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Gut versorgt ist halb gewonnen


Drehende Rotorblätter und ein über ihn gebeugter Rettungsarzt

… das ist das Letzte, was Bernd B. noch mitbekommt, bevor er in die Bewusstlosigkeit gleitet. Dabei wollte der 37-jährige Vater dreier Kinder sich doch einfach einmal ein freies Schi- Wochenende abseits des Alltags mit Kindern und Arbeit gönnen. Der schwere Sturz gleich am ersten Tag bereitet dem sportlichen Unterfangen ein jähes Ende. Schlimmer noch: Bernd B. reißt zwei weitere Schifahrer mit sich. Alle drei Betroffenen müssen mit dem Rettungshubschrauber ins nächste Krankenhaus geflogen werden.

Dramatische Folgen

Bernd muss längere Zeit im Krankenhaus bleiben. Erst danach wird klar, welch weit reichende Folgen dieser eine Fahrfehler für seine ganze Familie hat. Zunächst ist da eine Rechnung über mehrere tausend Euro für die Hubschrauberbergung – die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt bei Unfällen nämlich nur die Kosten der medizinischen Behandlung. Dann kommen Forderungen der beiden anderen Opfer, deren Kosten Bernd ebenfalls decken soll. Schließlich wird klar, dass der Alleinverdiener wegen bleibender gesundheitlicher Schäden nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. Mit der kleinen gesetzlichen Rente findet die Familie unmöglich das Auslangen – also muss Bernds Ehefrau nach einer langen Babypause versuchen, schnell wieder einen Job zu finden. Was für ein Glück, dass diese Geschichte fiktiv ist. Allerdings passieren Unglücksfälle wie dieser täglich … und sie können jeden treffen. Zu jeder Zeit!

Fehlende Vorsorge

Ein kleiner Fehler hat oftmals fatale Folgen – Folgen, die durch einen ungenügenden Versicherungsschutz in ihrer Dramatik noch steigen. Denn: Was die Durchschnittsfamilie an Basisversicherungen abschließt, ist allzu oft nicht an die Anforderungen angepasst. Mit einer Unfallversicherung, eventuell einer Zusatzkrankenversicherung und einem Schutz gegen Berufsunfähigkeit hätten in unserem Fallbeispiel die schlimmsten finanziellen Folgen des Schiunfalls abgefedert werden können.

„Mir wird schon nichts passieren“…

Die Statistik widerlegt die „Mir-wirdschon- nichts-passieren“-Mentalität deutlich. Mehr als 800.000 Unfälle ereignen sich Jahr für Jahr in Österreich, 171.000 davon betreffen Kinder. Über 210.000 Menschen müssen in unserem Land mit unfallbedingten Langzeitschäden leben. Und in jeder einzelnen Woche des Jahres stirbt ein Kind an den Folgen eines Unfalls.

Schutz anpassen

Ein Leben ohne Risiko gibt es nicht. Gerade deshalb müssen sich Eltern ihrer Verantwortung stellen und die wichtigsten Risiken absichern. Dafür heißt es weder Versicherungsexperte werden noch das halbe Einkommen in Prämien investieren. Es reicht, den bestehenden Versicherungsschutz – vielleicht zusammen mit Experten – zu überprüfen und allenfalls zu ergänzen. Mag. Daniela Ebeert, Sprecherin des Versicherungsverbandes Österreich, kennt das Phänomen, dass Familien oft noch mit einem Single-Schutz leben: „Da gibt es dann – hoffentlich – eine Haushaltsversicherung für den gemeinsamen Wohnsitz, aber gerade Alters- und Gesundheitsvorsorge sind Themen, die komplex erscheinen und die man daher leider gerne etwas hinausschiebt.“

Bonus für Familien

Die gute Nachricht: Familien sind attraktive Kundschaft für Versicherungen, deshalb gibt es viele Möglichkeiten, mit Angeboten Geld zu sparen. So bieten einige Unternehmen an, während der Karenzzeit die Prämienzahlung für Lebensversicherungen auszusetzen – ohne dabei den Versicherungsschutz zu verlieren. Der Nachwuchs wird für das erste Lebensjahr oft kostenlos in bestehende Unfallversicherungen mit aufgenommen. Und Kfz-Versicherer bieten Zuckerln wie die Übernahme der Leihgebühr für Kindersitze oder einen Rabatt auf familienfreundliche Minivans an. Der Vergleich lohnt sich also. Überhaupt sollten Vorsicht und Vorsorge schon von klein auf ein großes Thema sein. Gut gelöst hat dies die so genannte Babypatenschaft von Wüstenrot: Um nur EUR 47 kann man die kleinsten Familienmitglieder rundum absichern und versorgen. Dieses Kombi- Paket beinhaltet Bausparen, Pensionsund Unfall-/Krankenvorsorge in einem. Zukunftsplanung von der Wiege bis zur Pension: drei auf einen Streich!

Unfälle absichern

Wie das Beispiel von Bernd B. zeigt, sind vor allem Unfälle in der Freizeit durch die gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen nur mäßig gedeckt. Noch gravierender wird das, wenn der Unfall während eines Urlaubs im Ausland passiert. Eine Unfallversicherung deckt dann vor allem jene Kosten ab, die unsere Krankenkasse nicht zahlt: insbesondere Transportkosten und Rettungsaktionen. „Empfehlenswert ist eine Familien- Unfallversicherung, da diese meist wesentlich billiger ist als einzeln für jedes Familienmitglied abgeschlossene Polizzen“, rät die Familienschutz-Expertin bei der Zürich Versicherungen AG, Mag. Silvia Kuschela. Das Schöne daran: Ist die Familienversicherung einmal abgeschlossen, werden alle weiteren Kinder meistens kostenlos mit aufgenommen. Da lohnt sich die Großfamilie …

Einmal gut durchrechnen

Ein heikles Thema bei der Unfallversicherung sind die Höhe der Versicherungssumme und die Progression. Eine Progression von 400 Prozent und eine Summe von EUR 100.000 bedeuten beispielsweise, dass bei einer Invalidität von 100 Prozent die vierfache Summe ausbezahlt wird, also 400.000 Euro. Zu sehen ist das als Startfinanzierung für das neue Leben nach einem schweren Unfall. Damit können Kredite abbezahlt, Umbauten finanziert und der Lebensunterhalt gestützt werden.

Rente statt Beruf

Sollte ein Unfall tatsächlich dazu führen, dass man nicht mehr arbeiten kann, kommt eine weitere Versicherung ins Spiel: die Berufsunfähigkeits-Versicherung. Das ist nichts anderes als eine private Rente, die dann ausbezahlt wird, wenn man nach einem Unfall im angestammten Beruf nicht mehr oder nicht mehr vollständig tätig sein kann. Diese Rente ist in manchen Unfallversicherungen bereits enthalten, ebenso in gewissen Modellen der Lebensversicherung. Auch hier gilt es also, die Polizzen genau zu studieren und auf mögliche Lücken im Versicherungsschutz zu achten.

Ableben absichern

Womit wir beim schwierigen Thema Lebensversicherung wären. Da gibt es Modelle wie Sand am Meer: reine Ablebensversicherungen mit Einmalzahlung oder Rente, Erlebensversicherungen in beiden Varianten und diverse Formen des Kapitalsparens. Welche Form der Lebensversicherung passt, hängt von vielen Faktoren ab: Wie hoch darf die Prämie sein? Welchen Schutz brauche ich, den nicht schon andere Versicherungen bieten? Und möchte ich nur Risiken abdecken oder mit meinem Kapital auch für die Zukunft vorsorgen? Ein Gespräch mit Versicherungsberatern lohnt sich auch hier. Die richtige Summe Großen Diskussionsstoff liefert auch die Versicherungssumme. Der Ablebensschutz sollte etwa drei bis fünf Brutto- Jahresgehälter betragen, lautet eine Faustregel. „Wenn auch Kredite vorhanden sind, sollte nach der Abdeckung des Kredites noch Geld für die Familie – zum Beispiel für die Ausbildung der Kinder – übrig bleiben“, rät Silvia Kuschela (Zürich Versicherungen AG). Das wirkt sich natürlich auf die Höhe der Prämie aus. Doch auch da gibt es für Familien Möglichkeiten, die Fixkosten niedrig zu halten. Dank dynamischer Prämienmodelle profitieren Familien in den ersten Jahren von niedrigeren Prämien; später steigen diese kontinuierlich an. Informieren sollte man sich auch über einen „Lebensstil-Bonus“. So punkten viele Anbieter zum Beispiel mit Prämienrabatten für NichtraucherInnen.

Haftpflicht für Kinder

Eine Haushalts-, Kfz- und Privathaftpflicht-Versicherung haben die meisten Paare schon, bevor sich das erste Kind einstellt. Auch hier gilt es, einen Blick in die Polizze zu werfen, um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen. Viele decken auch jene Schäden ab, die Kinder verursachen oder betreffen. Aber eben nicht alle. Hier tritt die S-Versicherung auf den Plan: Der gratis S-Unfall- Schutz für Taferlklassler gilt rund um die Uhr, in der Schule, in der Freizeit, auf der ganzen Welt. Selbst bei einem Unfall im Ausland steht das Sicherheitspaket den Eltern finanziell bei – mit der unbegrenzten Kostenübernahme für einen Nottransport zurück nach Österreich bis hin zur finanziellen Entschädigung bei einem körperlichen Handicap. Durch dieses äußerst attraktive Schutz-Paket sind die Kinder während der gesamten ersten Klasse Volksschule nach Unfällen finanziell rundum abgesichert

Gutes Gefühl

Niemandem fällt es wirklich leicht, sich mit der Tatsache zu konfrontieren, dass es zu Unglücksfällen kommen kann. Vorsorge bedeutet auch, einen Lebensplan zu haben. Doch wo anfangen? Und vor allem: in welchem Rahmen? Hier gilt es eine Fülle von Informationen zu kanalisieren – und das bedingt professionelle Unterstützung. Klar: Versicherungen abzuschließen macht keinen Spaß. Man muss sich mit Worst-case-Szenarien beschäftigen, Kosten kalkulieren, weit in die Zukunft denken. Aber nach einer intensiven Beratung bleibt eines sicherlich: das gute Gefühl, dass Ihre Kinder von klein auf sicher sind!

Versicherungsleitfaden
Der Versicherungsverband Österreich bietet auf seinerWebsite einen kostenlosen Versicherungsleitfaden zum Herunterladen als PDF. 104 Seiten Versicherungswissen – für Laien aufbereitet, gut zu lesen und absolut nützlich! www.vvo.at 

 

Mag. Markus Widmer

Foto: Shutterstock.com Alexander Raths


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