Stillberatung
Abpumpen
Ich pumpe jeden Tag Muttermilch ab, weil unser Sohn abends die Flasche von seinem Papa bekommt (er trinkt mehr und schläft dadurch länger). Mir fällt beim täglichen Abpumpen allerdings auf, dass mein Milchspendereflex schwer angeregt wird. Was kann ich tun, damit der Reflex “gefördert” wird? Ich frage vor allem, weil ich in ca. drei Wochen wieder mit einer Teilzeitarbeit beginne und dann natürlich abpumpen will.
Das Abpumpen von Muttermilch bedarf einer gewissen Übung und es kann nicht immer die gleiche Menge an Milch abgepumpt werden. Der Milchspendereflex kann mit verschiedenen Methoden angeregt werden.
Versuche dich beim Abpumpen zu entspannen. Suche dir einen bequemen Platz, vielleicht sogar immer den gleichen Platz, und stütze den Arm beim Pumpen mit einem Polster ab. Auch ein gewisses Abpumpritual kann den Milchspendereflex anregen. So kannst du immer vor dem Abpumpen feuchte, warme Kompressen auflegen oder auch warm duschen. Lege eine Decke über deine Schultern, denn Wärme ist entspannend. Massiere die Brust in kreisenden Bewegungen oder stimuliere die Brustwarzen durch sanftes Reiben oder Rollen.
Beginne bei der Massage am Brustansatz und bewege die Finger kreisförmig auf einer Stelle, nach einigen Sekunden wechsle zur nächsten Stelle und arbeite dich dann rund um die Brust in Richtung Warzenhof vor. Eine andere Massage ist das Streichen mit der ganzen Handfläche bis über die Brustwarze hinweg, um die ganze Brust herum.
Du regst auch den Milchfluss an, wenn du dich nach vorne beugst und die Brust schüttelst. Denke an etwas Angenehmes und versuche eine Bauchatmung, wie du sie schon von der Geburtsvorbereitung kennst. Du kannst auch abpumpen, während dein Baby an der anderen Brust gestillt wird. So regt dein Baby selbst den Milchspendereflex an und die Milch fließt leichter. Immer, wenn der Milchfluss nachlässt, wechsle auf die andere Seite.
Abstillen
Mein Sohn ist nun acht Monate alt und wird nur mehr in der Nacht gestillt (ca. 2–3 Mal). Er isst alles, was man ihm anbietet: Breie, Obst, Suppen. Nun will ich abstillen. Nur weint er bitterlich in der Nacht, wenn ich ihm nicht den Busen gebe. Wie kann ich ihm das nächtliche Trinken abgewöhnen?
Du kannst versuchen, deinen Sohn durch Streicheln, Auf-deinen-Bauch-Legen, Schaukeln oder Schnuller zu beruhigen. Wahrscheinlich wird er bei dir protestieren, da er einfach die Brust erwartet. Vielleicht kannst du es so einrichten, dass sein Papa ihn beim ersten Aufwachen beruhigt.
Entwöhne ihn nicht gleich von einer Nacht zur nächsten vollständig, sondern lasst euch auch beim nächtlichen Stillen genügend Zeit. Überlege dir, auf welche Stillzeit dein Baby am ehesten verzichten kann und behalte die anderen Stillzeiten vorerst noch bei. So könntest du ihn zum Beispiel am Abend und dann erst wieder in der Früh stillen – diese Stillzeiten könnt ihr dann beide noch genießen.
Unruhiges Stillverhalten
Mein 5 ½-monatiger Sohn schläft nachts bis 2.00 Uhr und hat dann alle 1 bis 2 Stunden Hunger und trinkt wirklich! Auch untertags ist es mühsam, es gibt überhaupt keinen Rhythmus und er quengelt oft an der Brust herum. Jetzt habe ich die Panik, dass ich zu wenig Milch habe bzw. schon zufüttern muss. In der Nacht denke ich mir manchmal, dass ich gar nicht mehr stillen will. Was bedeutet sein Verhalten? Gibt es milchfördernde Maßnahmen? Was kann/soll/muss ich tun?
Du hast es zur Zeit nicht einfach, denn ein quengelndes Baby Tag und Nacht zu betreuen, ist natürlich kräfteraubend. Aber dein kleiner Sohn braucht dich nun ganz besonders und mit dem Stillen gibst du ihm Nahrung und Geborgenheit. Für die Unruhe kann es verschiedene Erklärungen geben. Vielleicht hat dein Baby einen Wachstumsschub und möchte einfach öfter gestillt werden, um seinen Bedarf zu decken. Du kannst die Milchmenge steigern, wenn du es öfter anlegst. Je öfter dein Baby an der Brust saugt, umso mehr Milch wird gebildet und die Milchproduktion seinem Bedarf angepasst.
Du schreibst, dass dein Baby an der Brust quengelt, da könnte es möglicherweise schon seine Zähnchen spüren. Es kann noch einige Zeit dauern, bis der erste Zahn tatsächlich herauskommt, aber es arbeitet schon im Kiefer und das verursacht Schmerzen und Unruhe. Du kannst ihm auch etwas Kühles zum Daraufherumbeißen anbieten, wenn er nicht an der Brust trinken möchte. Das Beste ist aber meist Körperkontakt. Wenn du ein Tragetuch hast, kannst du ihn auch schon am Rücken binden. Meist genießen die Kleinen die neue Aussicht, sind nah bei der Mama und du hast trotzdem beide Hände frei.
Auch vor jedem Entwicklungsschub sind Babys vermehrt unruhig. Sie wollen schon mehr können, versuchen vielleicht schon vorwärts zu robben, um ein Spielzeug zu errreichen und schaffen es aber noch nicht ganz. In der Nacht wird dann das am Tag Erlebte verarbeitet und nachdem Babys einen anderen Schlafzyklus als Erwachsene haben, können sie auch leichter aufwachen. Babys Schlaf hat viel mehr aktive Schlafphasen und jeder Übergang vom ruhigen in den aktiven Schlaf ist besonders störungsanfällig. Da brauchen sie zur Beruhigung am besten Mama und ihre Brust, denn beim Saugen entspannen sie sich leicht. Außerdem muss auch die Milch für den nächsten Tag "bestellt" werden und in der Nacht ist viel Zeit und Ruhe ausgiebig zu trinken.
Vielleicht kannst du das nächtliche Stillen für dich ein wenig bequemer gestalten, wenn dein Baby bei dir oder neben dir in einem Beistellbettchen schläft, damit du nicht immer erst aufstehen musst. Mutter und Kind, die nebeneinander schlafen, haben auch den gleichen Schlafrhythmus. Du brauchst keine Sorge zu haben, dass du dein Baby verwöhnst oder an das häufige nächtliche Trinken gewöhnst, sondern du erfüllst eben jetzt seine Bedürfnisse und werden sie gestillt, so kann es auch nachher "gesättigt" loslassen und sich weiter entwickeln. Wenn dann wieder ruhigere Zeiten folgen, weiß man oft erst, warum das Baby zuvor so unruhig war. Nur in der unruhigen Zeit mittendrin zu sein, ist natürlich nicht so einfach.
Hast du aber das Gefühl, dein Baby möchte schon etwas Neues ausprobieren und schaut schon jedem Löffel beim Familientisch nach, kannst du langsam mit der Beikost beginnen. Biete ihm zunächst nur eine Sorte püriertes Obst oder Gemüse an. Nimmt dein Sohn es und ist begeistert, lass ihn ein paar kleine Löffelspitzen voll kosten. Schiebt er es aber mit der Zunge wieder hinaus, so ist er einfach noch nicht so weit. Probier es eine Woche später wieder! Die erste feste Nahrung sollte wirklich nur ein Zufüttern sein, die Muttermilch bleibt vorerst das Wichtigste. Auch wenn es ihm sehr schmeckt, lasst Euch Zeit, damit sich die Verdauung an die Beikost gewöhnen kann. Ich wünsche dir in nächster Zeit viel Kraft und Geduld und noch eine schöne Stillzeit!
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