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Stillen soll nicht schmerzhaft sein

Hebammen-Information

Die meisten Schwangeren sind hoch motiviert, ihr Kind die empfohlenen sechs Monate ausschließlich zu stillen. Und grundsätzlich hat die Natur auch dafür gesorgt, dass jede Frau ihr Baby stillen kann!

Ernährung in der Stillzeit

Mark hat Glück. Gerade erst hat er das Licht der Welt erblickt. Jetzt liegt er in Mamas Arm geschmiegt, an ihrem Busen nuckelnd. Auch Veronika, so heißt die frischgebackene Mama, genießt das erste Beschnuppern mit ihrem Neugeborenen. Sie hat sich fest vorgenommen, ihren Sohn während der nächsten Monate zu stillen.

Damit wird Mark die optimale Nahrung für ein Baby bekommen. Damit wird er aber auch weiterhin mit seiner Mama mit “essen”. Berechtigt ist daher Veronikas Frage, worauf sie in den nächsten Monaten in Sachen Ernährung zu achten hat. Muss sie doch einerseits schauen, dass sie selbst genug Nährstoffe abbekommt. Andererseits muss nicht alles, was der Mutter schmeckt, automatisch dem Baby wohltun.

Kalorien für Mutter und Kind

Im Vergleich zu anderen Frauen benötigt Veronika als Stillende etwa um ein Drittel mehr Kalorien (= ca. 600 bis 800 kcal mehr am Tag). Während der Schwangerschaft sind im Schnitt nur 200 bis 300 Kalorien pro Tag zusätzlich notwendig (und auch das gilt nur für die letzten drei Monate). Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen ist während der Stillzeit um fast zwei Drittel höher.
Die Nährstoffe gehen zwar in ausreichender Menge in die Muttermilch über, jedoch notfalls auf Kosten der mütterlichen Reserven und damit auf Kosten ihres Wohlbefindens. Diäten und Abmagerungskuren sind während der Stillzeit tabu. Doch gerade stillende Frauen bauen ihre Fettpölsterchen meist sowieso schnell ab!

Gut für Mutter & Kind
Hat man sich schon vor der Schwangerschaft gesund ernährt, sind zur Anpassung an den Bedarf während Schwangerschaft und Stillzeit nur kleine Veränderungen nötig. Hat man bisher unregelmäßig und viel Ungesundes gegessen, kann man sich Schritt für Schritt umstellen. Folgende Tipps helfen allen Frauen, bei denen das Baby mit“isst”:

Wichtig ist eine vielseitige Ernährung, die nach Möglichkeit täglich Produkte aus den fünf wichtigsten Nährstoffgruppen enthält (Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Fleisch/Fisch/Bohnen/Nüsse, Milchprodukte – siehe Ernährungspyramide). Stillende können ruhig, ihrem Appetit angepasst, stärker zugreifen!
Schwangere brauchen mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag. Da auch Flüssigkeit über die Muttermilch abgegeben wird, sollte die stillende Frau bis zu drei Liter täglich trinken. Besonders geeignet sind Wasser, Kräuter- und Früchtetees und milde Säfte. Falls das Kind unter Blähungen leidet, bringt es Erleichterung, wenn die Mutter Fenchel- oder Kümmeltee trinkt. Für die Milchbildung günstig ist ein Milchbildungstee aus Fenchel, Anis, Kümmel und Brennnessel.
Dass der regelmäßige Genuss alkoholischer Getränke tabu ist, sollte sich von selbst verstehen. Die Plazenta, über die das Baby während der Schwangerschaft versorgt wird, hat keine Filterfunktion gegenüber Alkohol. Und Alkohol geht auch in die Muttermilch über – 40 Prozent der von der Mutter genossenen Menge hat der Säugling im Blut. Alkohol regt nicht nur an, sondern schädigt die Zellen von Leber und Gehirn. Will man sich dennoch mal ein Gläschen Wein gönnen, dann am besten unmittelbar nach dem Stillen.
Auch das in Cola, schwarzem Tee und Kaffee enthaltene Koffein bzw. Teein bekommt der Säugling zu spüren. Der kindliche Organismus kann es jedoch noch nicht so schnell abbauen wie die Mutter. Noch nach 100 Stunden sind 50 Prozent des Koffeins im Blut nachweisbar – Folgen: Unruhe und Schlaflosigkeit des Babys und damit wohl auch der Mutter...
“Jedes Kind kostet einen Zahn” – dieses alte Sprichwort zeigt, wie schwer es früher war, den erhöhten Kalziumbedarf während Schwangerschaft und Stillzeit zu decken. Täglich etwa ein Liter Milch oder die entsprechenden Milchprodukte reichen aus um den Bedarf zu decken. Vorsicht mit Milchprodukten ist allerdings geboten, wenn ein Elternteil Allergiker ist. Positiv für den Kalziumstoffwechsel sind außerdem: grünes Gemüse, Kräuter, Sprossen, Obst, Vollkorn, Fisch mit hohem Fettgehalt, aber auch Bewegung an frischer Luft und Sonnenschein (Vitamin D).

Weitere Ernährungstipps

Getreideprodukte enthalten alle bis heute entdeckten Vitalstoffe und fördern die Milchbildung. Am wertvollsten sind Vollkornprodukte, sie bereiten jedoch manchen Babys, vor allem in Kombination mit Zucker, Verdauungsschwierigkeiten. Um Blähungen vorzubeugen ist es wichtig gut zu kauen bzw. das Brot zu toasten. Besonders mild sind Hirse- und Haferflocken sowie Reis.
Kein anderes Lebensmittel enthält soviele Vitamine und Mineralstoffe wie Gemüse. Doch Achtung bei blähenden Sorten! Der noch unreife Darm des Neugeborenen verursacht bei der Verdauungsarbeit häufig ohnehin Schmerzen. Um es für das Kind nicht noch schwieriger und noch schmerzhafter zu machen, ist es angebracht, dass die Mutter in den ersten vier bis sechs Wochen auf blähende Speisen verzichtet. Damit können viele durchwachte Nächte und chaotische Tage vermieden werden. Danach kann man beginnen die “gefährlichen” Produkte in kleinen Mengen auszuprobieren. Wenn das Baby nach sechs bis acht Stunden nicht mit Problemen – Bauchschmerzen und Schreien – reagiert, kann man davon ausgehen, dass sein Darm so gut entwickelt ist, dass er dieses Gemüse toleriert.

Dasselbe gilt für bestimmte Obstsorten: Zitrusfrüchte, die stark säurehaltig sind, sowie Erdbeeren und auch Tomaten können, müssen aber nicht bei Babys Wundsein und Hautausschläge hervorrufen.
Schwangere und stillende Frauen leiden häufig unter Eisenmangel. Eisenlieferant Nummer eins ist im Normalfall Fleisch (2-3mal wöchentlich). Vitamin C erhöht die Aufnahmebereitschaft des Körpers für Eisen auch aus pflanzlichen Produkten. Der Eisenvorrat des Babys reicht für vier bis sechs Monate.
Ab und zu Seefisch und die Verwendung jodierten Speisesalzes sorgen für eine ausreichende Versorgung mit Jod (Schilddrüse!).







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