Baby an Board ?!

Sie wünschen sich ein Baby und hoffen jeden Monat aufs Neue, dass der Schwangerschaftstest endlich positiv ist? Wir haben Infos zum weiblichen Zyklus, den bekanntesten Fruchtbarkeitsmythen und klassischen Schwangerschaftsanzeichen für Sie zusammen gestellt.

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Haben Sie gewusst, dass in etwa jedes siebte Paar in Österreich an ungewollter Kinderlosigkeit leidet*? Grund genug, den weiblichen Zyklus genauer unter die Lupe zu nehmen und herauszufinden, wann die Chancen auf eine Schwangerschaft besonders gut stehen. Der weibliche Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regel und endet am Tag vor der nächsten Regelblutung – der dazwischenliegende Zeitraum ist von Frau zu Frau verschieden und keinesfalls punktgenau festzulegen, auch wenn man immer wieder von den berühmten 28 Tagen hört. Der Zyklus lässt sich außerdem in drei Phasen unterteilen, die verschiedene Körpervorgänge beinhalten:

Erste Zyklushälfte: Reifungsphase der Eibläschen (Follikelphase)

Durch Ausschüttung des Hormons GnRH wird die Bildung des follikelstimulierenden Hormons (FSH) in der Hirnanhangdrüse stimuliert und dadurch etwa 40 bis 100 Eibläschen (Follikel) zum Reifen gebracht. Diese produzieren weibliche Geschlechtshormone (Östrogene). Üblicherweise entwickelt sich nur ein Eibläschen zum sprungbereiten Leitfollikel, wenn sich jedoch mehrere Eibläschen entwickeln und befruchtet werden, entstehen Mehrlinge. Ungefähr gegen Zyklusmitte hat der Östrogenanstieg zur Folge, dass sich der Gebärmutterhalskanal (Zervixkanal) weitet und der Zervixschleim wässrig, klar und gut „dehnbar“ wird – optimale Bedingungen für Spermien! Die Dauer der Follikelphase ist übrigens variabel und endet immer zum Zeitpunkt des Eisprungs.


Zyklusmitte: Eisprung (Ovulation)

Durch die Östrogenausschüttung wird kurz vor dem Eisprung ein rapider Anstieg des Hormons LH ausgelöst, das dann in Kombination mit dem ebenfalls angestiegenen Progesteron den Eisprung auslöst. Nun wird eine reife Eizelle aus dem Leitfollikel im Eierstock ausgestoßen und kann in den Eileiter wandern, wo sie hoffentlich befruchtet wird. Eine Eizelle ist nach dem Eisprung einige Stunden befruchtungsfähig, hier schwanken die Angaben. Fest steht hingegen, dass der Eisprung Voraussetzung für eine Befruchtung ist.


Zweite Zyklushälfte: Gelbkörperphase (Lutealphase)

Aus den Follikelresten im Eierstock entwickelt sich ein Gelbkörper und produziert für kurze Zeit das Gelbkörperhormon Progesteron, das in den Tagen nach dem Eisprung für eine leicht erhöhte Körpertemperatur sorgt (während der Gelbkörperphase bleibt die Temperatur auch erhöht!). Weiters sorgen Progesteron und Östrogene dafür, dass die Schleimhaut in der Gebärmutter aufgebaut und so bestens für eine befruchtete Eizelle vorbereitet ist. Diese Schleimhaut wird dicker und nach erfolgreicher Einnistung einer Eizelle bleibt die folgende Regelblutung aus. Wird die Eizelle während der fruchtbaren Tage jedoch nicht befruchtet, bildet sich der Gelbkörper gegen Ende des Zyklus wieder zurück und löst somit eine Regelblutung aus, während dieser die Gebärmutterschleimhaut zerfällt und mit ausgestoßen wird. Mit der eintretenden Blutung steigen auch die Werte von Östrogen sowie jene der Hormone LH und FSH wieder an und es beginnt ein neuer Zyklus**.

Lernen Sie Ihren Zyklus besser kennen

Körpersignale deuten

Viele Frauen kennen den sogenannten „Mittelschmerz“, der sich im Unterleib, der Leistengegend oder durch Ziehen und Zwicken bemerkbar macht. Dauern kann dieser Schmerz unterschiedlich lang, von ein paar Minuten über Stunden. Auch klassische „Regelbeschwerden“ wie sensible Brüste, Rückenschmerz oder Übelkeit, aber auch verstärkte Lust auf Sex können sichere Anzeichen sein: Wenn sich letzterer mit zwei Fingern wie ein Faden „spinnen“ lässt, steht Ihr Eisprung ziemlich sicher kurz bevor!

Eisprungrechner

Im Internet gibt es viele verschiedene Eisprungrechner, die Frauen mithilfe gemachter Angaben zu Zykluslänge und Periode helfen, ihren Eisprung zu berechnen. Natürlich gibt es keine Garantie! Z.B. www.eisprung-rechner.com

Ovulationstest

Mit Hilfe von Ovulationstests (z.B. Clearblue Digitale Ovulationstest) kann der Anstieg des Ovulationshormons LH ca. 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung erkannt werden. Somit lassen sich die „fruchtbarsten“ Tage eines Zyklus herausfiltern.
Mehr Infos zu Verwendung, Zuverlässigkeit und digitale Hilfen auf: www.clearblue.com

Temperatur messen

Falls Sie gewissenhaft und sehr genau sind, eignet sich eventuell auch die Temperaturmethode (auch Basaltemperaturmethode genannt) zur Bestimmung Ihrer fruchtbaren Tage bzw. Ihres Eisprungs.

So geht’s: Täglich direkt nach dem Aufstehen die Köpertemperatur messen – empfohlen wird sogar täglich zur gleichen Uhrzeit. Diese dann notieren (entweder in speziell erhältlichen Tabellen eintragen oder einfach auf einem Notizblock notieren) und über mehrere (!) Zyklen beobachten. Denn wie anfangs bei den Zyklusphasen erwähnt, ist der Eisprung erfolgt, wenn das Thermometer einen leichten Anstieg zeigt. Um also die jeweils persönlichen fruchtbaren Tage herauszufiltern, braucht es etwas Geduld! Empfohlen werden übrigens digitale Thermometer, da diese sehr genau sind und die verzeichneten Temperaturen nur leicht voneinander abweichen. Tabellenmuster zum kostenlosen Download gibt es z.B. hier: www.dein-baby.net/ basaltemperatur-tabelle-zum-download

Worauf Sie achten sollten

Stress

Immer wieder hört man, dass Stress einer der größten Feinde eines Paares ist. Und das stimmt tatsächlich! Konstanter beruflicher oder/und privater Stress reduziert die Fruchtbarkeit der Spermien. Nicht umsonst raten viele Ärzte verzweifelten Paaren, einfach mal ein paar Tage Urlaub zu machen, Stress zu vermeiden und Entspannung bewusst zu suchen. Dann kommt auch die Lust zurück ins Schlafzimmer …

Rauchen

Nicht zum Spaß wird es gut lesbar und nicht zu übersehen auf Zigarettenpackungen gedruckt: Rauchen reduziert die Fruchtbarkeit von Männern deutlich und bewirkt, dass sowohl die Menge der (gesunden) Spermien als auch ihre Beweglichkeit signifikant sinkt. Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich also auch definitiv schon, bevor ein Baby unterwegs ist und sollte die zukünftige Mama auch Raucherin sein, macht sie beim „Entzug“ am besten gleich mit!

(Über-)Gewicht, Ernährung

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist auch bei Kinderwunsch wichtig und kann keinesfalls durch diverse Tabletten oder Nahrungsergänzungsmittel ersetzt werden. Starkes Über- oder Untergewicht kann die Fruchtbarkeit beeinflussen, ebenso wie übermäßiger Alkoholkonsum. Besonders wichtig ist die Versorgung des Körpers mit ausreichend Vitamin C, E, B6, B12, Folsäure, Zink und Omega-3-Fettsäuren.

Handy, Laptop, enge Jeans

Sie können nicht glauben, dass ein Handy in der Hosentasche oder ein Laptop am Schoß die Samenqualität beeinträchtigt? Nun, es geht dabei auch nicht um das Handy oder den Laptop an sich, sondern um die erhöhte Hodentemperatur! Denn für die Produktion von aktiven, gesunden Spermien ist eine Temperatur zwischen 33 und 35 Grad ideal, was auch erklärt, warum sich die Hoden „außerhalb“ des männlichen Körpers befinden. Und wahr ist, dass sich bei Temperaturanstieg (beispielsweise bei längeren Laptopsessions oder einengender Kleidung) unter Umständen keine gesunden Spermazellen entwickeln können.

Weniger Sex = qualitativ besseres Sperma

Wer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, hatte unrecht: Männliche Spermien wird nicht besser, schneller oder fruchtbarer, wenn man sich längere Zeit in Abstinenz übt.

Anzeichen dafür, dass Sie bald zu dritt sein werden

  • (Morgendliche/abendliche/ganztägige) Übelkeit
  • Stimmungsschwankungen (erhöhte Reizbarkeit)
  • Empfindliche Brust(warzen), angespannte/angeschwollene Brüste, kribbelndes Gefühl
  • Lähmende (!) Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Heißhunger, Lust auf ungewöhnliche Kombinationen
  • Schwache Blutung (sogenannte „Einnistungsblutung“), leichte Unterleibskrämpfe
  • Verstärkter Harndrang
  • Und eindeutig: ausbleibende Periode bzw. positiver Schwangerschaftstest – Juhu!

Text: Isabel Müller
Foto: Sabine Grossbauer, www.stachelpferdchen.com, Hersteller
Titelfoto: Shutterstock.com Alena Root

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