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Sieben auf einen Streich

In Österreich hat eine Familie durchschnittlich 1,75 Kinder. Da aber fast die Hälfte aller Erziehungsberechtigten in Wahrheit nur für ein Kind zu sorgen hat, muss die andere Hälfte zumindest zwei bis drei Sprösslinge auf ihrem Weg zum Erwachsensein begleiten, sie verköstigen, sie einkleiden und nicht zuletzt auch transportieren: in die Schule, zum Arzt und natürlich in den Urlaub. Denn Fliegen wird spätestens ab dem zweiten Kind zu einem Vergnügen, das sich nur noch wenige leisten können. Tatsächlich gibt es in Österreich mehr als 42.000 Familienverbände, in denen vier und mehr Kinder leben, mit einem Wort: Großfamilien, die hin und wieder auch gemeinsam in einem Auto Platz finden sollten. Ein Fall für die Kleinbusfraktion? Nein, nicht unbedingt. Denn ein Fahrzeug dieser Größenordnung ist zwar ausreichend geräumig, vermittelt aber speziell den weiblichen Erziehungsberechtigten in der Familie oft das Gefühl, mit einer Badewanne auf Rädern unterwegs zu sein. Väter mögen das lustig finden. Frauen aber brauchen meist eine ganze Weile, um mit einem „Transporter“ problemlos umzugehen, und den meisten bereitet ein solches Fahrzeug auch danach noch wenig Fahrspaß.

Was also tun, wenn außer Mama und Papa mehr als drei Personen unterzubringen sind? Das müssen nicht immer nur Kinder sein: Auch Oma und Opa wollen manchmal mitfahren, und hat man einen Hund, braucht dieser selten weniger Platz als ein Mensch. Citroën bietet hier mit dem Berlingo eine gute Lösung an: ursprünglich als Kleinlieferwagen geplant und als fünfsitziger Sparmeister mit praktischer Schiebetür hinten bewährt, gibt es ihn nun auch als Siebensitzer. Die zwei zusätzlichen Sitze befinden sich unter der Bodenplatte hinter der zweiten Reihe und können bei Bedarf einfach herausgeklappt werden. Nun ist dieses Konzept nicht wirklich neu und auch keine Erfindung von Citroën, aber der Berlingo hat im Vergleich zu anderen Modelle mehrere Vorteile. Erstens bietet die kastenartige Form auch in der dritten Reihe noch genügend Kopffreiheit. Zweitens ist die Karosserie selbst beim Siebensitzer nicht mehr als 20 Zentimeter länger als die des VW Golf und daher wirklich handlich zu lenken. Und drittens ist der Berlingo selbst bei beschränktem Budget ein leistbares Fahrzeug, ohne den notwendigen Komfort vermissen zu lassen – zumal er bei entsprechender gewerblicher Nutzung sogar vorsteuerabzugsfähig ist.

Für einen vergleichbaren Preis – allerdings inklusive Mehrwertsteuer – bietet sich als elegante Alternative der Grand Scénic von Renault an, Das wahlweise fünfoder siebensitzige Modell – die Variante mit einer dritten, ebenfalls komplett versenkbaren Reihe kostet knapp 1500 Euro mehr als die zweireihige – besticht durch eine bequeme Sitzkultur, intelligente Ablagesysteme, in denen wirklich alles verschwindet, und ein Fahrgefühl, als würde man über jedes Hindernis hinwegschweben. Natürlich gehört der Grand Scénic bezüglich seiner Abmessungen schon zu den etwas größeren Fahrzeugen, aber mit 4,56 Metern bringt man ihn immer noch locker in jede Parklücke hinein. Trotzdem bietet er bei voller „Bestuhlung“ mehr als 700 Liter Kofferraumvolumen – das reicht sogar für ein mittleres Urlaubsgepäck. Das Schönste am Grand Scénic – wie übrigens auch an allen anderen Renault-Modellen – ist aber die Möglichkeit einer komplett in Beige gehaltenen Innenausstattung: Die wenigsten Hersteller haben sowohl den „Himmel“ als auch das Armaturenbrett in einer hellen Farbe im Angebot. Der Grund dafür: Ein heller Bezug könnte sich leicht in der Frontscheibe spiegeln. Renault ist es jedoch gelungen, dies zu unterbinden, und so kann man nun auch beim Autofahren eine freundlichwarme Umgebung genießen.

Doch nicht immer reichen sieben Plätze aus. Eines der geräumigsten und trotzdem nicht zu groß geratenen Modelle für diesen Bedarf ist der Hyundai Starex mit acht Einzelsitzen und einer Länge von rund fünf Metern. Die komfortable Ausstattung mit einer fixen, nicht versenkbaren dritten Reihe bietet volle Bequemlichkeit, die sich vor allem bei der Bewältigung längerer Strecken bezahlt macht. Schiebetüren hinten erleichtern das Einsteigen, und zwei verschiedene Klimazonen erlauben Kindern, ihr Wärmebedürfnis zu befriedigen, ohne dass die Eltern vorne permanente Schweißausbrüche befürchten müssen. Wie es mit dem Handling aussieht? Obwohl der Unterschied zum Kleinbus nicht mehr allzu groß ist, gewöhnt man sich rasch an die leichtgängige Lenkung. Mit einem Wendekreis von nur 5,6 Metern und einer serienmäßigen Einparkhilfe hinten findet sich rasch ein passender Parkplatz, in den man überraschend leicht hineinkommt.. Ein Sperrdifferential hilft hinten, wenn das Wegfahren bei schlechten Straßenverhältnissen zum Problem wird. Da kann man sogar mit einer „Badewanne auf Rädern“ noch richtigen Fahrspaß genießen.

Technische Daten über die vorgestellten Fahrzeuge finden Sie in der aktuellen fratz&co!




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