenen Mutter entspricht nicht den heutigen Anforderungen an sie. Rundungen – wenn sie an den “falschen” Stellen sitzen – sind out, da kann auch eine erst kürzlich durchgestandene Geburt nichts daran ändern.

“Die Ablehnung der weiblichen, runderen Formen während der Stillzeit”, so Kolendowicz-Pokorny, “stellt auch eine Ablehnung der Weiblichkeit und der natürlichen Funktion des fraulichen Körpers während dieser Phase dar, nämlich die des Nährens und damit dem vollen Ausgerichtetsein auf das neue Leben.”

Sichtbare Erschöpfung

Manchmal geht es aber auch gar nicht nur um Zentimeter oder Kilos. “Seit der Schwangerschaft und Geburt meines mittlerweile zweieinhalb-jährigen Sohnes sehe ich einfach viel eher “fertig” aus!”, so eine junge Frau bei einem Gespräch im Supermarkt. Ungepflegtes Äußeres gilt als leicht vermeidbar – weiß der Teufel wohin mit all den Spuren von Milchrülpsern, Bananenresten oder klebrigen Sandschaufeln, mit denen uns das Baby verziert.
Und die positiven Seiten der Dauererschöpfung? Mehr Frauen als man denken mag, die nach einer anstrengenden Schwangerschaft und Geburt zum ersten Mal in ihrem Leben das Haus ohne Lippenstift verlassen, merken: Der Welt ist also durchaus mein ungeschminktes Gesicht zuzumuten.







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