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Die Ernährung hat Einfluss auf die Zeugungskraft

Die Ernährung hat Einfluss auf die Zeugungskraft

Übergewicht schadet seiner Manneskraft ebenso wie weibliche Hormone in Soja oder Trinkwasser. Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und etwas Vorsicht helfen.


Die Ernährung des Mannes hat einen enormen Einfluss auf seine Zeugungsfähigkeit: Mit zunehmendem Bierbauch sinkt diese deutlich, denn alleine schon zehn Kilogramm Übergewicht bedeuten eine um zehn Prozent verminderte Spermienzahl und -qualität. Das haben Wissenschaftler der Universität Münster festgestellt. Zudem lässt bei zunehmenden Bauchfett auch die Potenz nach.

Solches Fett lagert der männliche Organismus nicht nur als typischen Vorbau an, sondern auch zwischen den inneren Organen. Immer dann, wenn nicht nur kurzfristig und ausnahmsweise mehr Kalorien aufgenommen werden, als der Körper verbraucht, lagert er dies als Reserve für schlechte Zeiten ein. Ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, als uns noch nicht regelmäßig genug Nahrung zur Verfügung stand.

Dabei ist es egal, ob wir zu viel Fett oder zu viele Kohlenhydrate zu uns nehmen. Der Körper wandelt alle Zuckerarten in Traubenzucker um, das er allerdings nicht mittel- und langfristig speichern kann. Deshalb werden die Überschüsse in Fett umgewandelt.

Alkohol ist nichts anderes als pure Energie. Jedes Glas Bier oder Wein muss ebenso in die tägliche Kalorienbilanz eingerechnet werden wie die Wurstsemmel oder der Hamburger. Zudem kann vermehrter Alkoholgenuss sich zusätzlich auf die Sexualität auswirken.


Weibliche Hormone

Ein in der Vergangenheit vernachlässigtes Problem bei der Diagnostik und Therapie der männlichen Zeugungskraft waren die weiblichen Hormone. Manche Lebensmittel enthalten vermehrt Stoffe, die dem Östrogen ähneln. Sie stehen im Verdacht, sich negativ auf die Spermienproduktion auszuwirken. Besonders Augenmerk schenken die Wissenschaftler dem Soja und den daraus hergestellten Produkten.

Weiters stellt das Trinkwasser mit Medikamentenrückständen einen Risikofaktor dar. Hierin sind immer wieder weibliche Hormone zu finden, die mit dem Urin ausgeschieden wurden. Die Hormone stammen aus dem klas-sischen Verhütungsmittel „Pille“.
Kläranlagenbetreiber stehen vor der fast unlösbar scheinenden Aufgabe, solche Rückstände aus dem Wasser zu entfernen, bevor es in die Gewässer geleitet wird. Gleiches gilt für die Wasserwerke, die es trotz moderner Filteranlagen nicht unbedingt schaffen, Hormone & Co. aus dem Trinkwasser zu filtern.


Ausgewogene Ernährung

Wer zumindest beim Trinkwasser auf Nummer sicher gehen will, der kann es vor dem Genuss durch spezielle Filter laufen lassen. Diese entfernen zusätzlich einen hohen Anteil von bis zu über 90 Prozent der Medikamentenrückstände aus dem Nass. Positiver Begleiteffekt: Auch andere Fremdstoffe wie Schwermetalle werden zurückgehalten.
Grundsätzlich sollte Mann auf seine Ernährung achten. Im Durchschnitt sollte er laut Empfehlung von Ernährungsexperten maximal 2000 Kilokalorien pro Tag zu sich nehmen. Das ist aber eben nur ein Richtwert. Ob der Körper mehr oder weniger Energie braucht, hängt von Faktoren wie dem Hormonhaushalt und der Bewegung ab.

Eine ausgewogene Ernährung ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Weniger tierische Fette, weniger einfache Kohlenhydrate. Denn Schnitzel, Wurst und Braten enthalten sehr viel Energie. Raffinadezucker kann viel schneller vom Körper umgesetzt werden als langkettige Kohlenhydrate.
Die Empfehlung lautet: Je mehr Vollkornprodukte, desto besser! Und maximal ein bis zwei Portionen Fleisch (egal ob Aufschnitt oder Schnitzel) sowie eine Portion Fisch pro Woche. Bei Obst und Gemüse gibt es wenig Beschränkungen.

Durch die ausgewogene Ernährung nehmen Sie auch die lebenswichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente auf. Gerade Zink und bestimmte B-Vitamine spielen zudem eine Rolle bei der Spermienproduktion. Der tägliche Bedarf sollte eigentlich durch eine bewusste Ernährung gedeckt werden.

Sport ist daneben das A und O. Durch den Verbrauch von Kalorien senken Sie das Risiko von Übergewicht oder Fettleibigkeit. Jeder Schritt, den Sie mehr machen, hilft. Gleichwohl sollten Sie regelmäßige Ausdauersport betreiben, am besten mehrmals pro Woche für mindestens 30 Minuten.



Text: Stefan Trockel
Bild: Bangkokhappiness/Shutterstock.com


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