Kids mit Durchblick

Verschwimmt die Welt vor den Augen Ihres Kindes? Spätestens dann ist Zeit für einen Kontrollbesuch bei Augenarzt

Unsere Großeltern bekamen noch eins mit dem Staberl auf die Finger, wenn sie in der Klavierstunden nicht die Noten vom Blatt ablesen konnten. Ob sie diese aus der Entfernung vielleicht nicht sehen konnten, interessierte niemanden. Heute hat sich da zum Glück einiges verändert. Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt sind mittlerweile üblich und Fehlsichtigkeiten, Stellungsfehler, also „Schielen“ oder angeborene Augenerkrankungen bei Kindern werden dank bereits im Baby- und Kleinkindalter möglicher Sehtests immer früher erkannt und besser behandelt.
Im Baby- und Kleinkindalter ist Weitsichtigkeit übrigens weit verbreitet und muss meist nicht behandelt werden. Sie wächst sich mit den Jahren aus und verschwindet bis zum Schulalter durch das Wachstum des Auges in die Länge. Nicht immer ist die Sache aber so einfach, weiß Augenarzt Dr. Markus Grasl: „Fehlsichtigkeiten wie Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit, Stabsichtigkeit oder Ungleichsichtigkeit können die normale Entwicklung des beidäugigen Stereosehens in früheste Kindheit beeinträchtigen und müssen rechtzeitig mit einer entsprechenden Brille korrigiert werden. Unentdeckte oder nicht ausreichend korrigierte Fehlsichtigkeiten oder Schielerkrankungen führen in kürzester Zeit zu einer irreversiblen Schwachsichtigkeit, die später weder mit einer optimal angepassten Brillen- oder Kontaktlinsenkorrektur noch mit einer Operation zu heilen sind.“
Rechtzeitig auf das Augenlicht des Kindes zu schauen, lohnt sich also unbedingt. Auch, das Kind im Fall des Falles mit einer guten Brille auszustatten. Woran man eine geeignete Kinderbrille erkennt, ist einfach definiert: am ausgezeichneten Sitz, der Widerstandsfähigkeit, dem ansprechenden Design sowie dem geringen Gewicht. Schließlich soll nichts drücken oder zwicken. Dabei muss die Brille ihrem kleinen Träger oder ihrer Trägerin natürlich auch gefallen.
Die Zeiten, als Kids mit Brille als „Brillenschlange“ oder ähnlich gehänselt wurden, sind inzwischen vorbei. Heute orientieren sich die Hersteller bei den Brillen für die Kleinen an denen ihrer Vorbilder, der Eltern, und gestalten sie entsprechend stylish und cool. So erzählt Kinderpsychologin Dr. Irmtraud Ramstorfer aus ihrer täglichen Erfahrung: „Das Tragen einer Brille stellt im sozialen Umfeld kein Problem mehr dar.“ Allerdings, so Augenarzt Dr. Grasl, sollte dem Kind die Bedeutung seiner Brille deutlich gemacht werden, dann werden auch keine Vorbehalte geweckt. abschreiben zu können, liegt der Verdacht nahe, dass es nicht gut sieht. Doch nicht immer sind die Indizien für Fehlsichtigkeit bei Kindern in einer Form gegeben, die Eltern hellhörig machen.

Tipps für die Wahl der Kinderbrille

  • Die Brille sollte robust und widerstandsfähig sein und jede Bewegung mitmachen, testen Sie daher die Brille „in Bewegung“.
  • Idealerweise wächst die Brille mit Ihrem Kind mit, d.h. die Gläser sollten austauschbar sein
  • Überlassen Sie dem Kind die Entscheidung – schließlich muss sich ihr Kind wohlfühlen und die Brille (meist) täglich tragen
  • Achten Sie auf geringes Gewicht und einen guten Sitz. Dafür ausschlaggebend sind neben dem Material vor allem die richtige Länge der Bügel als auch die Wahl der Nasenstege.
Text: Marion Breiter O’Donovan
Foto: Syda Productions – shutterstock.com