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Perfekte Pflege für Babys Po


Rund 6000 Mal wird ein Kind gewickelt. Mit der richtigen Ausrüstung und Technik wird das Windelwechseln auch beim ersten Kind schon nach kurzer Zeit zum Selbstläufer.




Mit dem ersten Stillen fällt der Startschuss für Babys Verdauung. Im Bäuchlein Ihres Kindes regt sich nun einiges. Zwangsläufig wird dann auch das kleine und das große Geschäft erledigt. Das Kleine muss folglich regelmäßig gewickelt werden. Beim ersten Kind kommt einem das anfangs noch vor wie eine Wissenschaft für sich. Mamis und Papis haben dann Angst, etwas falsch zu machen. Das führt zu Hemmungen. Lassen Sie sich versichern, mit etwas Übung klappt es ganz schnell wirklich gut. Und wer auf Nummer sicher gehen will, der lässt sich in einem Kurs oder von seiner Hebamme die Kniffe zeigen.

Wickeltisch
Sie sollten die Ausrüstung fürs Windelwechseln schon vor der Geburt gekauft und aufgebaut haben. Die Basis dabei bildet die Wickelkommode. Sie hat den großen Vorteil gegenüber einem Wickeltisch, dass dank der (zahlreichen) Schubladen alle wichtigen Utensilien in greifbarer Nähe sind. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Arbeitsfläche eine angenehme Höhe für Sie und Ihren Partner hat. Schließlich wird es in den nächsten Wochen und Monaten mehrmals am Tag Ihr Arbeitsbereich. Wenn Sie sich für einen Wickeltisch entscheiden, dann sorgen Sie dafür, dass Sie mit einem Regal oder einer zusätzlichen Kommode möglichst viel Stauraum in unmittelbarer Nähe haben. Zur Standardausrüstung gehören einige weitere Dinge.

Hierzu zählt zunächst einmal die Babyunterlage. Sie sollte dick und weich sein, damit sich Ihr Kind auch beim Wickeln wohl fühlt. Ein absolutes Muss ist die Abwaschbarkeit. Denn egal wie gut Sie auch aufpassen, es kann schon mal etwas daneben gehen. Direkt an der Wickelkommode ist der Windelkübel platziert. Für die Entsorgung kaufen Sie am besten eine luftdicht verschließbaren Eimer, in dem Sie Mülltüten nutzen. Das gilt auch für den Fall, dass Sie Ihr Kind mit Stoffwindeln wickeln. Es ist einfach hygienischer. Weiters gehören Waschlappen, frische Windeln und eine Schüssel in Ihren Aktionsradius an der Wickelkommode. Die Schüssel wird vor dem Windelwechsel mit warmem Wasser gefüllt. Alternativ zu Waschlappen und Schüssel können Sie selbstverständlich auch Reinigungstücher nutzen.

Windeln
An der Windel scheiden sich die Geister. Es gibt Verfechter der konventionellen Stoffwindeln und Anhänger der Einmalwindeln. Um eins vorwegzunehmen: Das häufig angeführte Ökologie-Argument für die Stoffwindel zieht nicht! Ja, die Einmalwindel ist ein klassisches Wegwerfprodukt. Bei durchschnittlich 6000 Wickelvorgängen pro Kind kommt so ein kleiner Müllberg zusammen. Allerdings haben Praxistests ergeben, dass die Belastung für die Umwelt durch das ständige Waschen der Stoffwindeln ebenso groß ist. Während es also beim Schutz der Natur ein Unentschieden gibt, punktet die Stoffwindel bei den Kosten. Die sind zunächst je nach Qualität und Material durchaus ansehnlich. Gleichwohl machen sich die Einmalwindeln auf Dauer im Portmonee bemerkbar.

Insbesondere dann, wenn der Faktor Zeit bei Ihnen eine Rolle spielt, hat die Einmalwindel klare Vorteile. Denn sie muss nicht gewaschen und aufgehängt werden. Unterm Strich haben beide Varianten ihre Vorteile und es kommt letztlich in der Praxis eben auch darauf an, mit welchem Modell Sie besser zurechtkommen. Die Hersteller von beiden Produkten entwickeln ihre Windeln übrigens regelmäßig weiter. Aus den Einmalwindeln der 60er Jahre sind heute regelrechte High-Tech-Produkte geworden, die mit Auslaufschutz, starkem Saugkern und Spezialarchitektur die empfindliche Babyhaut optimal schützen und zudem einer Hüftfehlstellung vorbeugen soll. Auch die Produzenten der Stoffwindeln haben inzwischen eine Auswahl von Materialien und Systemen am Programm. Es gibt sie mal ganz einfach zum Binden, daneben bereits vorgefaltete oder vorgeformte Modelle. Auch bei den Verschlüssen gibt es Unterschiede. Im Fachhandel – etwa einem Babyladen oder speziellen Bio-Läden – können Sie sich beraten lassen.

Reinigungstücher
Die Reinigungstücher sind die moderne Alternative zum klassischen Waschlappen. Dank der wiederverschließbaren Aufbewahrungsboxen bleiben sie feucht und sind stets einsatzbereit. Bitte nutzen Sie ausschließlich Tücher, die explizit für Babys gedacht sind. Denn die Inhaltsstoffe der Feuchtigkeitslösung sind extra auf die zarte Säuglingshaut abgestimmt. Zudem haben Sie bitte ein Auge auf eben diese Inhaltsstoffe. Auch wenn diese möglichst sanft sind, können sie unter Umständen doch Allergien auslösen. Das gilt nicht nur für die klassischen Konservierungsmittel, die trotz der bekannten Risiken immer wieder in Babypflegeprodukten auftauchen. Sondern auch für natürliche Inhaltsstoffe. Deshalb schauen Sie sich am besten nach parfumfreien, konservierungsmittelfreien Produkten. Die Lösung der Feuchttücher sollte zu deutlich mehr als 90 Prozent aus Wasser bestehen. Alkohol ist absolut tabu!

Richtig wickeln
Wenn Sie Ihr Baby auf den Wickeltisch gelegt und die alte Windel entfernt haben, sollten Sie ruhig mal einen Blick auf die Konsistenz und Farbe des Stuhlgangs werfen. So können Sie Unregelmäßigkeiten und damit eventuelle Probleme Ihres Kleinen frühzeitig erkennen. Mit einem feuchten Waschlappen (nur lauwarmes Wasser, keine Reinigungsmittel) entfernen Sie die Reste vom Stuhlgang und eventuell noch anhaftender Creme oder Salbe. Bei Mädchen immer von der Scheide weg die Wischbewegung ausführen. Mit einem weiteren Waschlappen oder Tuch trocknen Sie dann den gereinigten Bereich ab.

Dann kann die neue Windel angelegt werden. Ordentlich pudern und cremen – das ist ein Mythos von gestern! Inzwischen gilt, dass die Haut nur dann mit einer sanften Creme behandelt wird, wenn eine erkennbare Reizung oder Trockenheit vorhanden ist. Beides ist durchaus an der Tagesordnung, gerade in den ersten Monaten. Denn die Haut des Kleinen ist ja noch ganz empfindlich und wird unter anderem durch den Harnstoff gereizt. Bei einer „normalen“ Rötung können Salben mit Panthenol und Zink verwendet werden. Bei Trockenheit ist der Griff zu einer rückfettenden Babycreme das Beste.

Wichtig:
Der Scheidenbereich des Mädchens ist beim Eincremen auszusparen! Wird aus der einfachen Reizung eine ausgewachsene Windeldermatitis, dann muss gehandelt werden. Im Zweifelsfall holen Sie sich Rat bei Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt. Auf jeden Fall müssen die Windeln mindestens alle drei Stunden gewechselt werden. Die Haut muss sorgfältig gereinigt und getrocknet werden – besonders auch die Falten. Je nach Schwere der Dermatitis müssen Sie spezielle Wundsalben, die unter anderem Zink enthalten, einsetzen. In schweren Fällen wird Ihnen Ihr Arzt eine Salbe mit einem bakterien- und pilzhemmenden Wirkstoff für Ihr Kind verschreiben.

Text: Mag. Celina Thimm
Bild: Oksana Shufrych/ Shutterstock.com







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