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Allergien

Wie schütze ich mein Baby?

Ob ein Kind Allergiker wird oder nicht, entscheidet sich zu einem großen Teil im ersten Lebensjahr.

Baby und Allergien

Tendenz steigend. Schuld daran ist die Freisetzung der körpereigenen Substanz Histamin, die bei allergischen Reaktionen aufgrund einer Fehlsteuerung des Immunsystems produziert wird. Bis heute gibt es keine eindeutige Antwort auf die Frage, warum bestimmte Substanzen – es handelt sich dabei meistens um Proteine - Allergie auslösend wirken.

Vererbung oder Umwelt

Auch wieweit die Vererbung beim Auslösen einer Allergie eine Rolle spielt, ist noch nicht restlos geklärt. Fest steht, dass nur das Risiko zu einer allergischen Erkrankung weitervererbt werden kann, nicht die Allergie an sich.

“Zwar liegt die Neigung, eine Überempfindlichkeit zu entwickeln, bei Personen, deren Eltern Allergiker sind, zwischen zwanzig und sechzig Prozent, je nachdem ob beide oder nur ein Elternteil eine Allergie haben”, erklärt Univ.-Prof. Dr. Werner Aberer, Leiter der Abteilung für Umweltdermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum in Graz, “aber auch den Umweltfaktoren kommt eine bedeutende Rolle zu. Ein Baby, das im Frühling auf die Welt kommt, wird beispielweise anfälliger für eine Pollenallergie sein, als ein Kind, das in den Herbst- oder Wintermonaten geboren wird.”

“Allergien treten auf, wenn das Immunsystem nicht ausgelastet ist”, meint Prof. Aberer, “Vergleichen Sie Kinder in den Industrieländern, die auf alles mögliche allergisch reagieren und Kinder aus Entwicklungsländern. Dort wird man kaum Allergiker finden.” Warum? Weil das Immunsystem von Kindern, die vermehrt Keimen ausgesetzt sind, aktiver sein muss, und so kommt es auch weniger häufig zu Allergien.

” Kritisch steht der Grazer Dermatologe jedoch der These verschiedener Impfgegner gegenüber, die behaupten, durch Impfungen im Kleinkindalter würde das Immunsystem unterdrückt, was gleichzeitig allergiefördernd wirke. “Auf die Masern-Impfung zu verzichten, um das Immunsystem zu fordern, wäre sicher zu gefährlich”, ist Aberer überzeugt.

Ganz oben auf der Häufigkeitsskala rangiert die Pollenallergie, auch als Heuschnupfen bekannt. Charakteristisch sind juckende Nase und Augen, Niesanfälle und triefende oder verstopfte Nase. Manchmal reagiert ein “Heuschnupfen-Patient” beim Einatmen von Pollen auch mit einem akuten Hautausschlag. Ähnliche Symptome treten bei Personen auf, die überempfindlich auf die Exkremente der Hausstaubmilbe reagieren.

Im Wohnbereich ist neben Teppichen, Polstermöbeln und Stofftieren vor allem die Bettmatratze ein großes Milbenreservoir. Die Folgen des Kontakts mit den mikroskopisch kleinen Spinnentierchen können neben den typischen allergischen Reaktionen sogar ein allergisches Asthma auslösen.

“Bei einer Nahrungsmittelallergie äußert sich die durch Histamin ausgelöste Entzündung der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes mit Juckreiz und Brennen im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen”, weiß Dr. Beatrix Tichatschek vom Allergieambulatorium Wien-West, “Häufig tritt zusätzlich ein atopisches Ekzem auf.” Findet die allergische Reaktion in der Lunge statt, entsteht das Bild des Asthma bronchiale mit Atemnot durch Verengung der Bronchien, durch eine Schwellung der Schleimhaut sowie durch eine übermäßige Produktion von Bronchialsekret.

Eine Insektengiftallergie, in den meisten Fällen durch Bienen – oder Wespengift hervorgerufen, bleibt oft lange unerkannt, weil der Kontakt mit diesem Allergen ausgesprochen selten ist, außerdem zeigen sich dabei weniger die typischen Symptome einer Allergie. Erst wenn die Quaddeln an der Einstichstelle zunehmend ihre Größe verändern und länger als 24 Stunden andauern, kann das als Hinweis auf eine Allergie gedeutet werden. “Treten dann auch noch Fieber, Kopfschmerzen oder Übelkeit und Atembeschwerden auf, heißt es rasch zum Arzt, da im Extremfall ein lebensbedrohlicher Zustand eintreten kann”, empfiehlt Dr. Tichatschek.







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