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Röteln – vor allem Kinder erkranken

Röteln – vor allem Kinder erkranken

Während die Symptome der Rötelninfektion in den meisten Fällen eher unproblematisch ist, kann es in seltenen Fällen zu Gehirnentzündung und Entzündung des Herzens kommen.


Röteln, auch Rubeola genannt, ist eine Infektionskrankheit die zu den Kinderkrankheiten gezählt wird. Auslöser ist das Rötelnvirus. Die Krankheit kommt weltweit vor. In Mitteleuropa gibt es dank der möglichen Impfungen nur selten zu Mumpserkrankungen. In mehr als 80 Prozent der Fälle erkranken Kinder an Röteln. Selten sind Erwachsene betroffen, die nicht geimpft sind. Röteln sind eine hoch infektiöse Krankheit. Bereits ein kurzer Kontakt mit einem Infizierten reicht aus, um sich anzustecken. Die Krankheit wird durch Tröpfcheninfektion, also das Reden, Husten oder Niesen, übertragen. Bereits eine Woche vor dem Auftreten der ersten Symptome ist der Infizierte ansteckend!

Gefährlich in der Schwangerschaft
Die Inkubationszeit, also die Dauer zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, beträgt zwischen 14 und 21 Tagen. Erste Beschwerden sind geschwollene, schmerzhafte Lymphknoten sowie grippalen Symptomen wie Husten, Schnupfen, Kopfschmerz, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und erhöhte Temperatur. Weiters sind eine Bindehautentzündung und eine Milzvergrößerung möglich. Nach wenigen Tagen zeigen sich die für Röteln typischen und namensgebenden rötlichen Flecken. Diese sind hellrot und im Vergleich zu Masern viel kleiner. Zunächst im Gesicht und um die Ohren breiten sich die Rötelflecken aus.

Betroffen ist der gesamte Körper. Die zuvor erhöhte Temperatur sinkt meist schnell wieder aufs Normalmaß. Nach einigen Tagen verschwinden auch die Rötelflecken. Zu den gefährlichen, aber zum Glück eher selten auf tretenden Komplikationen zählen die Gehirnentzündung (0,6 Prozent der Fälle), die Entzündung des Herzens oder einzelner Gelenke. Äußerst problematisch ist hingegen eine Rötelnerkrankung in der Schwangerschaft.

Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen (bis etwa zur 16. SSW) kann es zu Fehlbildungen und zu Frühgeburten kommen. Die Faustregel besagt: Je später die Röteln-Infektion erfolgt, desto geringer ist dieses Risiko. Besonders betroffen (deutlich über 50 Prozent der Fälle) sind Fehlbildungen der Augen und Taubheit. Daneben (bis zu 50 Prozent der Fälle) sind das Herz und das Gehirn die am stärksten gefährdeten Organe.

Erkrankte isolieren

Röteln heißt immer: Der Erkrankte muss isoliert werden. Schwangere sollten nicht in seine Nähe kommen! Da es sich um eine virale Erkrankung handelt, beschränkt sich die übliche Behandlung auf temperatursenkende und immunstärkende Maßnahmen. Hierzu zählen vor allem Bettruhe, viel zu trinken und sich vitaminreich zu ernähren. Schwangere müssen unbedingt den Arzt konsultieren.

Mit einer Impfung können Kinder und Erwachsene gut vor einer Rötelnerkrankung geschützt werden. Diese Immunisierung wird – wenn Sie gewünscht ist – am Ende des ersten Lebensjahres durchgeführt. Oft handelt es sich um eine Kombi-Impfung (MMR: Masern, Mumps und Röteln). Eine Auffrischung erfolgt zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat. Damit wird ein sehr guter Schutz erreicht. Nach einer Rötelnerkrankung besteht ein lebenslanger Schutz vor einer erneuten Erkrankung.

Text: Mag. Andreas Junker
Bild:kryzhov/Shutterstock.com
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