Stillerfahrung einer dreifachen Mutter
Auch für mich als Mutter war es – abgesehen von kleinen Anfangs- und Zwischendurch-Schwierigkeiten - ein wunderschönes Gefühl, mein Baby am Busen.
Der beste Start fürs Stillen ist, wenn die Frau ihr Neugeborenes unmittelbar nach der Geburt – vor dem Baden, Wiegen und Messen – anlegen kann. Es ist erstaunlich, wie fit das Baby zu diesem Zeitpunkt zum Saugen ist. Die gelbe oder goldgelbe erste Milch, die das Baby in seinen ersten Lebenstagen erhält, ist reich an Nähr- und Immunstoffen.
Bei Geburtskomplikationen kann sich der Moment des ersten Anlegens verzögern. Doch viele Mütter schaffen es sogar Tage nach der Geburt noch erfolgreich mit dem Stillen zu beginnen. Die Frau kann die Milchbildung in diesem Fall durch häufiges Ausstreichen oder Abpumpen in Gang bringen.
Zwischen dem 2. und dem 5. Tag nach der Geburt schießt die Muttermilch ein.
Erst prickelt es in den Brüsten und plötzlich sind sie prall und hart, man hat das Gefühl, sie könnten platzen. Das erste Ansaugen kann sehr schmerzhaft sein. Am besten legt man dann das Baby anfangs nur 5-10 Minuten pro Brust an und wechselt dafür öfter die Seite. Das Neugeborene sollte trinken dürfen, so oft es will.
Das beugt auch einem Milchstau vor. Wichtig ist es die Stillposition herauszufinden, die für Mutter und Kind die bequemste ist. Das kann im Liegen oder im Sitzen sein. Sobald die Frau ihr Baby an die Brust legt, stellt sich der Milchspendereflex ein, ihre Brustwarzen richten sich auf. Mich hat immer fasziniert, wie das kleine Geschöpf mit Hin- und Herbewegen des Köpfchens seinen Hunger zeigt und mit gespitztem Mündchen die “Nahrungsquelle” sucht.
Am besten, man zieht das Baby jetzt ganz dicht an sich. Sobald es den Mund öffnet, schiebt man die Brustwarze schnell und gerade hinein, sodass das Baby mit seinen Lippen den Warzenhof ganz umfasst. Hat es bei allzu prallen Brüsten Schwierigkeiten dabei, streicht man vorher etwas Milch aus. Sperrt es beim Anlegen den Mund nicht gleich auf, so bringt meist das sanfte Streichen mit der Brustwarze über seine Unterlippe den Suchreflex in Gang.
In den ersten Lebenswochen ist Stillen nach Bedarf angesagt. Mal meldet sich der Hunger schon nach 1-2, mal erst nach 4-5 Stunden. Der Appetit des Babys ist dann am größten, wenn es seinen Schlaf von selbst unterbricht und klare Zeichen gibt (z. B. die Finger zum Mund führt). Das Neugeborene unterscheidet noch nicht zwischen Tag und Nacht. Erst wenn sich ein gewisser Rhythmus und die richtige Milchmenge eingespielt haben, kehrt meist etwa nach 6-8 Wochen langsam, mehr Nachtruhe ein (Betonung auf meist!)
Stillroutine
Wie lange das Baby pro Mahlzeit trinkt, hängt davon ab, wie groß sein Hunger ist und wie schnell und kräftig es saugt. Beim ersten Ansaugen stillt es vornehmlich seinen Durst mit der dünnen, wässrigen “Vordermilch”. Dann fließt zum Sattwerden fett- und energiereiche “Nachmilch”. Darum sollte das Baby möglichst zehn Minuten an der ersten Brust trinken.
Die zweite Brust ist sein Dessert, ein “Mix” aus Vorder- und Nachmilch. Damit immer beidseitig genug energiereiche Milch fließt, beginnt man die nächste Mahlzeit mit der volleren Brust, an der das Kleine zuletzt genuckelt hat.
Als Grundregel gilt: Nach den ersten 1-2 Wochen braucht das Baby normalerweise nicht öfter als alle zwei Stunden zu trinken. Doch welche Nachteile hat es, wenn die Brust – wie die meine damals – als “Dauernuckel” und “Allheilmittel” eingesetzt wird? Das häufige Anlegen tat vor allem meiner Brust nicht gut. Häufig rissige Brustwarzen waren die Folge. Außerdem wird die Milchbildung unnötig angeregt. Milchstau kann die Konsequenz sein.
Aber auch für das Baby ist die ständige Aufnahme milchzuckerreicher Vordermilch nicht von Vorteil. Das Zuviel davon kann Bauchweh und Blähungen verursachen.
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