Mit Biss durchs Leben

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Sie schmerzen, wenn sie kommen, sind pflegebedürftig und hinterlassen, wenn sie gehen, Lücken. Die Rede ist nicht von flügge gewordenen Kindern, sondern von Zähnen und Zähnchen. Diese sollte man schon ab dem Babyalter ganz ordentlich pflegen. Damit man sie hat, wenn man sie braucht.

Kleine Schreihälse brauchen sie zunächst ja nicht. Doch aufmerksame Eltern erspähen die Unebenheiten im Zahnfleisch bereits beim Säugling und können so die Lage der Zähnchen erkennen. Ab dem sechsten bis zehnten Lebensmonat sollten sich Eltern dann auf schlaflose Nächte gefasst machen. Das Zähnekriegen ist ähnlich wie das Kinderkriegen: Bei manchen schmerzt es weniger, bei anderen mehr – aber weh tut es auf jeden Fall. Die unteren Schneidezähne sind die Ersten, die durchbrechen (sie fallen generell auch als Erste wieder aus, zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr). Danach folgt der erste Schneidezahn im Oberkiefer. Ist das Baby ein- bis eineinhalb Jahre alt, kommt der erste Mahlzahn, zwischen eineinhalb und zwei Jahren bahnen sich dann auch die Eckzähne ihren Weg. Um die Zähne zu kräftigen, wird bei Säuglingen im ersten Lebensjahr eine Vitamin-D-Prophylaxe, kombiniert mit Fluor, empfohlen. Zucker ist bei der Unter- 1-Liga eher ein No-Go, außer es handelt sich um natürlichen Zucker, wie z. B. Laktose (Milchzucker) in Milchprodukten oder Fruktose (Fruchtzucker) im Obst. Beinhart: Das Motto gilt auch bei den Zähnen. Um den Zahnschmelz widerstandsfähiger zu machen – und im Sinne einer guten Kariesprophylaxe –, ist eine ausreichende Fluor-Versorgung des Sprösslings wichtig. Karies ist eine Infektionskrankheit und deshalb ansteckend. Kinder holen sich die Erreger oft von der Mutter, z. B. weil diese den Brei mit dem Babylöffel vorkostet oder den heruntergefallenen Schnuller ableckt. Derlei gilt es also unbedingt zu vermeiden, wenn man auch generell keine Panik zu haben braucht: Nicht jeder Mensch ist gleichermaßen gefährdet, Karies zu bekommen. Zur Abschätzung des persönlichen Kariesrisikos gibt es einen Speicheltest, den der Zahnarzt durchführt. Und durch ausgewogene Kost, Verzicht auf Zucker und entsprechende Pflege kann man Karies vorbeugen.

Das Leid mit den Zähnchen

Manche Babys sind beim Zahnen ziemlich cool, andere wieder regelrecht krank, sie bekommen Durchfall, Fieber und Schmerzen. Diesen Beschwerden kann man entgegenwirken, indem man dem Baby beispielsweise einen harten oder einen kühlenden Beißring gibt, Apotheken führen auch spezielle Gels für das Zahnen. Sobald das erste Zähnchen sichtbar ist, sollten Eltern dann mit der Zahnpflege beginnen. Nur starke und gut gepflegte Zähne bleiben lange gesund und fallen nicht frühzeitig aus. Sie haben schließlich eine besondere Funktion: Als Platzhalter für die zweiten Zähne müssen sie entsprechend Raum haben. Nur so können sich die bleibenden Zähne gerade und makellos entwickeln. Wenn die Zähne durchbrechen, reicht es zunächst, sie mit einem Wattestäbchen zu reinigen. Doch schon die ersten beiden richtigen Hasenzähnchen müssen mit einer entsprechenden Kinderzahnbürste und -paste geputzt werden. Zweimal täglich etwa zwei Minuten lang – das gilt auch für die Jüngsten. Dies und die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt garantieren, dass einem perfekten Hollywood-Gebiss nichts mehr im Wege steht.

Zahnpflege für Fortgeschrittene

Stand noch vor ein, zwei Jahrzehnten der Begriff „Zähneputzen“ allumfassend für das abendliche und morgendliche Ritual im Mund, sind die Begriffe „Zahnpflege“ und „Mundhygiene“ heute zeitgemäßer. Was man dazu braucht? Ganz einfach: eine Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide für Menschen mit gesundem Gebiss und Zahnfleisch. Und ganz wichtig: das richtige Know-how im Umgang mit diesen Helfern.

Putzen, dass sich die Borsten biegen

Ab dem dritten Lebensjahr können Kinder schon sehr gut mit einer Zahnbürste umgehen. Sie sollten diese Aktivitäten jedoch im Auge behalten und in puncto Zahnpflege als Vorbild agieren. Bilderbücher oder die ersten Versuche, bei denen Ihr Kind in Ihrem Mund Zähne putzt, können beim Lernen hilfreich sein. Weigert sich Ihr Kind, ist elterlicher Druck trotz allem nicht angesagt. Drohungen, Einschüchterungen und Sanktionen sind meist wenig sinnvoll. Vernünftiger: Versuchen Sie Ihrem Kind klarzumachen, dass Sie jetzt für seine Zahngesundheit verantwortlich sind und dass es diese Verantwortung später selbst tragen wird. Eltern von Sprösslingen unter sechs Jahren sollten das Putzritual der Youngsters unbedingt kontrollieren. Kindern gelingt es meist nur, etwa 35 Prozent der vorhandenen Beläge zu entfernen. Ist Ihr Kind kein leidenschaftliches Putzengerl, könnte eine elektrische Zahnbürste gute Dienste leisten.

Lückenbüßer

Die ersten Zähne sind die Platzhalter für ein schönes, regelmäßiges und gesundes Dauergebiss. Und sie wollen gepflegt werden, um nicht vorzeitig zu erkranken. Grundsätzlich betrachtet gibt es zwei wichtige Zahnkrankheiten: Karies und Parodontitis. Beide haben eine gemeinsame Ursache: Zahnbelag. Die Vorsorge umfasst daher immer die Entfernung von Zahnbelag. Mit der Bürste wild hin- und herzufahren, hat dabei so gut wie keinen Sinn. Günstig ist es, wenn im Zuge einer Mundhygiene-Sitzung der Experte das richtige Putzen erklärt. Wir putzen meist falsch, das führt zu Plaque- Bildung. Bei Kindern stellt Plaque eine Gefahr für die Entstehung von Parodontose dar. Im Laufe des Lebens erfolgt eine Umkehr der pathogenen Keime, Kinder bis 13 oder 14 Jahre haben kaum Parodontitis. Wer gründlich pflegen will, sollte mindestens vier Minuten in kreisenden Bewegungen putzen. Schallbürsten schneiden nach Ansicht der Experten gut ab. Schon eine Putzzeit von zwei Minuten bringt die Beißerchen auf belaglosen Hochglanz.

Richtig reinigen

Wer beim Zähneputzen einfach nur hin- und herschrubbt, mag das zwar gerne vier Minuten lang machen, es bringt aber sicher nicht den gewünschten Erfolg. Im Gegenteil: Durch heftiges Rubbeln kann der Zahnschmelz sogar beschädigt werden.

Richtiges Zähneputzen geht so:

– Setzen Sie die Zahnbürste leicht schräg an den Zähnen an, ein wenig darf sie in die Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen.
– Dann rütteln Sie mit der Bürste ganz leicht hin und her, die Borste bleibt aber fast stehen.
– Nun in kreisenden Bewegungen von Rot nach Weiß bürsten, dabei immer zwei Zähne weiterrücken.

Und noch etwas: Schrubben Sie nicht einfach drauflos, dadurch entstehen möglicherweise Rillen und Keile, im schlimmsten Fall kann an heiklen Stellen sogar das Zahnfleisch zurückweichen, sodass die Zahnhälse freiliegen. An den Kauflächen können Sie hin- und herbürsten. Kalkulieren Sie etwa drei bis vier Minuten für die Zahnpflege ein. Erfolgreich waren Sie, wenn Sie mit der Zunge über die frisch polierten Beißerchen fah-ren und keine rauen Stellen mehr aufspüren. Am besten gelingt das mit einer mechanischen, mit etwas Übung auch mit einer elektrischen Zahnbürste.

Das richtige Gerät

Sie prangen in den buntesten Farben im Regal und die Wahl ist meist schwierig. Vor allem Kinder können sich schwer entscheiden, ob sie lieber zur Disney-Figuren-Bürste oder zum violetten Glitzermodell greifen sollen. Die Anforderungen an eine gute Zahnbürste sind relativ einfach auf den Punkt gebracht: Zahnbürsten mit einem kurzen Kopf und einem kleinen, geraden Borstenfeld sind ideal. Ist die Bürste nämlich zu klobig, kommen Sie damit schwer in unzugängliche Regionen. Die Folge: Plaque bildet sich dort am schnellsten. Wählen Sie eine Bürste mit gut abgerundeten Kunststoffborsten.
Auch wenn Sie sonst auf dem Biotrip sind, verzichten Sie in diesem Fall besser auf Natur pur. In Naturborsten siedeln sich nur allzu leicht Bakterien an. Eine mittlere Borstenstärke ist eine diplomatische Lösung. Die Borsten sollten auf keinen Fall zu hart sein, da sie bei heftigem Rubbeln (das es ohnehin zu vermeiden gilt) den Zahnbelag angreifen. Das „Ablaufdatum“ erreicht eine Zahnbürste in der Regel nach zwei Monaten. Wohlgemerkt: bei normaler Putzhäufigkeit (zweimal täglich) und wenn Sie oder Ihr Sprössling (jeder freilich mit der eigenen Bürste!) nicht zu wild drauflos putzen. Spätestens, wenn sich die ersten Borsten biegen, lässt die Reinigungswirkung um etwa 30 Prozent nach, dann heißt es in eine neue Bürste investieren. Mit Bürsten, wie Sie sie auf dem stillen Örtchen verwenden, sollte die hygienische Zahnbürste in keiner Weise Ähnlichkeiten aufweisen …
Auch eine Zahnbürste will gepflegt sein. Spülen Sie sie daher gründlich aus, wenn sie ihren Dienst versehen hat. Lassen Sie den Bürstenkopf gut trocknen, sodass eine Bakterienbesiedlung auszuschließen ist.
Elektrische Zahnbürsten reinigen zwar nicht besser als Handzahnbürsten, sie sind weder gründlicher noch schneller – allerdings bequemer in der Handhabung: Sie führen die vom Zahnarzt empfohlenen Rotationsbewegungen automatisch aus. Vor allem bei Kids könnte das Zähneputzen so gar zu einem Abenteuer werden und ein ganz passables Putzergebnis ohne großes elterliches Drängen mit sich bringen.

Was gute Zahnpasta kann

Gute Zahnpasten enthalten Fluoride. Diese abschabenden Schleifkörper stärken den Zahnschmelz, entfernen gefärbte Beläge und schützen die Zähne vor Säuren. Sie können beginnende Karies stoppen und regenerieren. Verschiedene Hersteller sind dazu übergegangen, den Grad der Abrasion ihrer Zahnpasten durch den so genannten RDA-Wert (Radioaktive Dentin Abrasion) anzugeben. Ein RDA-Wert von 35 bis 40 ist z. B. niedrig und gilt als empfehlenswert. Weiters enthält eine Zahnpasta antibakterielle Zusätze, schaumbildende Substanzen und Geschmacksstoffe. Ist das Trinkwasser nicht ausreichend mit Fluoriden angereichert oder wird wenig Speisesalz zugeführt, kann eine lokale Fluoridierung mit Zahnpasten, Gels oder Mundwasser diese Fluoride zuführen und die Zähne so schützen. Kleinkinder nehmen normalerweise zu wenig Speisesalz auf, daher ist es sinnvoll, Kindern von der zweiten Lebenswoche bis zum zweiten Lebensjahr eine Kombination aus Fluorid und Vitamin D in Tablettenform zuzuführen. Kinder ab dem vierten Lebensjahr und Erwachsene sollten mindestens zweimal täglich fluoridhaltige Zahncreme verwenden.

Foto: Tatyana Vyc/Shutterstock.com

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