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Vegetarische Ernährung für Babys



Dem gegenüber stehen die Empfehlungen, Babys im Beikostalter spätestens Ende des 7. Monats fleischhältigen Gemüsebrei zu geben – und das ca. sechsmal pro Woche. Angesichts der BSE-Krisen und Hormonskandale wollen viele, nicht nur selbst vegetarisch lebende Mütter, lieber länger als kürzer auf Fleisch verzichten. Immer wieder hört man jedoch von negativen Folgen, unter denen vegetarisch ernährte Babys noch im Erwachsenenalter leiden.


Abschreckendes Beispiel

Als abschreckendes Beispiel wird hier auf Fälle hingewiesen, in denen die Eltern – und somit auch die stillende Mutter – sich extrem unausgewogen, (fast) gänzlich ohne tierische Lebensmittel ernähren. Bei veganer Ernährung, makrobiotischer Kost oder Rohkost ist es schwer, ausreichend Vitamin B12, Eisen, Kalzium und Eiweiß zu sich zu nehmen.
Lang gestillte und mit rein pflanzlicher Beikost ernährte Kinder können in diesen Ausnahmefällen unterversorgt sein, apathisch werden und eventuell sogar lebenslang unter den so entstandenen Schäden des Nervensystems leiden.


Es geht allerdings auch weniger extrem

Wenn Sie sich selbst moderat vegetarisch (ovo-lakto-vegetabil) ernähren und in der Beikost Ihres Babys - aus welchem Grund auch immer - auf Fleisch verzichten wollen, so ist das durchaus möglich, aber nur dann empfehlenswert, wenn Sie dabei auf eine gezielte Lebensmittelauswahl achten.
Die größte Herausforderung bei fleischloser Ernährung stellt die Deckung des Eisenbedarfs dar, denn Fleisch ist eine wichtige Eisenquelle. Eisen kann aus Fleisch besonders gut aufgenommen und verwertet werden, da es in einer Form vorliegt, wie sie im roten Blut- und Muskelfarbstoff vorkommt und in unserem Körper benötigt wird.

Außerdem erhöhen kleine Mengen an Fleisch in einem Gemüsebrei auch die Ausnutzbarkeit des Eisens aus den pflanzlichen Lebensmitteln. Daher werden die benötigten Mengen speziell im Säuglingsalter auf ca. 6 kleine Portionen pro Woche aufgeteilt, um eine gleichmäßig gute Versorgung zu gewährleisten.

Warum ist Eisen für Ihr Baby so wichtig

Eisen wird von unserem Körper ständig benötigt, da es als Bestandteil des roten Blutfarbstoffs für die Sauerstoffversorgung verantwortlich ist und in vielen wichtigen Enzymen eine Rolle spielt.
Erwachsene müssen nur die täglichen Eisenverluste (z.B. Verluste bei der Bluterneuerung) ausgleichen. Säuglinge brauchen hingegen in Relation mehr Eisen, da sie dem Wachstum entsprechend auch eine vergrößerte Menge an Blut bilden müssen. Deshalb hat die Natur vorgesorgt und das Kind noch vor der Geburt seine Eisenspeicher (in Leber, Knochenmark und Milz) aufgefüllt.

Nach einigen Monaten sind diese Speicher verbraucht und das Kind muss das weitere - allerdings etwas langsamere Wachstum - ausschließlich mit dem Eisen aus der Nahrung bestreiten. Es soll daher vom 4. Monat (anfangs nur durch Muttermilch) an bis zum 7. Lebensjahr täglich 8 mg Eisen mit der Nahrung zu sich nehmen.

Die Mengen, die ein 7-jähriges Kind essen kann sind jedoch bedeutend höher als die Nahrungsmenge, die Babys bewältigen können. Daher kommt der Verwertbarkeit des Eisens in der Säuglingskost so eine wichtige Rolle zu.


Muttermilch deckt die Grundversorgung

Muttermilch enthält zwar nur geringe Mengen, dafür aber sehr gut verwertbares Eisen in Form von Lactoferrin. Sofern Sie also stillen und nicht selbst durch jahrelange einseitige Ernährung Ihre Eisenspeicher geleert haben, ist die Grundversorgung Ihres Kindes sicher.
Milch und Milchprodukte (oder Eier) enthalten jedoch nur wenig ausnutzbares Eisen, sodass Säuglingsmilchnahrungen speziell mit Eisenverbindungen angereichert werden, die möglichst gut ausnutzbar sind. Daher sind bei der Gabe von Muttermilch oder industrieller Säuglingsflaschennahrung im ersten Lebensjahr keine schweren Eisenmangelzustände zu befürchten.

Bekäme Ihr Kind aber über einen längeren Zeitraum nicht genug Eisen, so kann es zu Blutarmut kommen und in weiterer Folge zu Wachstums- und Intelligenzentwicklungsstörungen. Als erste Alarmzeichen gelten Müdigkeit und Blässe. Manchmal lässt sich auch beobachten, dass nicht optimal versorgte Kinder außergewöhnlich viel essen, um durch die größeren Menge einen Mangel zu verhindern.


Genügend Eisen ohne Fleisch

Im Gegensatz zum zweiwertig vorliegenden Eisen aus Fleisch kann das dreiwertige Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln viel schlechter aufgenommen werden. Verbessern lässt sich die Eisenausnutzung durch gleichzeitigen Verzehr von Vitamin-C-reichen Gemüse- oder Obst-sorten.
Normalerweise wird Kindern als 1. Beikost ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei empfohlen.

Unser Rezept für den täglichen, eisenreichen vegetarischen Mittagsbrei enthält als Basis ein eisenreiches Getreide wie Hirseflocken (Babybrei) oder Haferschleim. Ergänzt wird es durch eisenreiche Gemüsesorten, z.B. Hülsenfrüchte, Spinat, Schwarzwurzel, Fenchel oder Karotten. Durch die Zugabe von Vitamin-C-reichem Fruchtsaft, z.B. Orangensaft (für allergiegefährdete Kinder besser Apfel-Karottensaft), wird die Ausnutzbarkeit von Eisen fast verdoppelt und der eines Fleischbreies angeglichen.

Da Milch in der gleichen Mahlzeit die Ausnutzung des Eisens herabsetzt, soll dieser Brei milchfrei sein. Mandelmus und gemahlener Sesam sind ebenfalls gute Eisenquellen, sollen jedoch aufgrund des Allergiepotentials von Nüssen und Samen den Brei erst für Kleinkinder nach dem 1. Lebensjahr ergänzen. 


Foto: vitmark/Shutterstock.com




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