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Elternhaltestelle statt Elterntaxi
03.09.2018 14:03
Foto: LeManna - shutterstock.com

Elternhaltestelle statt Elterntaxi

Wenn am Morgen in kurzer Zeit hunderte Schüler mit dem Auto zur Schule gebracht werden, herrscht vor dem Gebäude Hochbetrieb. Auf der Straße kommt es dann leicht zu unübersichtlichen Situationen die rasch gefährlich werden, wenn etwa Kinder zwischen parkenden Autos hindurch laufen, oder jemand rückwärtsfahren muss um zu wenden. Außerdem steigt in der Umgebung der Schule die Schadstoffbelastung an.

Eine Initiative des Familienrates des Landes Oberösterreich will das in Kooperation mit der AUVA ändern. Die SPES Familienakademie berät dabei interessierte Gemeinden bei der Errichtung einer „Elternhaltestelle“. Das Konzept ist einfach: anstatt das Kind bis zur Schule zu fahren, darauf zu warten dass die anderen Eltern ihre Kinder aussteigen lassen und dann nach Kindern Ausschau zu halten, die vor das Auto laufen könnten, werden die Kinder auf einen ausreichend großen Parkplatz gebracht.

Der Parkplatz ist so ausgewählt, dass von ihm aus die Schule zu Fuß sicher erreichbar ist. Die Entfernung kann sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren: für jüngere Kinder wenige hundert Meter, für ältere mehrere Kilometer. Die Kinder werden bei der Gestaltung miteinbezogen und zeichnen Lagepläne und malen Fußspuren auf den Gehweg, die die richtige Richtung anzeigen. Nach Möglichkeit befinden sich in der Nähe der Elternhaltestelle auch Spielplätze, so können sich die Kinder am Nachmittag die Zeit vertreiben, bis sie wieder abgeholt werden.

Elternhaltestellen entschärfen jedoch nicht nur die Situation vor der Schule, sondern haben weitere Vorteile: So wird durch den Fußweg in der Früh der Kreislauf angeregt, und die Kinder sind im Unterricht aufmerksamer und wacher. Während des Weges haben die Kinder die Gelegenheit, auch Kinder anderer Klassen kennenzulernen. Schließlich ist der Fußweg eine Gelegenheit, in einer sicheren Umgebung etwas selbstständiger zu werden.

Seit 2013 wurden bereits wurden bereits in 30 Gemeinden Elternhaltestellen errichtet. Nähere Informationen zum Projekt findet man auf der Webseite der SPES (Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen).


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