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Himmelstürmer

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Ein Blick in die Sterne kann neue Wege weisen - wenn man weiß, die Zeichen richtig zu deuten. Mag. Gabriela Steiner erlaubt uns im Gespräch über die Astrologie einen Blick hinter die Kulissen, erzählt über die Möglichkeiten des Berufs der Astrologin für Quer- und Wiedersteinsteiger und stellt ihr AstroCollege vor.
Die Astrologie ist die erklärte Leidenschaft der Vizepräsidentin des Österreichischen Astrologenverbandes. Ursprünglich kam sie aus einem ganz anderen beruflichen Bereich: Als Marketingleiterin hatte Mag. Gabriela Steiner in erster Linie mit Wirtschaft, Zahlen und Fakten zu tun. Allerdings will sie diese Seriosität auch der Astrologie nicht absprechen. Ganz im Gegenteil ist Steiner davon überzeugt, dass die Astrologie besser ist als ihr manchmal zu Unrecht geschmälterter Ruf. Der Blick in die Sterne will professionell getätigt sein, nur so ist der von Wert. In diesem Sinne ist Steiner die Ausbildung in ihrer Branche ein wichtiges Anliegen. In ihrer Schule, dem "AstroCollege" lehrt sie systemisch-ganzheitliche Astrologie, eine Kombination aus klassischer und psychologischer Astrologie sowie aus Erfahrungen aus der systemischen Familienaufstellungsarbeit. Vor kurzem feierte Steiner mit ihrem Institut übrigens 10jähriges Jubiläum.


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Wie kamen Sie zur Astrologie?
Gabriela Steiner
Das Thema hat mich immer interessiert. Ich habe Betriebswirtschaft studiert und war Marketingleiterin. Eines Tages bekam ich zum Geburtstag einen Gutschein für eine astrologische Beratung. Da war ich ganz schön erstaunt, was aus so einem Horoskop über mich heraus zu lesen war. Als diese Astrologin mich eines Tages über eine einjährige Ausbildung informierte, meldete ich mich kurzerhand an und lernte zunächst hobbymäßig Astrologie. Dabei blieb es aber nicht, denn je mehr ich mich darin vertiefte, umso spannender wurde es und umso deutlicher wurde für mich, wie stimmig das Horoskop ist. Eines Tages startete ich neben dem Beruf mit beratender Tätigkeit, und irgendwann kam der Punkt, wo ich mich hauptberuflich auf die Astrologie einließ.


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Was ist denn das Besondere an der Astrologie? Und was hat Ihre Arbeit mit Zeitungshoroskopen zu tun?

Gabriela Steiner
Professionelle Astrologie, wie ich sie betreibe, ist ein hervorragendes Instrument, um mit einem einzigen Blick ins Horoskop einen Menschen in der Gesamtheit seiner Anlagen, Fähigkeiten und Lebensthemen zu erfassen. Man erkennt sehr schnell, wie eine Person „tickt“, welche Begabungen sie hat, welche Schwierigkeiten immer wieder das Leben erschweren und wie diese in den Griff zu bekommen sind. Eigentlich liegt im Horoskop schon der Schlüssel, die Lösung für alle Fragen. Mit Zeitungshoroskopen hat das nur sehr wenig zu tun, denn man benötigt für ein professionelles Horoskop neben Geburtstag und Geburtsort auch die genaue Geburtsminute, die man am Geburtenregister erfragen kann. Ein  allgemeines Horoskop für die 12 Sternzeichen betrachtet aber nur den Stand der Sonne und ganz grob die Lage der anderen Planeten im Verhältnis zu ihr – das ist wie ein einzelner Puzzle-Stein im Verhältnis zum gesamten Puzzle -Bild mit 2 Billionen Steinen.  


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Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus?

Gabriela Steiner
Bei der Astrologie allein ist es nicht geblieben. Natürlich biete ich hauptsächlich astrologische Beratung in allen Lebensfragen an und habe seit einiger Zeit auch eine eigene astrologische Schule, das AstroCollege Steiner, wo man vom Hobbykurs bis hin zum diplomierten „AstroProfessional“ lernen kann, Horoskope selbst zu deuten. Aber es genügt nicht, den Menschen etwas über ihre Zukunft zu sagen oder welche Begabungen sie haben oder wo ihre Lebensaufgaben liegen. Man muss ihnen auch aus einer Sackgasse heraushelfen. Und so absolvierte ich zusätzlich eine umfassende Ausbildung für Familienaufstellungen und Organisationsaufstellungen, etwas später kam dann die Ausbildung zum diplomierten Lebens- und Sozialberater hinzu. Alle drei Bereiche, die Astrologie, die Aufstellungsarbeit und die Lebensberatung lassen sich wunderbar miteinander kombinieren, man kann bei mir aber auch jede Methode für sich allein in Anspruch nehmen. 


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Welche Menschen kommen zu Ihnen?

Gabriela Steiner
Es kommen Menschen, die Hilfe suchen, weil sie berufliche oder gesundheitliche Probleme oder Schwierigkeiten in der Partnerschaft und Familie haben. Viele haben schon vorher mehr oder weniger erfolglos andere Möglichkeiten ausprobiert, um zu einer Lösung ihrer Probleme zu kommen. Manche lassen sich auch einen günstigen Hochzeitstermin oder Operationstermin ausrechnen. Und es sind aufgeschlossene Menschen, die erkannt haben, dass es noch etwas mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als der Mensch mit seinen heutigen technischen Möglichkeiten verstehen und erklären kann.  


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Wie erklären Sie sich dann, dass Astrologie so oft belächelt und als Humbug gesehen wird?

Gabriela Steiner
Das liegt an der Unwissenheit der Menschen, was Astrologie wirklich ist. Ich habe inzwischen für Astrologie wesentlich mehr gelernt als für mein ganzes Wirtschaftsstudium, und es gibt immer noch viel zu erfahren. Vielfach wird Astrologie immer noch mit Kartenlegen und dem Blick in die Glaskugel verwechselt. Dabei hat sie damit genau Null zu tun. Ein Astrologe erstellt auf Basis astronomischer Berechnungen ein Horoskop und schöpft sein Wissen für die Interpretation aus einer 5000 Jahre alten Beobachtungslehre. Viele bezweifeln, dass Sterne einen Einfluss auf uns Menschen auf der Erde haben. 
Und dies zurecht, denn es geht bei der Astrologie nicht um irgendwelche Strahlen, die die Planeten auf die Erde senden, sondern um Synchronizität. Mittlerweile hat auch die Physik erkannt, dass eine gewisse Struktur oder Dynamik im Makrokosmos sich auch im Mikrokosmos widerspiegelt. Es geht um die Gleichzeitigkeit von Phänomenen in großen und kleinen Strukturen unseres Kosmos. Die Chaostheorie mit ihren Fraktalen ist schon vor über 16 Jahren auf erstaunliche Ergebnisse gestoßen. Es ist ein „Wie oben – so unten“, und wir arbeiten in der Astrologie mit Zeitqualität. So wie eben der Zeiger einer Uhr auch nicht die Zeit macht, sondern nur anzeigt, so zeigen uns die Stellungen der Planeten etwas an, das in den Geschehnissen hier auf der Erde auch eine bestimmte Entsprechung findet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die einmal bei einem guten Astrologen waren, nachher anders über Horoskope denken. Es liegt in der Natur des Menschen, dass wir all jenem gegenüber, das uns fremd ist, misstrauisch sind. 


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Sie sagen, Sie bieten Ausbildungen an. Kann denn jeder Astrologe werden?

Gabriela Steiner
Jeder, der sich dafür interessiert und bereit ist, mindestens zwei bis drei Jahre Zeit in so eine Ausbildung zu investieren. Man braucht keinerlei Vorkenntnisse. Aber das Lesen eines Astrologie-Buches oder der Besuch eines Wochenend-Kurses ist natürlich zu wenig. 


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Was ist das Besondere an Ihrem AstroCollege?

Gabriela Steiner
In meiner Schule lernt man systemisch-ganzheitliche Astrologie. Sie vereint die Grundlagen aus der klassischen Astrologie und der psychologischen Astrologie sowie die Erfahrungen aus der systemischen Familienaufstellungsarbeit. Es gibt zur Grundausbildung weiterführende Spezialkurse wie die Astromedizin, das Partnerschaftshoroskop oder astrologische Berufsanalyse sowie alle wichtigen Prognose-Techniken, sodass der Absolvent der 2-jährigen Diplomausbildung mit einem umfassenden Wissen ausgestattet ist, um jedes Horoskop zu deuten. Wer aber Astrologie nur für sich selbst und sein näheres Umfeld anwenden will, kann sich auch in der einjährigen Hobby-Ausbildung Grundkenntnisse aneignen. 


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Sie sind auch Vizepräsidentin des Österreichischen Astrologenverbandes, den Sie mitbegründet haben. Wofür ist so ein Verein gut?

Gabriela Steiner
Es erschien mir damals, vor fast 13 Jahren, notwendig, dass die Öffentlichkeit davon erfährt, was professionelle Astrologie wirklich ist. Außerdem lag mir daran Qualitätskriterien für eine seriöse Beratung zu schaffen, um für den Kunden nachvollziehbar die Spreu vom Weizen zu trennen. Es gibt ja leider auch unter den Astrologen einige, die mit sehr wenig Wissen und noch weniger Verantwortungsbewusstsein auf ratsuchende Menschen losgehen und mit fraglichen Prognosen die Leute zutiefst verunsichern. Wir bemühen uns daher als Verband auch um die Vermittlung astrologischen Fachwissens an angehende Astrologen sowie um einen regen Erfahrungsaustausch untereinander.  


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Was ist Ihr berufliches Ziel?

Gabriela Steiner
Mein Wunsch wäre, dass der Gang zum Astrologen gesellschaftlich gleichermaßen akzeptiert wird wie die Konsultation eines Psychotherapeuten. Es gibt viele Wege, um Menschen in ihren aktuellen Fragen weiterzuhelfen. Ich arbeite daran, meine Astrologie-Schule weiter zu etablieren, um möglichst viele, gut ausgebildete Astrologen hervorzubringen. Das ist der beste Weg, um der Astrologie zu einem positiven Image in der Gesellschaft zu verhelfen. 


Zur Person

Mag. Gabriela Steiner, Diplom-Astrologin und Leiterin Astro-College in Mödling
Vizepräsidentin des Österreichischen Astrologenverbandes
Diplomierte Lebens- und Sozialberaterin und Leiterin von Familienaufstellungen, Horoskop- und Organisationsaufstellungen



Text: Johanna Kröner
Foto: Photosani - shutterstock.com

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