SSW 19: Das Baby muss wachsen

Das ungeborene Leben in Ihrem Bauch legt in diesen Wochen beständig an Größe und Gewicht zu. Kontrolliert wird die Entwicklung bei der zweiten Ultraschall- Untersuchung. Als werdende Mami kann in dieser Zeit eine Verstopfung zur Belastung werden.

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In den letzten Wochen ist in Ihrem Bauch schon so viel im Verborgenen passiert, Sie durften ja „nur“ mal dank der Ultraschalluntersuchung live dabei sein. Die inneren Organe sind schon angelegt, nehmen nach und nach ihre Arbeit auf oder reifen in aller Ruhe weiter.Hauptaufgabe Ihres Babys ist ab jetzt das Größenwachstum und das Zulegen an Gewicht: Zum letzten Mal wird üblicherweise vom Scheitel bis zum Steiß gemessen. Das Ungeborene in Ihrem Bauch hat stolze 14 Zentimeter erreicht! Beim Gewicht hat es in nur einer Woche etwa 25 Prozent zugelegt und wiegt nun klar über 210 Gramm.

In der gut geschützten, wohlig-warmen Umgebung in Ihrem Bauch entdeckt das Kleine zudem immer mehr seine Sinne. Das ist eine Folge der Verknüpfung der Nervenzellen in den vergangenen Wochen und deren beständiges Wachstum im kleinen Organismus. Das Baby konnte bislang nur wenig hören – nämlich das, was in Ihrem Körper geschieht. In erster Linie ist das der beständige und beruhigende Herzschlag und die Geräusche aus Ihrem Magen und Darm. Da sich das Gehör immer weiter entwickelt, empfängt das Kleine immer mehr unbekannte Geräusche aus der Welt draußen.

Der Geschmackssinn wird ebenfalls immer weiter ausgeprägt. Versuche haben gezeigt, dass der Fötus in der Mitte der Schwangerschaft sehr wohl fähig ist, grundsätzliche Unterschiede wahrzunehmen. Mit Bitterstoffen versetztes Fruchtwasser führt dazu, dass das Kleine diese Flüssigkeit nicht mehr trinkt. Die Haut des Kleinen ist inzwischen mit der flaumig-weichen Lunago- Behaarung überzogen, ein Schutz, der vor der Geburt wieder ausfallen wird. Eine Funktion dieser Härchen ist es, die sogenannte Käseschmiere zu halten. Dieser „Überzug“ bildet sich als zusätzlicher Schutz auf Babys Haut.

Ultraschall bringt Gewissheit
Die Entwicklung des kleinen Lebens in Ihrem Bauch und auch Ihren Zustand wird der Arzt im Rahmen der zweiten Untersuchung im Rahmen des Mutter-Kind-Passes zwischen der 17. und 20. Schwangerschaftswoche prüfen. Hierbei kann die zweite Ultraschalluntersuchung, die zwischen der 18. und 22. Woche erfolgen soll, ebenfalls durchgeführt werden. Dank der Bilder kann Ihnen Ihr Arzt inzwischen auch sagen, ob Sie ein Mädchen oder einen Jungen erwarten.

Genießen Sie diesen spannenden Moment am besten gemeinsam mit Ihrem Partner. Was ist schöner, als mit ihm die Freude zu teilen?! Der Mediziner prüft anhand der Ultraschallbilder auch, ob mit dem Kleinen alles in Ordnung ist. Oder ob eventuell krankhafte Veränderungen zu erkennen oder gar Fehlbildungen auszumachen sind.Je besser die Diagnostik ist, desto besser kann auf mögliche Probleme im Schwangerschaftsverlauf ein gegangen werden.

Viel trinken bei verstopfung

Die Schwierigkeiten müssen gleichwohl nicht unbedingt das Kleine betreffen. Vielmehr gibt es verschiedene Probleme, die Sie in den 40 Wochen über sich ergehen lassen müssen.Recht häufig treten Verstopfungen bei werdenden Mamis auf. Dies ist erst mal keine Erkrankung, sondern die natürliche Folge der in Ihrem Körper derzeit ablaufenden Veränderungen. Es gibt für die Verstopfung mehrere Ursachen. Gerade in der Schwangerschaft sorgt der hohe Hormonspiegel – gerade des Östrogens und Gestagens – dafür, dass die Darmmuskulatur langsamer arbeitet.

Das alleine kann schon ausreichen. Gefördert wird die Verstopfung noch durch die größer werdende Gebärmutter. In Ihrem Bauchraum wird für alle Organe der Raum enger: Der Darm muss mit seinen Muskeln den Essensbrei und später den Kot  weitertransportieren. Wenn die Muskeln aber eingeengt werden, wird das schwieriger. Faktor Nummer drei ist die Ernährung. Denn darüber können Sie sehr viel steuern. Viel, viel trinken ist mehr als eine kluge Weisheit. Denn Sie brauchen in der Schwangerschaft mehr Flüssigkeit als sonst. Und jeder Erwachsene braucht schon zwei bis drei Liter am Tag.

Trinken Sie nach Möglichkeit Wasser oder ungesüßte Tees. Auf diese Weise nehmen Sie keine unnötigen Kalorien auf. Wenn Ihnen beide Getränkearten irgendwann zu eintönig sein sollten, dann darf es zwischendurch auch mal eine Fruchtsaftschorle sein. Der Saftanteil sollte dabei bei maximal zehn Prozent liegen. Beim Essen sollten Sie Ihre Ernährung auf ballaststoffreiche   Kostumstellen, sofern Sie dies nicht schon getan haben. Der hohe Anteil an unverdaulichen Fasern fördert bei entsprechender Flüssigkeitsaufnahme die Verdauung und hat noch einen positiven Nebeneffekt: Diese Art der Ernährung sättigt schnell. So vermeiden Sie obendrein noch das Wachsen von Fettpölsterchen.

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Text: Mag. Lisa Drost
Bild:dr OX/Shutterstock.com