Neues Familienblech für 2008
Alles wird (leider) komplizierter – auch beim Autokauf. Denn früher gab’s halt ganz einfach nur ein paar Möglichkeiten und Unterscheidungskriterien: Unsere Großeltern kauften, so sie es sich leisten konnten, schlicht und einfach einen Kombi, wenn sich der Nachwuchs einstellte. Unsere Eltern stiegen auf einen Minivan um, als wir in ihr Leben fuhren. Aber wir?
Heute sprechen die Autoverkäufer von den unterschiedlichsten Nischenprodukten und Konzepten – und wir sind verwirrt. „Normale“ Kombis oder Vans scheinen aus der Mode gekommen zu sein. Designer und Techniker entwickeln und propagieren maßgeschneiderte Konzepte und spezielle Vehikel für die Freizeitgeneration, für die Pensionistenklubs, für die Abenteuerlustigen, für die Kleingartenbesitzer. Aber glücklicherweise haben sie auch Familien im Visier. Nur halt nicht mehr wie früher als allgemeinen Begriff in einer allgemeingültigen Version. Sondern eben – dem Zeitgeist entsprechend – sozusagen in Patchwork-Form. Egal für welche Größe; egal für welches Alter; nur einen Führerschein sollte der Fahrer halt besitzen.
Aber stecken dahinter nicht doch eher leere Werbehülsen und hohles Marketing- Getöse? Ein Auto braucht in erster Linie einmal vier Räder und einen Motor. Der Rest ist doch nur Beiwerk. Und stimmt es nicht, dass gerade im Auto- Geschäft viel über ein Image verkauft wird, das in der Realität nie erzielbar ist? Die Praxis der vergangenen Jahre spricht glücklicherweise dagegen. Vergleicht man nämlich die aktuellen Modelle mit den Kombis unserer Großeltern und den Minivans unserer Eltern, muss man neidlos feststellen, dass die Autos im Lauf der Zeit tatsächlich nicht nur sauberer und leichter zu fahren geworden sind, sondern auch größer und sogar familienfreundlicher. Siebensitzer, deren dritte Sitzreihe im Handumdrehen unter dem Kofferraum verschwindet, Entertainment-Systeme, welche für Ruhe auf den längsten Reisen bei den kleinsten Mitfahrern sorgen, Inneneinrichtungen, die Platz für die unterschiedlichsten Kinderrückhaltevorrichtungen ebenso schaffen wie für drei Familienräder, sind schließlich Auto- Realität. Und das zu Preisen, die zwar zugegebenermaßen nicht gerade unser Haushaltsbudget entlasten, aber immerhin vieles bieten. Um denselben Preis hätten wir vor ein paar Jahren – auch inflationsbereinigt – nur einen Schrotthaufen bekommen. Offensichtlich entwickeln, designen und gestalten manche Autofirmen ihre neuen Familienmodelle wirklich für das Zielpublikum mit Kind.
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