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Nachmittagsbetreuung in Oberösterreich
29.05.2018 15:44
Foto: Dmitri Ma - shutterstock.com

Nachmittagsbetreuung in Oberösterreich

Am 1. Februar endete die kostenlose Nachmittagsbetreuung für oberösterreichische Kindergartenkinder. Im Vorfeld wurde erwartet, dass die Zahl der betreuten Kinder einbrechen, und Vollzeitstellen im Kindergarten wegfallen könnten. Das Magazin Addendum erhob, in Zusammenarbeit mit der FH Wien in den 442 betroffenen Gemeinden, die Auswirkungen.

Dabei hat man sich aus Ressourcengründen auf die öffentlichen Kindergärten konzentriert, da eine Befragung der 600 privaten, teils sehr kleinen Betreiber, zu aufwändig gewesen wäre. Die Caritas lehnte eine Veröffentlichung der Zahlen auf Gemeindeebene ab, gab jedoch bekannt, dass bei insgesamt 13.500 Kindern 1.050 Kinder nunmehr kürzer oder gar nicht mehr in Nachmittagsbetreuung seien. 53 Gemeinden wollten keine Antwort geben.

Insgesamt kommt Addendum auf mindestens 3.450 betroffene Kinder, eine Zahl die die zuständige Landesrätin Christine Haberlander weder bestätigen noch dementierten will. Bis Ende Juni erhebt das Land nämlich selbst Zahlen, die dann im August veröffentlicht werden sollen.

Seit der Einführung der Gebühren müssen Eltern, je nach Einkommen, zwischen 42 und 110 Euro bezahlen, in Härtefällen können die Gebühren auch erlassen werden. Mit der Wahl zwischen 2-, 3- und 5-Tages-Tarifen ist man nicht so flexibel, wie sich viele Eltern das wünschen. So würden manche Familien eine Nachmittagsbetreuung bloß an einem Tag benötigen, und manche Kindergärten sind Freitagnachmittag gar nicht geöffnet.

Geplant sind Einsparungen von 13 bis 15 Millionen Euro. Ob diese sich jedoch materialisieren ist ungewiss, gibt es doch Kosten, die aufgrund der nunmehrigen Unterauslastung nicht mehr abgedeckt werden. In Saxen liegen die Kosten der Ersatzbetreuung über jener der bisherigen Betreuung. In der Gemeinde Edlbach wurden von 10 Kindern (der Mindestgruppengröße), 7 abgemeldet. Im Sommer wird noch eine Nachmittagsbetreuung durchgeführt werden, die dann im Herbst eingestellt wird. Und auch viele Zusatzangebote fallen weg.

Die Gemeinde gehen mit den neuen Verhältnissen unterschiedlich um: In Moosdorf, Kremsmünster und Obertraun übernimmt die Gemeinde die Kosten, Waldburg bietet entgegen dem Willen des Landes einen Ein-Tages-Tarif an. Andorf bietet einen „Spätabholer-Tarif“ an. Viele Kindergärten wissen noch nicht, wie es weitergehen soll, hoffen jedoch, dass die Eltern sich entscheiden werden, ihre Kinder für kommenden Herbst doch wieder anzumelden.


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