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Wenn Babys Haut juckt


Schuppige Hautprobleme und Akne sind bei unseren Jüngsten keine Seltenheit. Eine Reihe von Hautveränderungen machen ihnen zu schaffen. In manchen Fällen ist es unbedingt notwendig, dass Sie den Kinderarzt aufsuchen.





So samtig weich und zart wie die Haut Ihres Babys ist, so extrem empfindlich ist sie. Als Eltern können Sie noch so gut aufpassen und sich um die schützende Hülle Ihres Kleinen kümmern, vorübergehende Hautreaktionen und –reizungen sind fast nicht zu vermeiden. Wichtig: In den allermeisten Fällen hat das nichts mit mangelnder Hygiene oder Sorgfalt zu tun! Vielmehr gibt es für Babys und mit Einschränkungen Kleinkinder ganz typische Erscheinungen auf der Haut, die so in den späteren Jahren nicht mehr auftreten werden. Ganz wichtig ist es, dass Sie ruhig bleiben, wenn eine Veränderung der Haut auftritt. Und, dass Sie lieber einmal öfter den Kinderarzt konsultieren als zu wenig.

Babyakne
Wer glaubt, dass Pickel typisch für Teenager in der Pubertät ist, der wird als frischgebackene Eltern überrascht sein. Denn immerhin rund ein Fünftel aller Babys hat Babyakne. Typisch ist, dass sie in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt auftritt. Wie bei den größeren Menschen in der Pubertät ist auch die Umstellung des Hormonhaushaltes bei den Kleinsten die Ursache für die Mitesser und Pickelchen – bei Jungen übrigens statistisch deutlich öfter als bei Mädchen. Im Normalfall müssen Sie bei der Babyakne nichts weiter unternehmen und die Hautveränderungen verschwinden spätestens nach einigen Wochen wieder von alleine.

Ekzeme
Wie jeder andere Mensch auch, können sich auf Babys Haut Veränderungen zeigen, die durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufen werden. Allen voran sind dies Reaktionen auf Substanzen, denen die noch sehr empfindliche Haut ausgesetzt ist. Es muss nicht immer eine Allergie dahinter stecken. In manchen Fällen reizen einfach die Inhaltstoffe von Pflege produkten oder Waschmittel. Dann reicht ein Wechsel des Produktes. Nicht ganz so einfach verhält es sich, wenn Ihr Kind an einer Dermatitis oder einem Ekzem (schuppige Dermatitis) leidet.

Ausgelöst werden diese – etwa bei der Windeldermatitis oder dem Seborrhoischen Ekzem – durch eine übermäßige Besiedlung bestimmter Hautregionen mit Hefepilzen. Alles, was über eine einfache Hautreizung oder –rötung hinaus geht, sollte sich Ihr Kinderarzt anschauen. Das geübte Auge des Mediziners kann häufig schon auf den ersten Blick erkennen, ob und wie therapiert werden muss. Außerdem kann er sie optimal beraten und Ihnen das richtige Medikament verschreiben.

Feuermal
Da hat der Klapperstorch aber ordentlich zugepackt, als er Ihr Baby gebracht hat ... Der sogenannte „Storchenbiss“ ist lange im Volksmund so erklärt worden. Er zeigt sich mit einer deutlichen Rotfärbung am Kopf des Babys, meist am Hinterkopf und dort im Bereich des Haaransatzes und knapp darunter. Dieses Hautmal ist eine gutartige Veränderung der Kapillargefäße, die in diesem Bereich erweitert sind. Durch den stärkeren Durchfluss des Blutes in Verbindung mit der noch sehr dünnen Säuglingshaut kommt es zu der partiellen Rotfärbung. Befindet sich das Baby in einem Erregungszustand – etwa beim Schreien, dann wird der Fleck aufgrund der gesteigerten Durchblutung dunkler. Das Feuermal tritt meist nur als Hautmal auf, ist somit klein und grenzt sich klar von der umliegenden Haut ab. Seltener ist es an anderen Körperpartien als dem Kopf zu finden. In den allermeisten Fällen schwächt sich ein Feuermal in den ersten Monaten ab und verschwindet zum Ende des ersten Lebensjahres komplett. Falls es bleibend und störend ist, können Ärzte korrigierend mit einem Laser behandeln.

Milchschorf
Eines der wirklich typischen Hautprobleme unserer neuen Erdenbürger ist der Milchschorf. Dabei handelt es sich um gelbliche bis weißliche Schuppen, die sich ausschließlich auf der Kopfhaut bilden. Manchmal wirken diese Schuppen fast krümmelig. Es kann auch vorkommen, dass der Bereich zu nässen beginnt. Der Name Milchschorf entstammt dem Aussehen dieses Ekzems, denn teilweise wirken die Hautschuppen wie die Reste von übergekochter Milch auf dem Herd. Mit der Muttermilch und dem Stillen hat der Milchschorf gar nichts zu tun. Es handelt sich dabei auch um keine allergische Reaktion auf Milch- oder Milchprodukte.

Inzwischen spricht man, um einer Verwechslungsgefahr vorzubeugen, deshalb auch immer öfter vom Säuglingsekzem. Für die betroffenen Kinder ist es unangenehm, besonders belastend ist der Juckreiz. Der kann dazu führen, dass der Schorf bei eingerissenen Stellen abgekratzt wird. Das sollte aber möglichst vermieden werden, die Babyhaut ist gestresst genug und sollte in Ruhe abheilen. Die Symptome des Säuglingsekzems können auch ein erstes Anzeichen für eine beginnende Neurodermitis sein. Deshalb gilt, anders als noch vor einigen Jahren, die Devise: Tritt der Milchschorf auf, sollten Sie mit Ihrem Kind beim Kinderarzt vorbeischauen. Der kann Ihnen auch individuell Tipps geben, wie Sie die Symptome bei Ihrem Kind lindern können.

Milien
Wie bei der oben bereits beschriebenen Babyakne haben die Milien auch ihre Ursache in der Hormonumstellung nach der Geburt. Auf der Haut Ihres Kindes treten dann kleine Punkte auf, die weiß bis hellgelb wirken. Diese Milien sind kleine mit Hornmaterial gefüllte Zysten. Aufgrund Ihres Aussehens werden sie auch Grießkörnchen, Grießkörner oder Hautgrieß genannt. Besonders betroffen sind die Partien um Augen und Nase. Allerdings treten die Milien durchaus auch an anderen Körperbereichen auf. Ebenfalls wie bei der Babyakne verschwinden auch die Milien nach wenigen Wochen wieder, ohne dass Sie etwas unternehmen müssten.


Text: Mag. Celina Thimm
Bild. Miltarart/ Shutterstock.com







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