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Fördern Kinder tatsächlich das Beziehungsglück?





Immer wieder hört man, dass erst Kinder eine Beziehung perfekt machen würden und auch Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der jungen Erwachsenen in Österreich Kinder haben möchte. Aber stimmt es, dass Paare mit Nachwuchs mit ihrem Leben zufriedener sind als diejenigen, die kinderlos bleiben?

Nachwuchs gehört meist zum Lebensplan

Die Norm der Zwei-Kind-Familie ist in Österreich weiterhin ausgeprägt, denn fast zwei Drittel halten zwei Kinder für ideal. Lediglich 8 Prozent der Frauen und 9 Prozent der Männer schließen Nachwuchs generell aus. Trotzdem gehört Österreich neben der Schweiz und Deutschland zu den Ländern mit einer sehr hohen Anzahl Kinderloser. Die Menschen, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden, befürchten vor allem, ihren Lebensstandard nicht aufrechthalten zu können, haben Zukunftsängste, gesundheitliche Probleme oder es fehlt ihnen einfach der passende Partner. Doch für den Großteil der Österreicherinnen und Österreicher gehören Kinder zum Lebensplan. 68 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer können sich nur schwer vorstellen, auch ohne Nachwuchs glücklich zu leben.

Trotzdem sinkt die Geburtenrate weiter. Viele Frauen entscheiden sich durch die steigenden Anforderungen im Beruf immer später für Kinder während die Fruchtbarkeit mit steigendem Alter abnimmt. So lag das Durchschnittsalter der österreichischen Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 2008 bei 28,1 Jahren, hingegen 1999 noch bei 27,0 Jahren. Und hatten 1991 nur 7 Prozent der geborenen Kinder eine Mutter, die älter als 35 Jahre war, waren es 2001 schon 14 Prozent und 2008 sogar 19 Prozent.


Stimmen die Voraussetzungen, machen Kinder glücklich

Nach Meinung der Mehrheit, müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein, damit Kinder das Beziehungsglück perfekt machen und das i-Tüpfelchen der Partnerschaft darstellen. Zunächst ist natürlich wichtig, einen entsprechenden Partner dafür zu haben. Hierbei stellt die Partnersuche an sich nicht die größte Hürde dar. Egal ob durch online Dating, Kontaktanzeigen, Speed Dating oder Verkuppelungsversuche durch Freunde, die Möglichkeiten einen potenziellen Lebensgefährten zu finden, sind weitläufig. Jedoch den tatsächlich richtigen Partner fürs Leben zu finden, mit dem sich das Vorhaben einer Familiengründung realisieren lässt, ist die weitaus größere Herausforderung.

Außerdem halten viele Menschen finanzielle Stabilität für essentiell, weshalb Paare erst dann Kinder haben möchten, wenn sie beruflich etabliert sind und sich in einer passenden Wohnsituation befinden. Für den Zeitpunkt ist zudem das Gefühl ausschlaggebend, dass man sich selbst beziehungsweise als Paar bereit für ein Kind fühlt.
Laut einer Studie von Dr. Luis Angeles an der University of Glasgow erhöht Nachwuchs bei Verheirateten tatsächlich die Zufriedenheit und sie steigt mit der Anzahl der Kinder. Bei unverheirateten Menschen hingegen haben die Kleinen wenig oder gar keinen Einfluss auf das persönliche Glücksempfinden.

Mit zunehmender Zahl werden die Eltern oft sogar unglücklicher. Negative Erfahrungen beim Großziehen von Kindern haben auch diejenigen, die getrennt leben oder Singles sind. Zusammenfassend kann man sagen, dass es Paaren mit Kindern besser geht, sofern die äußeren Bedingungen stimmen. Und Voraussetzung dafür ist auch, dass beide bereit sind, Eltern zu werden. Die meisten Menschen kommen an diesen Punkt, sobald sie heiraten.


Gründe für gewollte Kinderlosigkeit bei Paaren

Dass Paare sich bewusst entschließen, keine Kinder zu bekommen, liegt häufig an der Angst, anschließend den gewohnten Lebensstandard nicht beibehalten zu können. Andere sind mit ihrem Leben so zufrieden wie es ist und möchten daran auch nichts verändern. Viele hochqualifizierte Frauen haben heute die Befürchtung, dass sich Beruf und Karriere mit Kindern nur schwer oder gar nicht vereinbaren lassen. Und Paare mit niedrigem Einkommen meinen, auf materielle Dinge  verzichten zu müssen, sobald sie sich für Nachwuchs entscheiden.


Foto: fotolia.de

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