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Wie nachhaltig ist das Essen in Schule und Kindergarten?
30.05.2018 15:14
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Wie nachhaltig ist das Essen in Schule und Kindergarten?

Essen ist ein grundlegendes Bedürfnis und hat direkte Auswirkung auf die Gesundheit. Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden hängen direkt davon ab. Gerade für die Jüngsten gilt das besonders, sind sie doch damit beschäftigt, ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Anlagen heranzubilden. Außerdem werden in jungen Jahren Ernährungsgewohnheiten für den Rest des Lebens geprägt. Laut einer WHO-Studie ist fast jedes dritte Kind, das in Österreich die dritte Klasse Volksschule besucht, übergewichtig. Gute Gründe, besonderes Augenmerk auf die Ernährung von Kindergartenkindern und Volksschülern zu legen.

Greenpeace Österreich hat für seine jüngstes Ranking die neun Landesschulräte, zuständige Landesräte und Landeselternverbände befragt, Studien ausgewertet und weitere, online verfügbare Informationsquellen herangezogen. Daneben wurde eine stichprobenartige Erhebung bei 25 Kindergärten,  17 Volksschulen und 24 Gemeinden durchgeführt, um sich ein Bild von der Ist-Situation machen zu können.

In das Ranking eingeflossen sind vor allem die politischen Vorhaben, Zielsetzungen und Initiativen der Bundesländer. Die drei Kriterien nach denen beurteilt wurde waren, wie hoch der Anteil an Bio-Lebensmitteln liegt, ob regionale Kost angeboten wird und welche Maßnahmen es zur Reduktion von Fleischmahlzeiten gibt.

Biologische Landwirtschaft ist wesentlich umweltschonender und gewährleistet mehr Artenvielfalt als konventionelle Methoden. Auch enthalten Bio-Lebensmittel praktisch keine Pestizidrückstände. Da Nutztiere Auslauf haben, sind sie gesünder und der Antibiotikaeinsatz ist wesentlich niedriger. Regionale Lebensmittel benötigen wiederum wesentlich weniger Energie für den Transport, Früchte können länger an Baum oder Strauch reifen und müssen für den Transport nicht mit zusätzlichen Chemikalien behandelt werden. Der Punkt „weniger Fleisch zu Mahlzeiten“ hat zum einen gesundheitliche Gründe, zum anderen sinkt der Ressourcenverbrauch und die Qualität der Lebensmittel steigt.


In Europa gibt es einige Beispiele für Regionen und Gemeinden, die ihren Lebensmittelkonsum entsprechend angepasst haben. So liegt in Kopenhagen die Bio-Quote bei 90 Prozent, in Pisa sogar bei 100 %, in Rom darf es maximal zwei Fleischgerichte pro Woche geben und 92 Prozent des Essens werden frisch zubereitet.

In Österreich wurde vom Billigstbieterprinzip zum Bestbieterprinzip gewechselt. Statt bloß dem Preis werden dadurch auch Qualitätskriterien berücksichtigt. Landesregierungen haben hier einigen Spielraum, und sind, bis auf AHS und BMHS, für die Verwaltung zuständig. So können sie mittels Beschlüssen und Anweisungen direkt bestimmen, was auf den Teller kommt. Sie können auch für die Gemeinden Ziele vorgeben, wobei besonders kleinere Gemeinden bei der Umsetzung Unterstützung mittels Programmen benötigen.

Besonders Wien hat davon gebraucht gemacht, das in der Gesamtwertung 17 von 21 möglichen Punkten erreichte, und mit Abstand auf Platz 1 liegt. Mit 9,5 Punkten kommt Oberösterreich auf Platz 2, Platz 3 belegen Kärnten und Niederösterreich mit 8 Punkten, dahinter liegen Salzburg und Vorarlberg mit 7 Punkten. Am vorletzten Platz ist die Steiermark mit 6 Punkten, Tirol und Burgenland teilen sich den letzten Platz mit jeweils 5 Punkten. Dabei kann es allerdings zwischen den Bildungseinrichtungen große Unterschiede beim Anteil von biologischen Nahrungsmitteln geben.


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