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Winterfest

Abwehrkräfte stärken!

Bären tun es,  Murmeltiere tun es,  viele von uns möchten es am liebsten auch tun: Winterschlaf halten. Die lichtarme Jahreszeit bringt unsere innere Uhr aus dem Takt, Kälte und Nässe fordern die Abwehrkräfte. 10 Tipps, um dem Winter ruhig entgegenblicken zu können.

Angstmacher Schweinegrippe

Soll ich mein Kind gegen Schweinegrippe impfen lassen oder nicht?“ Diese Frage bekamen Österreichs Kinderärzte in den letzten Wochen unzählige Male zu hören. Die Antworten, die besorgte Eltern erhielten, reichten von einem Ja zu dieser Impfung über die Empfehlungen einer Impfung gegen die normale Grippe bis zu einem Nein zu jeglicher Grippeimpfung. Und für alle drei Aussagen gibt es gute Gründe.

Das viel diskutierte Virus

Humanes A/H1N1 heißt das zurzeit weltweit meist diskutierte Virus. Es trat im Frühjahr erstmals in Mexiko auf. Beruhigend: Die durch A/H1N1 ausgelöste sogenannte Schweinegrippe verläuft nach bisherigen Erfahrungen im Allgemeinen recht mild. Weniger beruhigend: Wie bei jeder Grippe kann es zu Komplikationen kommen, die in Einzelfällen tödliche Folgen haben. Nach den bisherigen Erfahrungen treten Probleme vor allem bei Menschen mit chronischen Erkrankungen, bei Schwangeren und bei Menschen mit Stoffwechselerkrankungen auf. Auch bei jungen Menschen führt dieses Virus im Vergleich zur saisonalen Grippe häufiger zu schwereren Erkrankungen.

Die viel diskutierte Impfung

Einzig wirksamen Schutz gegen die Grippe bietet die Impfung. Im Rahmen der Impfaktion in Österreich wird Celvapan, ein vom Pharmaunternehmen Baxter entwickelter Impfstoff, eingesetzt. Er enthält im Gegensatz zu dem in Deutschland für die Bevölkerung genutzten Impfstoff Pandemrix nicht jene Adjuvantien (Wirkverstärker aus Ölen, Wasser und Vitamin E), die einige Ärzte besonders kritisch sehen. Beide Impfstoffe sind von der europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMEA) zugelassen – allerdings unter „außergewöhnlichen Umständen“. Dies deshalb, weil umfassende Studien über die neuen Impfstoffe aufgrund des kurzen Zeitraums von Entwicklung zu Produktion noch nicht möglich waren. Das heißt allerdings keinesfalls, dass mit etwas völlig Unbekanntem geimpft wird. Die neuen Impfstoffe basieren im Prinzip auf den aktuellen Verfahren der Grippeimpfung. Die ersten Studien zeigten, dass die Impfung bei mindestens 70 Prozent der Geimpften Antikörper in solcher Zahl produziert, dass ein wirksamer Schutz gegeben ist. Zu Erfahrungen mit Kindern meint Baxter, dass bei den bisher im Rahmen von Studien geimpften 300 Kindern keine negativen Effekte oder unerwünschte Wechselwirkungen beobachtet worden seien.

Birgt eine Impfung Risiken?

Niemand behauptet, dass eine Impfung so ungefährlich sei wie das Trinken eines Glases Wasser. Der entscheidende Punkt ist, welche Risiken die Grippeimpfung birgt und welche Risiken mit einer Erkrankung verbunden sind. Nach bisher vorliegenden Untersuchungen liegen die Nebenwirkungen der neuen Impfung gegen Schweinegrippe im Rahmen einer üblichen Grippeschutzimpfung. Das heißt, es muss mit geringen Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und erhöhter Temperatur gerechnet werden. Das ist eine normale Reaktion und Zeichen, dass das Immunsystem auf die abgetöteten Viren im Impfstoff reagiert und Antikörper bildet.

Größtes Risiko jeder Impfung und auch jener gegen Schweinegrippe ist eine allergische Reaktion auf Inhalts- und Konservierungsstoffe des Präparates wie Formaldehyd, Benzonase oder Sucrose. Sie kommt in geschätzten ein bis zehn Fällen pro einer Million Impfungen vor. Im allerschlimmsten Fall kann es hier zum sogenannten anaphylaktischen Schock kommen (Reaktion des Immunsystems, die zu Kreislaufzusammenbruch und Ohnmacht führen kann und ohne ärztliche Hilfe lebensgefährlich ist), der rasche ärztliche Hilfe erfordert. Als extrem seltene Nebenwirkungen einer Grippeimpfung werden auch neurologische Störungen genannt, wie das Guillain-Barré-Syndrom, eine Art von Lähmung.

Ob sich andere als die Risikogruppen impfen lassen sollen, ist unter Experten noch umstritten. Die meisten tendieren dazu, der klassischen Impfung gegen die saisonale Grippe den Vorzug zu geben.

Wie gefährlich ist die Schweinegrippe wirklich?

Dass die Impfung umstritten ist, hängt auch damit zusammen, dass sich die Gefährlichkeit der Schweinegrippe mangels ausreichender Erfahrung noch nicht eindeutig beurteilen lässt. Auf die „normale“ und kaum diskutierte Influenza sollen, so schätzt Dr. Wilhelm Sedlak, Impfreferent der österreichischen Ärztekammer und Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Linz, jährlich zwischen 3000 und 4000 Todesfälle zurückzuführen sein. Trotzdem dürfte, so weit sich das nach heutigem Wissensstand abschätzen lässt, das potenzielle Risiko, an Schweinegrippe mit schweren oder tödlichen Folgen zu erkranken, größer als das Impfrisiko sein – womit die Impfung einen Vorteil bringen würde.

Überdies gibt es namhafte Experten, die vor einer Unterschätzung der Gefahren warnen. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Jörg Hacker, fürchtet etwa, dass im Winter schwere Fälle rapid zunehmen werden. Wobei das wirklich große Risiko eine Mutation des Virus ist – quasi die Entstehung eines neuen Virus ähnlich dem der Spanischen Grippe. A/H1N1 trägt dieses Potenzial in sich, und die Möglichkeit dazu steigt mit der Verbreitung der Grippe. Auch zur Eindämmung dieses Risikos einer gefährlichen Mutation wünschen viele Experten eine möglichst breite Impfung.

Kann man sich sonst vor einer Ansteckung schützen?

Das Risiko einer Infektion lässt sich reduzieren. Versuchen Sie Ihr Kind und sich selbst möglichst von großen Menschenansammlungen und unbedingt von offensichtlich erkrankten Personen fernzuhalten, sich von hustenden und niesenden Menschen abzuwenden, Hände häufig zu waschen, mit ungewaschenen Händen nicht die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund zu berühren. Ein neuer Nasenspray (Coldamaris prophylactic) soll – so versprechen erste Studienergebnisse – Krankheitserregern das Eindringen über die Nasenschleimhaut erschweren und so gewissen Schutz bieten.

Schweinegrippe – und was jetzt?

Die Symptome der Schweinegrippe sind ähnlich jenen der saisonalen Grippe: Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Manchmal kommen auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall dazu.

Das Auftreten solcher Symptome ist kein Grund zur Panik, man sollte aber spätestens am nächsten Tag einen Arzt kontaktieren. Er kann durch einen Rachen- oder Nasenabstrich feststellen, ob überhaupt eine Grippe oder eine Schweinegrippe vorliegt. Mit Neuraminidase-Hemmern wie Tamiflu lässt sich die neue Grippe gut behandeln.

Mehr Informationen finden sie im aktuellem Heft!



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