Welcher Name für mein Kind?

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Gwyneth Paltrow und ihr Mann Chris Martins haben jedenfalls nicht lange rumgefackelt und ihr erstes Töchterchen mit dem Namen “Appel” beglückt. Spannend wird es, wenn sich die beiden zu erneutem Nachwuchs entschließen, wer weiß, vielleicht wollen sie ja einen schönen Obstmix zusammenbringen. Bob Geldof jedenfalls gefiel es, seine Tochter “Peaches”(Pfirsich) zu nennen, vielleicht heiraten Apfel und Pfirsich ja einmal!

Namensexperimente

Doch auch andere Prominente haben ein Faible für nicht gerade alltagstaugliche Namen: Verona Pooth (ehemalige Feldbusch) nannte ihren Sohn nach der amerikanischen Stadt San Diego.
”Wieso nicht? Ich heiße doch auch wie eine Stadt,” erklärte Verona. Den verantwortlichen Standesbeamten musste sie aber mit besseren Argumenten überzeugen: Zwar ist Diego ein verbreiteter Name, aber der eigentlich türkische Name San war bisher nicht sehr geläufig.

Es würde mich auch interessieren, was der deutsche Schauspieler Uwe Ochsenknecht dem zuständigen Beamten flüsterte, bevor dieser den Stempel auf die Geburtsurkunden von Ochsenknecht`s Söhnen Wilson Gonzales und Jimi Blue setzte.

Dass es David und Victoria Beckham nicht fad wird, wissen wir bereits, als sie es besonders lustig hatten, müssen sie wohl die Namen “Brooklyn” und “Romeo” für ihre Söhne erdacht haben.

Nun, der Künstlerwelt ihre Freiheit, aber woher wollen die Promis wissen, was aus dem Nachwuchs einmal wird, in den man soviel Hoffnung setzt. Vielleicht arbeitet San Diego Pooth einmal nicht in der Filmbranche, sondern beim Finanzamt und in dieser Umgebung kann so ein “hipper” Vorname schon leicht zum Gespött seiner Kollegen werden.

Vornamen-Trendlisten

Hilfestellung liefern auch die alljährlich aufgesetzten Vornamentrendlisten. Dabei ist es ein wenig amüsant zu sehen, wie sich diese im Laufe der Zeit doch immer wieder verändern: )1920 waren bei den Mädchen Hildegard, Gertrud, Ilse und Lieselotte noch die trendigsten Namen, bei den Buben Heinz, Hans, Werner und Kurt.
Die aktuelle Vornamen-Hitparade, laut STATISTIK AUSTRIA:


Buben:

1.Platz: Lukas, bereits seit 1996 Spitzenreiter (lateinischer Ursprung, eigentlich ein Herkunftsname: “der aus Lucania Stammende”)
2.Platz: Florian (lateinisch: der Blühende, der Prächtige)
3.Platz: Tobias (hebräisch: Gott ist gnädig)
4.Platz: David (hebräisch: der Geliebte, in der Bibel ist König David der Bezwinger des Riesen Goliath und der Gründer des jüdischen Staates)
5.Platz: Alexander (griechisch: der Männerabwehrende, der Schützer, im deutschen Sprachraum erst seit dem 18.Jhdt. durch die Bewunderung für den russischen Zaren Alexander I. verbreitet)


Mädchen:

1.Platz: Sarah (hebräischer Ursprung: die Fürstin)
2.Platz: Anna (hebräisch: Gottes Gnade, durch die Verehrung der Mutter der biblischen Maria, seit dem Mittelalter weit verbreitet)
3.Platz: Julia (aus dem Lateinischen von Julius abgeleitet, eigentlich ein römischer Herkunftsname – “der aus dem Geschlecht der Julier”, seit Shakespears Drama “Romeo und Julia” bei uns auch sehr beliebt
4.Platz: Laura (aus dem Italienischem: Kurzform von Laurentia (Lorbeer)
5.Platz: Lena (Kurzform zu Helene und Magdalene, aus dem Griechischem: die Sonnenhafte)

Doch natürlich sind auch Trendnamen reine Geschmacksache, man sollte bedenken, dass es letztendlich sehr viele Kinder mit diesen Namen im gleichen Alter geben wird. Zum Beispiel, wer kennt nicht “Kevin allein zu Haus”. Vor diesem Film hieß kein Bub im Umkreis von 500 km Kevin. Spätesten neun Monate nach Filmstart gab es auf jeder Geburtenstation Kevin 1 bis 10. Ein Vorteil ist jedenfalls, wer wie viele heißt, eckt nicht an.

Was sollt man bei der Namensüberlegung bedenken?

Namen begleiten einen nicht nur das ganze Leben, sondern sie geben einem auch Identität. Wer verbindet nicht einen gehörten Namen automatisch mit einem imaginären Menschen. Ideal ist es, wenn dieses “Bild” auch noch der Realität entspricht, wenn der Name aber stets zur Belustigung der Mitmenschen dient, kann das äußerst mühsam und qualvoll werden.
Keine Frage, es ist gar nicht so einfach einen passenden Vornamen für sein Kind zu wählen, obwohl man zumindest 9 Monate Zeit hat, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Wenn Sie sich Tipps aus aktuellen Trendlisten holen möchten, sollten Sie vielleicht eher einen Namen aus dem Mittelfeld wählen, so heißt dann zumindest nicht jeder zweite und sie sind dennoch aktuell.

Manche Eltern entscheiden sich aus alter Familientradition für einen Vornamen, den auch schon der Urgroßvater oder –mutter trug. Doch ab einer gewissen Zeit waren zum Beispiel die Namen Heidegrund oder Wildemar nicht mehr ganz so up to date. Da stellt sich die Frage, ob man Oma und Opa nicht vielleicht doch schonend beibringen möchte, dass der erwartete Nachwuchs zumindest einen etwas modernisierteren Vornamen erhalten soll. Man kann ja bei der Urform des Namens bleiben und nur eine zeitgemäßere Variante finden. Ein Kompromiss wäre auch, den seit Generationen vererbten Namen, an zweite oder dritte Stelle einer Vornamensreihe zu setzen.

Welcher Vorname gefällt Ihnen als Eltern sehr gut – abgesehen von diversen Einflüsterern, wie den Großeltern, Tanten,…, welcher wird Ihnen und vor allem voraussichtlich auch dem Kind noch in vielen Jahren gefallen?

Passt der Name in die Umgebung, in der Sie leben. Ein “Ingwer” wird in einem Dorfkindergarten wahrscheinlich nicht so gerne seinen Namen verkünden!

Wichtig ist auch, ob der Vorname mit dem Nachnamen harmoniert und sich auch nicht auf ihn reimt. Cheyenne Prohaska klingt ja nicht wirklich super! Wenn der Nachname lang ist, bietet sich als Vorname eher ein kurzer an!

Folgen Sie nicht gleich spontanen Einfällen, sondern prüfen Sie den Namen auf Herz und Nieren. Schon einmal vor der Geburt testen, wie das Umfeld darauf reagiert, vor allem wenn es ein doch recht ausgefallener Name sein soll. Sprechen Sie ihn ruhig öfter vor sich hin, wie klingt er in Verbindung mit dem Nachnamen!

Schreiben Sie auf einen Zettel mehrere Lieblingsnamen auf, legen sie ihn einige Tage beiseite, vielleicht gefallen Ihnen die einen oder anderen Namen nach einiger Zeit gar nicht mehr so gut!

Vor allem längere Namen werden früher oder später von der umgebenden Bevölkerung abgekürzt, ob man will oder nicht! Ausprobieren, welche Abkürzungen dann wohl zustande kämen und ob der Name dann auch noch gut klingt!

Bevor Sie dem Namen eine ungewöhnliche Schreibweise verpassen, bedenken, dass sie bei jeder Namensnennung mitbuchstabiert werden muss und innerlich grollt man leicht, wenn er zum hundertsten Mal falsch geschrieben wird!

Nicht vergessen: Bei originellen Vornamen besteht immer die Gefahr, dass das Kind deswegen in eine Außenseiterrolle gedrängt wird. Sogar Erwachsene können nicht immer selbstverständlich damit umgehen, durch den eigenen Vornamen aus der Masse herauszuragen.

Vornamen aus rechtlicher Sicht

Während es z. B. in den USA erlaubt ist, Ortsnamen, Berufsbezeichnungen, Automarken oder sogar Nachnamen als Vornamen zu vergeben, ist dieses in Österreich nur bedingt zulässig.
Streitpunkte mit den Standesbeamten gibt es dann, wenn außergewöhnliche Namen im Ausland mittlerweile üblich geworden sind. Frau Beiler vom Standesamt Wien, Innere Stadt: ”Wenn es Unklarheiten bei der Vornamensvergebung gibt, wenden wir uns an das Institut für Sprachforschung an der Uni Wien, dort weiß man über alle Namen in den verschiedenen Kulturkreisen Bescheid. Wir fragen vor allem dann nach, wenn eingebürgerte Eltern ihrem Kind einen Namen aus ihrem Herkunftsland geben wollen, die können wir natürlich nicht alle wissen.

Vornamen können nicht mehr geändert werden, außer man stellt einen Antrag beim zuständigen Magistrat/Gemeindeamt, dort wird der Fall zunächst geprüft. Das Vornamensrecht ist im Personenstandsgesetz verankert. Auf jedem Standesamt liegt das “Vornamensbuch” auf, das im Grunde alle existierenden Vornamen enthält. Letztendlich liegt es aber an dem zuständigen Standesbeamten, ob er einen Namen genehmigt oder nicht.

Grundregeln

· Namen dürfen sie nicht beleidigend oder lächerlich sein und müssen das Geschlecht erkennen lassen.
· Der Vorname muss als Vorname erkennbar sein und entweder im In- oder Ausland als solcher bereits existieren, im Notfall muss ein Nachweis darüber erbracht werden.
· Sachbezeichnungen, wie z. B. „Tisch“ oder „Bett“ sind genauso wenig gestattet wie Nachnamen. Ortsbezeichnungen als Vornamen sind umstritten, werden aber in vielen Fällen erlaubt.
· Die gebräuchliche Kurzform eines Vornamens (Rudi, Susi) wird als selbständiger Vorname anerkannt, Toni hingegen nicht, da er sowohl männlich als auch weiblich sein kann, ein Kosename wird auch nicht genehmigt.
· Buben dürfen Maria heißen, sofern sie einen weiteren, eindeutig männlichen Vornamen haben.
· Ein Antrag auf einen biblische Namen, wie Christus oder Jesus, oder einen mit negativer Prägung (z. B. Kain, Judas) erhöht den Puls des zuständigen Standesbeamten sicherlich. Diese Namen scheinen zwar im “Vornamensbuch” auf, dennoch tritt hier Regel Nr.1 in Kraft. Falls der Beamte sich allzu sehr in die Enge getrieben fühlt, wird er den Fall an eine höhere Behörde abgeben, die dann entscheidet.
Es liegt auch im Ermessen des Standesbeamten, wie viele Namen für ein Kind zugelassen werden. Normalerweise werden aber bis zu fünf Vornamen für ein Kind problemlos eingetragen.

Kuriositäten

Wenn man sich so manches Beispiel aus der Praxis anschaut, ist es ganz in Ordnung, dass der Phantasie mancher werdender Eltern Grenzen gesetzt wird!
Ein offenbar Kinderserien begeisteter Vater wollte auf einem Standesamt in Deutschland für seinen Sohn den Namen “Pumuckl” durchsetzen, doch die Standesbeamten verweigerten ihm diesen Wunsch. Nach einem Rechtsstreit konnte er den Namen als zweiten Vornamen eintragen lassen.

Til Schweiger, der deutsche Schauspieler, nannte seine Tochter “Emma Tiger”, allerdings tat er dies im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Amerika, kund. Als ein gleichgesinntes deutsches Pärchen, diesen Namen auch für sein Töchterchen wollte, wurde ihm dieser Wunsch zunächst vom Amtsgericht verweigert, da das Geschlecht des Kindes durch diesen Namen nicht eindeutig erkennbar sei. Später wurde dieser Beschluss jedoch wieder aufgehoben, mit der Begründung, dass Til Schweiger im ganzen Land soweit bekannt sei, dass der Name seines Kindes “Emma Tiger” durchaus an Akzeptanz gewinnt.

Ein Vater aus Hessen, Deutschland, wollte sein Kind “et omnes sancti” (frei übersetzt: “und alle Heiligen”) nennen, zunächst wurde es ihm verweigert. Doch der gute Vater ließ nicht locker und konnte schließlich nachweisen, dass es einen lebenden Mitbürger mit diesem Namen gibt und dieser Name in vergangenen Zeiten sehr wohl häufig vorkam. So wurde es tatsächlich amtlich, dass der Nachwuchs künftig mit dem Namen et omnes sancti (als dritten Vornamen) durchs Leben gehen muss. Übrigens, gibt es mittlerweile in Deutschland einige “et omnes sanctis”!

Ein ähnlicher Fall, nur nicht ganz so ausgefallen, passierte in Berlin. Eltern wollten dort ihr Kind unbedingt Nemo nennen. Der Name steht weder im deutschen Namenverzeichnis, noch lässt er eindeutig das Geschlecht erkennen. Zusammen mit dem zweiten Vornamen Maximilian wurde es den Eltern dann doch erlaubt, ihren Sohn nach der Hauptfigur aus dem Film „Findet Nemo“ zu benennen. Mittlerweile hat der Name “Nemo” schon halb Deutschland erobert, es gibt sogar einige Erwachsene, die so heißen (nach der Hauptfigur des Romans “20000 Meilen unter dem Meer” von Jules Verne benannt).

Vornamenregelung in anderen Ländern

China:

Chinesische Namen sind grundsätzlich dreigeteilt: als erstes der Familienname, dann der individuelle Name und zuletzt der Generationsname. Die beiden letzteren bilden den persönlichen Namen, der unserem Vornamen gleicht.

Hitlisten der beliebtesten chinesischen Vornamen sucht man vergebens. Einerseits gibt es in China nur wenige hundert Familiennamen, andererseits führt die Suche nach einem individuellen Vornamen zu Millionen von verschiedenen Vornamen. Bei der Auswahl des Namens legen die Eltern viel Wert auf seine Bedeutung, oft werden Wünsche damit ausgedrückt, die sie dem Kind mitgeben wollen. Da es bislang keine staatliche Regelung der Vornamenswahl gibt, kann man meist übrigens das Geschlecht des Kindes nicht am Namen erkennen.

Japan:

Hier wird besonders auf den Klang und die Aussprache eines Namens geachtet, auch hier spielt die Bedeutung des Namens eine große Rolle. Die Familien wählen allerdings oft Namen aus der Familie, die schon seit Generationen weitergegeben werden. Japanische Namen werden meist in der bildhaften Kanji-Schrift geschrieben, deshalb bekommen viele Babys einen Namen, der aus besonders schönen Schriftzeichen besteht.

Afrika:

In den meisten afrikanischen Staaten zählt in erster Linie die Bedeutung des Namens:
Ababno heißt übersetzt: Kind, das zurück kommt
Abam: zweites Kind nach Zwillingen
Jabali: stark wie ein Fels

Text: Jürgen Steiner
Foto: Brt/Shutterstock.com

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