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HPV – Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Wie oft muss man impfen und wie lange hält die Immunität an?

Gardasil erfordert drei Teilimpfungen innerhalb von sechs Monaten. Noch gibt es keine Langzeitstudien über die Dauer der Immunität, man rechnet aber mit fünf Jahren. Heißt das, dass der PAP-Test als Früherkennungsmethode von Gebärmutterhalskrebs ausgedient hat? Nein, nein und nochmals nein! Dass es zu diesem tödlichen Missverständnis kommen könnte, darüber sorgt sich auch das Gesundheitsministerium: Obwohl der schmerzlose Krebsabstrich ab 18 empfohlen und für alle sozialversicherten Frauen kostenlos ist, wird diese wichtige Vorsorgeuntersuchung nur von 30 bis 40 Prozent der österreichischen Frauen genutzt. Alle Verantwortlichen zeigen sich einig, dass auch der PAP-Früherkennungstest intensiv beworben und seine Durchführung ausgeweitet werden muss.

Die Österreichische Initiative gegen Gebärmutterhalskrebs hat sogar ein PAP-Erinnerungssystem installiert. Der Präsident der Österreichischen Krebshilfe, Univ. Prof. Paul Sevelda, empfiehlt die Kombination von Impfung und regelmäßigem PAPTest als besten Schutz vor Gebärmutterhalskrebs und sieht in dieser Kombination das Potenzial, in der nächsten Generation viel Leid zu verhindern. Zur Erinnerung: Die Impfung schützt nicht vor allen Arten von Gebärmutterhalskrebs!

Und kommt sie jetzt, die kostenlose HPV-Impfung für alle?

Die gemeinsame Empfehlung von Österreichischer Krebshilfe, Österreichischer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Österreichischer Initiative gegen Gebärmutterhalskrebs mit 100.000 gesammelten Unterschriften ist klar: Impfung ja, in Kombination mit Bewerbung des PAP-Tests und flankierenden Aufklärungsmaßnahmen über Safer Sex und andere Risikofaktoren. Die Entscheidung liegt beim Gesundheitsministerium.

Das Ministerium möchte noch relevante Fakten prüfen:

• Die Impfstoffe werden zwar ab dem neunten Lebensjahr empfohlen, sind aber nicht an Kindern getestet.
• Könnte die Impfung die Virulenz anderer Stämme, gegen die sie nicht wirkt, verstärken? • Es gibt noch keine Erkenntnisse über eventuelle Spätfolgen und Nebenwirkungen.
• Es gibt noch keine Kennwerte über Langzeit-Immunisierung. Wie soll man da planen?
• Und dann wäre da noch der finanzielle Aspekt: Ein sinnvoller „Impfteppich” muss langfristig finanzierbar sein, aber die Impfstoffe sind unverhältnismäßig teuer.

In einem weiteren Argument heißt es, der PAP-Test sei etabliert und eine zuverlässige Früherkennungsmethode mit einer Heilungschance von 100 Prozent. Das stimmt schon. Aber Heilung ist etwas anderes als Prävention … Die Behandlung der Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs stellt eine Belastung dar: Dazu gehört z. B. die Konisation, bei der ein kegelförmiges Stück von etwa zwei mal einem Zentimeter aus dem Gebärmutterhals herausgeschnitten wird. Die Gebärfähigkeit bleibt erhalten, aber das Frühgeburtsrisiko steigt. Könnte man 75 Prozent dieser Fälle durch eine Impfung verhindern, würde das verbesserte Lebensqualität für viele Frauen bedeuten: Jedes Jahr müssen sich in Österreich 5.000 bis 6.000 Frauen einer Konisation unterziehen.

Wie geht es jetzt weiter?

Auf Beschluss der Bundesgesundheitskommission vom 13. Juli 2007 werden die in Österreich zugelassenen Impfstoffe Gardasil und Cervarix gegen HPV-Stämme evaluiert. Danach sollen die Ergebnisse in ein maßgeschneidertes Präventionsprogramm bzw. ein wissenschaftliches Gesamtkonzept eingearbeitet werden. Der letzte Schritt sind dann Gespräche über einen fairen Finanzierungsschlüssel zwischen Bund, Ländern und der Sozialversicherung. Möge das zügig vonstatten gehen!

Infos:
www.gebärmutterhalskrebs.at
www.krebshilfe.net
www.bmgfj.gv.at
www.krebsinformationsdienst.de

Mag. Elisabeth Sorantin







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Zu diesem Artikel gibt es 2 Kommentare

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witchal (06.08.2008 17:25 Uhr)
Wirklich informativ und ausführlich berichtet! Super!

Witti (13.08.2008 15:34 Uhr)
Erhält man sehr ausführliche Informationen!!!

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