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In Deutschland gelten 3,5 Millionen Kinder als arm
12.03.2018 15:52
Foto: Slava Samusevich - shutterstock.com

In Deutschland gelten 3,5 Millionen Kinder als arm

Als arm gilt eine Familie, wenn ihr weniger als 60 % des mittleren Einkommens zu Verfügung steht. Bei einer Alleinerziehenden mit einem Kind unter sechs Jahren liegt die Grenze bei  1.192 Euro, bei einer Familie mit vier Kindern je nach Alter der Kinder zwischen 1.978 und 2.355 Euro. Die Hälfte der armen Kinder lebt bei Alleinerziehenden, bis zu 19 % der Kinder sind von Armut betroffen.

Die Regierung will 3,5 Milliarden für die Erhöhung von Kindergeld und –freibetrag ausgeben, 1 Milliarde für die Erhöhung des Kinderzuschlags und 3,5 Milliarden für die Verbesserung des Angebots an Kindertagesstätten. Die sogenannte Abbruchkante – das vollständige Wegfallen von Förderungen wenn das Einkommen über eine bestimmte Grenze steigt – soll wegfallen und einer sukzessiven Minderung der Ansprüche weichen. Allerdings werden auch weiterhin bei Hartz-IV-Empfängern zusätzliche Sozialhilfen für Kinder vom Hartz-IV-Anspruch abgezogen.

An den Kindertagesstätten wird die zunehmende Armut bemerkt. So gaben bei einer Umfrage der Gewerkschaft „Verband Bildung und Erziehung“ von 2.390 Pädagogen 53,4 % an, dass die Zahl armer Familien und Kinder steige. Das zeigt zum Beispiel an der mangelnden Verpflegung, die manche Kinder von zu Hause mitbekommen. Doch die Kindertagesstätten haben selbst mit einem Mangel an Pädagogen zu kämpfen, etwa 300.000 bis 2025. Um die Lage zu verbessern, wären jährlich acht bis zehn Milliarden Euro notwendig.

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