Stammzellen
Keine Angst vor Herzinfarkt
Im Falle eines Herzinfarktes sollen Stammzellen die Regeneration des durch die unterbrochene Versorgung geschädigten Gewebes bewirken. Besser noch, es kommt gar nicht zum Infarkt. Heute weiß man nämlich, dass nicht nur Gefäßverengungen ein Risiko darstellen, sondern auch Ablagerungen, so genannte „Plaquebeete“ in den Herzkranzgefäßen, wenn sie sich entzünden. Dabei handelt es sich um eine nicht- bakterielle Entzündung. Das entzündete Gewebe weicht auf, das geschwächte Gefäß reißt – auch bei nur mäßiger Verengung – leicht ein, die Folge ist ein Herzinfarkt. Stammzellen können die entzündeten Gefäße wieder „kitten“. Wie genau, das wird gerade erforscht.
Angeborene Herzklappenfehler
Bis heute werden nur künstliche Herzklappen aus Kunststoff, Schweineherzen oder Organspenden transplantiert. Biologische Ersatzklappen haben aber nur eine begrenzte Haltbarkeit, Klappen aus Kunststoff erhöhen das Risiko von Infektionen und lebensbedrohlichen Blutungen. Für Kinder haben diese Implantate einen weiteren gravierenden Nachteil: Sie wachsen nicht mit. Gelingt es jedoch, eine „neue” Herzklappe aus Stammzellen zu züchten, wird sie in der Lage sein mitzuwachsen. Tierversuche waren bereits erfolgreich. Bevor diese Möglichkeit aber als Standardtherapie eingesetzt werden kann, muss das langfristige Verhalten der „gezüchteten“ Herzklappe noch beobachtet werden.
Kein Ärger mit Prothesen mehr
Die Lebensdauer künstlicher Gelenke ist begrenzt und ein Austausch maximal dreimal möglich. Am Universitätsklinikum an der Technischen Universität Dresden wurde ein Verfahren zur Verlängerung der Lebensdauer von Prothesen entwickelt. Dazu entnimmt man den PatientInnen Stammzellen aus dem Beckenkamm und reichert sie dann mit Wachstumsfaktoren an. So sollen sie sich zu Knochenzellen entwickeln. Dieser Stammzellencocktail wird dann in das Areal rund um die Prothese gespritzt, die dadurch viel besser „anwachsen“ soll. Klinische Studien sind bereits angelaufen.
Hilfe in der Unfallchirugie
UnfallchirurgInnen sehen sich häufig mit großflächigen Verletzungen konfrontiert: Knochenbrüchen, zerrissenen Bändern und Sehnen, Knorpelverletzungen, Bindegewebsschäden. Wie soll das alles wieder heil werden und zusammenwachsen? Noch dazu, wenn viel Knochensubstanz oder Gewebe zerstört worden ist, d. h. schlicht und einfach fehlt. Gelingt es, das benötigte Gewebe nachzuzüchten, dann sollen sich solche Probleme in Zukunft mithilfe von Stammzellen leichter und besser lösen lassen. In der Orthopädie erhofft man sich Hilfe bei Bandscheibenproblemen und bei Knorpelschäden, besonders im Knie.
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