Essprobleme
Und das Fläschchen
Beim Fläschchen ist die Zubereitung nach Plan sehr wichtig. Wenn Ihr Baby in den ersten vier Monaten 5 Fläschchen am Tag trinkt und Sie geben pro Fläschchen nur einen gehäuften Teelöffel Pulver mehr dazu, dann würde es über diesen Zeitraum insgesamt 14.000 Kalorien mehr zunehmen. Das sind etwa 2 Kilogramm Körperfett.
Nehmen Sie dagegen zu wenig Pulver, ist die Milch zu “dünn”. Ihr Baby bekommt weniger Kalorien und Nährstoffe, als es braucht. Es nimmt ab und gedeiht schlecht. Die Angaben des jeweiligen Herstellers auf der Verpackung sind eine Orientierung für Sie, wieviel Milch und wie viele Fläschchen Ihr Baby täglich braucht.
Halten Sie sich aber nicht sklavisch daran. Auch hier gilt: Zwingen Sie Ihr Baby nie, das Fläschchen zu trinken oder es ganz zu leeren, wenn es offensichtlich nicht mag. Eine Faustregel (wiederum nur als Richtwert) ist: Babys trinken etwa 140-180 ml Milch pro kg Körpergewicht und Tag.
“,Pre” Nahrungen und Anfangsnahrungen mit der Zahl ,1’ können im ganzen ersten Lebensjahr gegeben werden. Sogenannte Folgenahrungen mit der Zahl ,2’ enthalten mehr Zucker und Eiweiß und führen leichter zu überflüssigen Fettpölsterchen”, hebt Anne-Marie Kern hervor.
Auch Erbanlagen beeinflussen das Gewicht, aber sie bestimmen es nicht
Jedenfalls ist – sobald das Baby Beikost bekommt – falls auch die Eltern zu erhöhtem Gewicht neigen, größere Vorsicht geboten, als wenn sie gertenschlank sind. Sinnvoll ist, auf eine zu hohe Fettaufnahme zu verzichten.
Also den Gemüsebrei nicht mit viel Schlagobers und Butter abschmecken, magere Wurst- und Fleischsorten bevorzugen, und wenn das Kleine schon Süßigkeiten bekommt, dann besser Gummibärchen als Schokolade. Vorsicht ist bei Milchbrei geboten: Untersuchungen haben ergeben, dass eine zu frühe Fütterung davon eine der Hauptursachen für Übergewicht bei Säuglingen ist.
Da sich auch Schlankheit vererbt, würde sich bei Kindern sehr schlanker Eltern oft ein bisschen mehr Gewicht auf der Waage gut machen. Sie können unauffällig ein paar zusätzliche Kalorien ins Essen schummeln, indem Sie es z. B. mit Butter, Schlagobers, Öl oder geriebenen Nüssen verfeinern. Achten Sie aber auch gerade bei dünnen Kindern auf eine abwechslungsreiche, gesunde Nahrungszusammenstellung. Kalorien um jeden Preis sind keinesfalls das Richtige.
Essen als sinnlicher Genuss
Essen ist eigentlich ein sinnlicher Genuss. Bereits der Gebrauch von Besteck schafft Distanz, und das Ansinnen “ordentlich” zu essen führt insbesondere bei den unter Einjährigen immer weiter weg von der selbstverständlichen Lust.
Gönnen Sie es Ihrem Kind ruhig einmal ein bisschen herumzuferkeln. Gute Tischmanieren lernt es mit der Zeit von selbst, die Vorbildwirkung der Eltern ist dabei am wichtigsten. Grundsätzlich brauchen Babys nicht jeden Tag einen neuen Brei und auch kein “Schnick-schnack rundherum”.
Selbstgemachte und fertige Babykost haben ihre Pluspunkte, es liegt an Ihnen oder besser an der Vorliebe Ihres Babys, was Sie bevorzugen bzw. wie Sie kombinieren. Mit Liebe ein wenig verziert – z.B. der Getreidebrei mit einem Gesicht aus Früchten – fasziniert aber auch die Kleinsten schon, selbst wenn sie das kleine Kunstwerk am Teller wahrscheinlich schnell zerstören.
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