Kids mit Zucker

Rund 50.000 Österreicher sind an Typ-1-Diabetes erkrankt. Die sogenannte Zuckerkrankheit tritt meist schon bei Kindern, manchmal auch im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter auf. Die genauen Ursachen dieser Erkrankung kennt die Wissenschaft noch nicht. Vermutlich spielen genetische Veränderungen im Immunsystem eine Rolle. Sie könnten dazu führen, dass Virusinfektionen unter bestimmten Umständen eine Autoimmunreaktion auslösen, welche die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse schädigt.

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Typisch für den Typ-1-Diabetes ist deshalb der absolute Mangel an Insulin. Dieses Hormon spielt eine Schlüsselfunktion beim Transport von Glukose in die Körperzellen. Fehlt es, führt dies zu einem Anstieg des Blutzuckerspieles, was unbehandelt schwere Folgen bis hin zur Bewusstlosigkeit mit tödlichem Ausgang haben kann. Typ-1-Diabetiker müssen daher, sobald die Diagnose feststeht, täglich Insulin spritzen.

Optimale Stoffwechseleinstellung

Die moderne Insulintherapie hat das Ziel, den Stoffwechsel optimal einzustellen und möglichst einen dem Gesunden vergleichbaren Blutzuckerspiegel zu erreichen. Das ist jedoch nicht ganz einfach, da Ernährung und körperliche Aktivitäten in dem komplexen biochemischen Spiel eine wesentliche Rolle haben. Deshalb versucht man, die Insulinzufuhr auf diese Faktoren abzustimmen. Diese intensivierte Insulintherapie erfordert allerdings regelmäßiges Messen des Blutzuckerspiegels und mehrmals tägliches Spritzen des Hormons, was vor allem bei kleineren Kindern nicht immer einfach zu realisieren ist.

Die optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels in Abstimmung auf Ernährung und Aktivitäten hat aber viele Vorteile. Der Patient muss beim Essen geringere Einschränkungen machen, und er kann – abgesehen vom Insulinspritzen und Messen des Zuckerspiegels – nahezu ohne Einschränkungen an (fast) allen Aktivitäten des Lebens teilhaben. Selbst Hochleistungssport ist für Diabetiker heute möglich. Außerdem trägt eine optimale Einstellung des Stoffwechsels dazu bei, mögliche Diabetes-Spätschäden wesentlich zu reduzieren.

Heilung noch nicht möglich

Eine Heilung ist bei Typ-1-Diabetes noch nicht möglich. Die Insulintherapie muss daher bis ans Lebensende durchgeführt werden. Innovative Entwicklungen wie besonders bedienungsfreundliche Injektionsgeräte oder elektronische Blutzuckermessgeräte, die nach einem kleinen Stich in die Fingerspitze in Sekunden den Blutzuckerwert anzeigen, machen das Leben mit der Krankheit heute allerdings viel leichter als früher.

Wichtig beim Typ-1-Diabetes ist ein möglichst frühzeitiges Erkennen der Erkrankung. Beim Auftreten der typischen Symptome wie zum Beispiel vermehrtem Trinken und Harnlassen, Müdigkeit oder einer schlechteren Sehleistung sollte unbedingt eine Untersuchung durchgeführt werden. Eventuelle gefährliche Komplikationen, die ein unbehandelter Diabetes bringt, lassen sich durch rechtzeitiges Erkennen der Erkrankung verhindern.

Titelfoto: Scott Rothstein/Shutterstock.com

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