NEUE FOTOAUSSTELLUNGEN im Francisco Carolinum Linz

MARGARET COURTNEY-CLARKE

Dust on the Wind

Margaret Courtney-Clarke ist eine mehrfach preisgekrönte namibische Fotografin. Die Ausstellung im Francisco Carolinum präsentiert Werke aus über 40 Jahren Arbeit und zeigt, was die Künstlerin erstmals in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt hat: süd-, west- und nordafrikanische indigene Frauen in ihrer häuslichen Umgebung. 

Ein weiterer Fokus der Künstlerin liegt auf der düsteren Geschichte jener Menschen, die historisch in der Namib- und Kalahari-Wüste leben. Die langfristigen Beziehungen und Freundschaften, die sie im Laufe der Jahre aufgebaut hat, gewähren ihr nicht nur Zugang zu

intimen Porträts umkämpfter, aber widerständiger Völker, sondern sprechen auch im Detail die großen Fragen sozialer Gerechtigkeit unserer Zeit an – anhaltende Dürren, Klimawandel, Umweltzerstörung und die Auswirkungen der Rohstoffindustrie in einem ressourcenreichen, aber wasserarmen Land.

Courtney-Clarkes gefeiertes Projekt „Caged“ reflektiert die Zwänge sozioökonomischer und politischer Kräfte, indem es Zäune, Pferche und Käfige dokumentiert, die die Individuen und Orte Namibias auf verschiedene Weise begrenzen, schützen und abgrenzen. Ihr anhaltendes Bestreben, sich für die Vernachlässigten und Übersehenen einzusetzen, ist pragmatisch in der Vision, Ungerechtigkeiten aufzuzeigen, aber poetisch in der Formulierung. Margaret Courtney-Clarke offenbart ihren Einfallsreichtum und ihr Durchhaltevermögen und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Gewöhnliche unter außergewöhnlichen Umständen.

Die Ausstellung wird kuratiert von Virginia MacKenny, emeritierte außerordentliche Professorin für Bildende Kunst, Universität Kapstadt, Südafrika.

ZOFIA KULIK

Rhythms of Power            

Zofia Kulik – Rhythms of Power ist die erste Überblicksausstellung der polnischen Künstlerin in Österreich. Neben großformatigen Tafelbildern und dem Selbstportrait Splendour of Myself, zeigt die Ausstellung auch Teile ihrer Diplomarbeit, die gegen Ende ihrer Akademiezeit 1968 bis 1971 entstanden sind.

Tausende Aufnahmen einzelner Phänomene der sichtbaren Welt hat die Künstlerin über Jahrzehnte als Negative archiviert. Modelle in unterschiedlichen Posen, Schädel, Knochen, Gemüse, Blumen, Hunde, Stoffe, Gebäude, Postkarten, Masken, Explosionen und Städte sind nur einige von gut 250 Ordnungskriterien.

Im analogen Belichtungsverfahren entstehen aus diesem Archiv in der Dunkelkammer komplexe Szenarien vielschichtiger Bildwelten, die aus hunderten von einzelnen Bildern orchestriert sind. Skizzen und Schablonen verdeutlichen diesen Arbeitsprozess.

Wie eine Choreografin von Massenveranstaltungen organisiert Zofia Kulik das Bildmaterial. Sie herrscht über den Rhythmus. Einzelbilder sind in Reihen, Kreisen und anderen geometrischen Formationen arrangiert, die häufig nach Regeln der Symmetrie angelegt, wie ein Mandala eine ganze Weltordnung beschreiben oder sich seriell zu einem Ornament verbinden.

Zofia Kuliks Werke wurden bei Les Rencontres de la Photographie 2023 in Arles, 2007 auf der Documenta 12 in Kassel und 1997 auf der 47. Biennale von Venedig gezeigt. Ihre Werke sind in wichtigen Museen wie Tate Modern, Centre Pompidou, Moderna Museet und dem MoMA in New York vertreten.

Die Ausstellung wird kuratiert von Nathalie Hoyos und Rainald Schumacher.

Beide Ausstellungen: 22.03.-28.07.24 

Aussender: OÖ Landes-Kultur GmbH
Foto: Margaret Courtney-Clarke
Datum: 2024-03-21

Anmerkung fratz.at: Bei den hier stehenden Nachrichten handelt es sich um Originaltexte der jeweiligen Aussender.

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