Das erste Kinderzimmer

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Der, angesichts der Angebotsfülle an Kindermöbeln ebenso ratlos, zuckt mit den Schultern. “Brauchen wir all das denn wirklich?” meint er bloß lapidar. Und leicht gequält.
Solche oder ähnliche Gespräche sind wohl keine Seltenheit, wenn es um die Erstausstattung des freudig erwarteten Babys geht. Die werdenden Eltern wollen alles parat haben, wenn es endlich so weit ist und das Baby in sein Zuhause kommt.

Und so manches Elternpaar muss dann feststellen, dass es gewisse Dinge angeschafft hat, die sich gar nicht als so praktisch erweisen wie gedacht, während andere wiederum von der Einkaufsliste gestrichen worden sind, die man jetzt doch gerne im Kinderzimmer stehen hätte.

 

Bett oder Wiege oder …

Allen voran stellt sich die Frage, wie man sein Baby betten soll. Während das klassische Gitterbett heute als verstellbare und so “mitwachsende” Version angeboten wird und damit unleugbare Vorteile, nämlich Kostenersparnis, bietet, erscheint eine Wiege oder ein Stubenwagen zumindest in der ersten Zeit der Größe des Säuglings stärker zu entsprechen.
Schließlich sind Länge und Breite der meisten als Juniorbett verwendbaren Gitterbetten Kinder- und sogar Volksschulkindern angepasst – da muss sich ein Kleines ja winzig ausnehmen. Bis zu einem gewissen Grad lassen sich mit Einschlafhilfen oder einem Gitterschutz Abhilfe und eine wohlige Atmosphäre schaffen. Und vielfach landet das Neugeborene ohnehin im Bett der Eltern (Aber das ist wieder eine andere Geschichte!).

Für die Nähe zu den Eltern sorgen auch Stubenwagen, die man bequem in das Zimmer rollen kann, in dem sich die Erwachsenen gerade aufhalten. Im Trend liegen aber auch Hängematten für die Kleinsten und bieten sich als angenehme Plätzchen für den Aufenthalt tagsüber an. Das angenehme sanfte Schaukeln mögen Babys – und durch das Gurtsystem der meisten Hängematten ist auch für das entsprechende Maß an Sicherheit gesorgt.

Gerade vor dem Anschnallen sei zugleich aber auch gewarnt, denn Angurten über zu lange Zeiträume verhindert, so Dr. Renate Zimmer, Professorin für Sportpädagogik an der Universität Osnabrück, dass die Kinder ein Empfinden für die Schwerkraft entwickeln. Dass sich die Sinne der Kleinen nicht mehr so entwickeln wie früher, untermauert der sogenannte Motoriktest für vier- bis sechsjährige Kinder, der in Kinderarztpraxen und bei Schuleingangsuntersuchungen herangezogen wird um die motorische Entwicklung zu erfassen. Die Ursachen für die selbst über einen relativ kurzen Zeitraum von 15 Jahren schlechter werdenden Leistungen führt Zimmer auf die bereits im Säuglingsalter beginnende Bewegungseinschränkung zurück.

In diesem Sinne: Das Babyzimmer lieber nicht mit zu vielen Möbeln vollstopfen, sondern das eine oder andere Stück, das wirklich fehlt, später dazukaufen. Für den Start reicht ein Gitterbett, das um Alternativen ergänzt werden kann, wenn man im Alltag mit dem Kleinen sieht, wo dessen und die eigenen Vorlieben liegen.

Rechtzeitig daran denken: Sobald Babys kugeln, rollen, rutschen können, haben sie gerne Platz, um sich auf einer auf dem Boden liegenden Matratze oder Decke zu bewegen. So viel freie Fläche sollte man, wenn irgendwie möglich, von Anfang an mit einplanen. Ist das Kinderzimmer eher klein, so kann die Wickelkommode vielleicht im Bad oder der Kleiderschrank im Elternschlafzimmer untergebracht werden. Der neue Erdenbürger wird es seinen Eltern danken!

Foto: AGorohov/Shutterstock.com