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Vegetarische Ernährung

Vegetarische Ernährung

In der Schwangerschaft fangen viele Frauen an sich mit ihrer Ernährung auseinanderzusetzen. Auch Vegetarierinnen.

"Für mich war Fleisch in den letzten Jahren überhaupt kein Thema, aber jetzt, wo ich schwanger bin, bin ich unsicher geworden". Tanja ist Vegetarierin.

Ausschlaggebend war das Video über Massentierhaltung, das sie im Rahmen ihres Studiums zu sehen bekam. Seit fast sieben Jahren isst die 32-Jährige kein Fleisch, keine Wurst, nicht einmal mehr Fisch. Sie fühlt sich wohl und ist – bestätigt von der letzten Gesundheitsvorsorgeuntersuchung – rundum gesund. Aber wie ist das nun mit dem heranwachsenden Baby?


Gesund und vegetarisch

"Die Gesundheit der Mutter korreliert mit der Gesundheit des Babys", vereinfacht der Gynäkologe und Mitbegründer des Geburtshauses Nussdorf, Dr. Volker Korbei, den Ernährungszusammenhang. Kurz gesagt: Je gesünder sich die Mutter ernährt, desto besser für das Baby. Die so genannte lactovegetabile Kost, bei der einfach Fleisch und Wurst weggelassen werden, ist laut Korbei völlig problemlos. Frauen, die überhaupt kein tierisches Eiweiß zu sich nehmen, also auch keine Milchprodukte, Eier oder keine Käse, empfiehlt er vor allem sehr viele Sojaprodukte zu sich zu nehmen.
Prinzipiell - so sind sich die Ernährungsexperten einig, ist das Problem in unserer Gesellschaft weniger die Frage "Fleisch oder nicht Fleisch", sondern die Frage nach der ausgewogenen und vollwertigen Ernährung. Theoretisch ist es ja einfach und uns allen bekannt: Vitamine durch viel Gemüse und Obst; Eiweiß tierisch und/oder pflanzlich und Kohlenhydrate aus Nudeln, Kartoffeln, Reis. Wenig Zucker, wenig Fett, wenig Koffein und Alkohol.

Trotz zahlreicher Skandale (BSE bei Rind, Antibiotika und Hormone vor allem im Schweinefleisch) in den letzten Jahren, sind die Österreicher nach wie vor Fleischesser und essen eher zuviel als zuwenig davon. Fleisch ist zweifellos eine sehr gute Eiweißquelle, enthält jedoch andererseits sehr viel Fett; selbst scheinbar mageres Fleisch besteht zu einem Drittel aus Fett.

Und es enthält - zumindest wenn es kein Bio-Fleisch, sondern eher billiges Fleisch aus Massentierhaltung ist - möglicherweise Rückstände von wachstumsfördernden Stoffen, Hormonen und Antibiotika. Für Schwangere gilt nun im Prinzip dasselbe wie für alle - außer dass sie bei der Ernährung an zwei denken müssen: an das Kind, das sie miternähren und an sich selbst, weil ihr Körper in der Zeit der Schwangerschaft besonders gefordert ist.


Probleme durch Fleischverzicht

Die üblichen möglichen Mangelerscheinungen durch falsche Ernährung - übrigens nicht nur bei Vegetarierinnen - gelten ganz besonders auch für Schwangere und Stillende. Eiweiß, Kalzium, Vitamin B12 und Eisen sollten ausreichend durch die Nahrung aufgenommen werden.


Schwanger und langsamer

Durch die hormonelle Umstellung kann in der Schwangerschaft der Darm etwas träger werden. Vor allem ballaststoffreiche Ernährung, Vollkornbrot, Weizenkleie oder geschroteter Leinsamen können bei Verstopfung vorbeugen.
Stuhlanregend sind auch Sauerkraut, Essiggurken, Birnen, Äpfel, Orangen und Nüsse. Hilfreich ist auch ein Glas lauwarmes Wasser morgens auf nüchternen Magen getrunken. Prinzipiell gilt: Viel, viel Trinken (möglichst mehr als 1,5 Liter pro Tag).


Das vegetarische Baby

Bei der Ernährung von Babys gehen die Meinungen auseinander. Es ist einfach ein Baby vegetarisch großzuziehen, schreibt Carol Hunter in ihrem leider vergriffenen und nicht mehr aufgelegten Buch “Naturkost fürs Baby”. Es hat außerdem den Vorteil, dass das Problem, wie man Fleisch in einer babygerechten Form zubereitet, wegfällt. Da Fleisch für ein Baby ohnehin sehr schwer verdaulich ist, sollte man mit der Einführung von Fleisch in der Ernährung sowieso warten, bis das Baby älter ist, auch wenn man sein Kind nicht ausschließlich vegetarisch ernähren will.
Der Wiener Kinderarzt Dr. Walter Fuchs sieht das anders. Für ihn ist Fleisch ein ganz wichtiger Eiweißlieferant, der vor allem in der Zeit des Zufütterns bzw. nach dem Abstillen im ersten Jahr kaum ersetzt werden kann. Da man Babys einerseits im ersten Lebensjahr aufgrund möglicher Allergien keine Kuhmilch geben und bei allen Milchprodukten vorsichtig sein sollte, andererseits aber wichtig ist, dass das Kind genug Eiweiß bekommt, kann hier ein Mangel-Problem entstehen.

Gerade da Neurodermitis bei Babys immer häufiger wird (und fast schon in jeder Familie Allergiker vorhanden sind), rät der Kinderarzt deshalb zur Fleischbeigabe in Babys erster Kost. Fuchs empfiehlt helles Fleisch (Pute, Huhn, Kalb) oder Süßwasser-Fisch, alles am besten aus biologischer Herkunft. Ab dem 2. Lebensjahr hält er vegetarische Ernährung bei Kleinkindern – insofern auf eine ausgewogene Ernährung geachtet wird - aber für machbar.


Nach dem 1. Geburtstag

Kleinkinder essen oft gar nicht so gerne Fleisch, sondern am liebsten Würstl. Gerade diese aber enthalten noch mehr Fett als Fleisch, dazu viele Konservierungs- und Farbstoffe und haben einen hohen Salzgehalt.
Wenn Kleinkinder vegetarisch ernährt werden, sollten die Eltern darauf achten, dass sie ausreichend Milchprodukte, Käse und Eier sowie pflanzliche Produkte mit hohem Eisengehalt (am besten gemeinsam mit Vitamin C-reichen aber ungezuckerten Obstsäften) zu sich nehmen.


Rezept-Tipps


Rezept-Tipp fürs Baby

Käsekartoffeln
1 Kartoffel (mittelgroß)
25 g geriebener Käse
1 Eigelb
2 Esslöffel Reismilch

Kartoffel weich kochen, schälen, zerdrücken. Die anderen Zutaten unter die noch heiße Kartoffel rühren und den Brei kurz bei schwacher Hitze kochen.

Rezept-Tipps für Schwangere und Stillende

Mais-Leibchen
100 g Vollkornmehl
125 ml Milch
1 Ei
250 g Mais
Öl zum Braten

Mehl, nach und nach Eier und Hälfte der Milch verrühren, bis eine weiche Masse entsteht. Langsam restliche Milch zugeben und weiterschlagen, dann Mais einrühren. Öl in der Pfanne erhitzen, Teig löffelweise in die Pfanne geben, Leibchen 3-4 Minuten braten, bis sie goldgelb sind.

Käsetoast
Toastbrot (2 Scheiben pro Person)
Käse (Camembert)
1 Apfel, event. 1 Zwiebel

Toastbrot-Scheiben mit Camembert und Apfelscheiben (und je nach Lust auch Zwiebelringen) belegen und auf das Backblech legen. Im vorgeheizten Ofen bei ca. 180 Grad backen bis der Käse goldbraun ist. Mit Preiselbeeren servieren.


Text: Jürgen Steiner
Foto: Ermolaev Alexander/Shutterstock.com




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