SSW 5: Glückwunsch, Sie sind schwanger!!!

Beim Übergang von der vierten auf die fünfte Woche hat es sich entschieden, ob tatsächlich ein Baby in Ihnen heranwächst. Nun wird Ihr Körper ganz aufs Mami werden umgestellt.

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Es sind nun schon zwei Wochen seit der Befruchtung der Eizelle vergangen. Die daraus entstandene Blastozyste (Keimblase) hat sich eine Mulde in der Gebärmutter schleimhaut gesucht und sich dort eingenistet. Dieser Vorgang ist mit dem Schließen der Gebärmutterschleimhaut über der Blastozyste abgeschlossen. Jetzt ist klar: Sie sind schwanger. Das winzige Leben in Ihrem Bauch wächst und misst am Ende der Woche bis zu drei Millimeter. Und: Er verändert sich ständig weiter. Aus den äußeren Zellen der Blastozyste entwickelt sich die Zottenhaut, die ihrerseits mit der Gebärmutterschleimhaut verschmilzt.

So entsteht die Plazenta, die feste Verbindung zwischen Mami und Baby über die das Kleine mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Auch sonst verändert sich die bisherige Keimblase ihr Aussehen. Aus ihr wird eine ovale Scheibe, die Keimscheibe. Im Inneren entstehen drei Keimblätter Ektoderm, Endoderm und Mesoderm.

Aus diesen entwickeln sich in der Folgezeit die unterschiedlichen Organe. Die entsprechenden Anlagen werden jetzt, in  Schwangerschaftswoche fünf, geschaffen: Herz und Blutgefäße werden ebenso angelegt wie die Schilddrüse. Das Neuralrohr bildet  sich. Aus ihm wird später das Rückenmark und Gehirn entstehen. Das Neuralrohr muss sich bei seiner Entwicklung komplett schließen, da ansonsten die Gefahr eines offenen Rückens oder einer Hirnschädigung besteht.

Folsäure verhindert Schäden
An diesem Punkt sind Sie gefragt: Denn Folsäure – auch als Vitamin B9 bekannt – ist für die Ausbildung und das Schließen des Neuralrohres fundamental wichtig. Allerspätestens, wenn der Schwangerschaftstest aus Apotheke oder  Drogerie  positiv  ist, sollten  Sie auf eine sehr gute Versorgung mit Folsäure achten. Besonders viel Vitamin B9 ist in verschiedenen Kohlsorten wie Rosenkohl oder Grünkohl enthalten. Auch Feldsalat und Spinat liefern recht viel Folsäure. Einen Spitzenplatz nehmen die Kichererbsen ein!

Wenn Sie den Vitamin-B9-Bedarf aus Obst und Gemüse nicht decken können, dann können Sie entsprechende Präparate aus Drogerie oder Apotheke nehmen. Vielfach enthalten diese eine Kombination aus unterschiedlichen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. So können Sie auch die Jodversorgung, ebenfalls ein wichtiger Baustein in der Entwicklung des ungeborenen Lebens, optimieren. Frauenärzte raten dazu, schon vor der Befruchtung auf eine gute Folsäure- Aufnahme zu achten.

Denn Ihr Körper braucht ein wenig Zeit, um den Spiegel insgesamt so weit zu erhöhen, dass das Baby optimal davon profitiert. Gerade wenn Sie mit Ihrem Partner am Nachwuchs „arbeiten“, sollten Sie möglichst früh mit der passenden Ernährung beginnen.

Beta-HCG beweist Schwangerschaft
Den Abschluss der Einnistung der Keimblase hat Ihr Körper registriert. Als Folge werden unter anderem von der Gebärmutter zusätzliche Hormone ausgeschüttet. Insgesamt wird der Organismus ganz aufs „Baby bekommen“ umgestellt. Eine wichtige Rolle spielen die schwangerschaftserhaltenden Hormone Östrogen, Progesteron, Prolaktin und Beta-HCG. Gerade dieses meist in seiner Kurzform HCG bekannte Hormon spielt eine wichtige Rolle bei den Tests mit dem Urinstreifen. Denn die frei verkäuflichen Schwangerschaftstest reagieren auf die HCG-Konzentration im Urin. Recht einfach – und doch sehr verlässlich.

Zum Ende der fünften Woche liegt die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Anzeige bei 90 Prozent und mehr. Allerdings gibt es leider auch eine Fehlerquote. Eine zwar seltene aber immerhin mögliche Ursache für den erhöhten HCG-Wert kann auch eine Zyste sein, die dieses Hormon produziert. Es gibt letztlich nur eine Möglichkeit, wirklich Gewissheit zu bekommen: Ihr Arzt muss Sie untersuchen. Eine Methode ist, dies ebenfalls anhand der Hormonwerte im Urin zu tun. Dazu müssen Sie den Morgenurin mit in die Arztpraxis bringen.

Alternativ kann der Mediziner über Ihre Blutwerte auf eine Schwangerschaft schließen. Wirkliche Gewissheit bringt am Ende aber der Ultraschall. Denn schon in dieser fünften Schwangerschaftswoche ist bei der vaginalen Ultraschall untersuchung erkennbar, ob sich eine Keimblase eingenistet hat.

Ihr Arzt – Ihr Begleiter

„ Herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen ein Baby!“ Unendliche Freude, unfassbares Glück, aber auch Verwirrung können spontane Folgen sein, wenn Sie von Ihrem Gynäkologen die Nachricht hören. Jetzt ist erst einmal die Zeit der Emotionen! Leben Sie diese aus. Diese Momente gehören ganz Ihnen! Ihr Arzt wird mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen wollen. Wenn es heute nicht möglich ist, dann vereinbaren Sie einfach einen neuen Termin in den nächsten Tagen. Denn Ihr Fachberater und –begleiter, der der Gynäkologe von nun an für die nächsten rund 35 Wochen ist, will und muss sich und Sie informieren.

Dazu gehört eine ausführliche Befragung, in der der Arzt sich ein genaues Bild über Ihren Gesundheitszustand und Ihre Krankengeschichte macht. Nur wenn der Mediziner optimal informiert ist, kann er dafür sorgen, dass die Schwangerschaft möglichst risikolos verläuft. Thema werden neben Ernährung, Bewegung, Entspannung und vielem mehr auch die Gefahren für Babys Gesundheit sein: An erster Stelle stehen hier Drogen, Tabak und Alkohol.

Sie alle sind Gift für das ungeborene Leben und können dessen Entwicklung in Ihrem Bauch nachhaltig negativ beeinflussen. Auch nicht zu spaßen ist mit der Einnahme von Medikamenten. Deshalb informieren Sie Ihren Arzt auf jeden Fall darüber, welche Präparate Sie dauerhaft und welche Sie unregelmäßig einnehmen. Schlucken Sie keine Medikamente, ohne dass Sie grünes Licht von Ihrem Arzt bekommen haben.

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Text: Mag. Lisa Drost
Bild: dr OX/Shutterstock.com