Vegetarische Ernährung für Babys
Warum ist Eisen für Ihr Baby so wichtig
Eisen wird von unserem Körper ständig benötigt, da es als Bestandteil des roten Blutfarbstoffs für die Sauerstoffversorgung verantwortlich ist und in vielen wichtigen Enzymen eine Rolle spielt.
Erwachsene müssen nur die täglichen Eisenverluste (z.B. Verluste bei der Bluterneuerung) ausgleichen. Säuglinge brauchen hingegen in Relation mehr Eisen, da sie dem Wachstum entsprechend auch eine vergrößerte Menge an Blut bilden müssen. Deshalb hat die Natur vorgesorgt und das Kind noch vor der Geburt seine Eisenspeicher (in Leber, Knochenmark und Milz) aufgefüllt.
Nach einigen Monaten sind diese Speicher verbraucht und das Kind muss das weitere - allerdings etwas langsamere Wachstum - ausschließlich mit dem Eisen aus der Nahrung bestreiten. Es soll daher vom 4. Monat (anfangs nur durch Muttermilch) an bis zum 7. Lebensjahr täglich 8 mg Eisen mit der Nahrung zu sich nehmen.
Die Mengen, die ein 7-jähriges Kind essen kann sind jedoch bedeutend höher als die Nahrungsmenge, die Babys bewältigen können. Daher kommt der Verwertbarkeit des Eisens in der Säuglingskost so eine wichtige Rolle zu.
Muttermilch deckt die Grundversorgung
Muttermilch enthält zwar nur geringe Mengen, dafür aber sehr gut verwertbares Eisen in Form von Lactoferrin. Sofern Sie also stillen und nicht selbst durch jahrelange einseitige Ernährung Ihre Eisenspeicher geleert haben, ist die Grundversorgung Ihres Kindes sicher.
Milch und Milchprodukte (oder Eier) enthalten jedoch nur wenig ausnutzbares Eisen, sodass Säuglingsmilchnahrungen speziell mit Eisenverbindungen angereichert werden, die möglichst gut ausnutzbar sind. Daher sind bei der Gabe von Muttermilch oder industrieller Säuglingsflaschennahrung im ersten Lebensjahr keine schweren Eisenmangelzustände zu befürchten.
Bekäme Ihr Kind aber über einen längeren Zeitraum nicht genug Eisen, so kann es zu Blutarmut kommen und in weiterer Folge zu Wachstums- und Intelligenzentwicklungsstörungen. Als erste Alarmzeichen gelten Müdigkeit und Blässe. Manchmal lässt sich auch beobachten, dass nicht optimal versorgte Kinder außergewöhnlich viel essen, um durch die größeren Menge einen Mangel zu verhindern.
Genügend Eisen ohne Fleisch
Im Gegensatz zum zweiwertig vorliegenden Eisen aus Fleisch kann das dreiwertige Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln viel schlechter aufgenommen werden. Verbessern lässt sich die Eisenausnutzung durch gleichzeitigen Verzehr von Vitamin-C-reichen Gemüse- oder Obst-sorten.
Normalerweise wird Kindern als 1. Beikost ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei empfohlen.
Unser Rezept für den täglichen, eisenreichen vegetarischen Mittagsbrei enthält als Basis ein eisenreiches Getreide wie Hirseflocken (Babybrei) oder Haferschleim. Ergänzt wird es durch eisenreiche Gemüsesorten, z.B. Hülsenfrüchte, Spinat, Schwarzwurzel, Fenchel oder Karotten. Durch die Zugabe von Vitamin-C-reichem Fruchtsaft, z.B. Orangensaft (für allergiegefährdete Kinder besser Apfel-Karottensaft), wird die Ausnutzbarkeit von Eisen fast verdoppelt und der eines Fleischbreies angeglichen.
Da Milch in der gleichen Mahlzeit die Ausnutzung des Eisens herabsetzt, soll dieser Brei milchfrei sein. Mandelmus und gemahlener Sesam sind ebenfalls gute Eisenquellen, sollen jedoch aufgrund des Allergiepotentials von Nüssen und Samen den Brei erst für Kleinkinder nach dem 1. Lebensjahr ergänzen.
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