Mit den Wehen kündigt das Baby an: Ich will raus!

Schleimpfropf, Wehen und Blasensprung – vor der Geburt zeigt Ihnen Ihr Körper, wenn die finale Phase gekommen ist. Dann sollten Sie sich auf den Weg ins Spital machen.

Eine Geburt verläuft nach keinem allgemeingültigen Prinzip. Schon die Anzeichen im Vorfeld können sich unterscheiden – und sie werden, selbst wenn sie gleich sind, von den Frauen unterschiedlich wahrgenommen. Das Kind bewegt sich in der letzten Phase der Schwangerschaft weiter nach unten. Dies erhöht den Druck auf den ebärmutterhals, während die zuvor empfundenen Belastungen von Brustbein und Rippen meist nachlässt. Ein eindeutiges Signal, das meist zwei bis drei Tage vor der Entbindung auftritt, ist eine ungewöhnlich große Menge Schleim.

Die finden Sie als wer dende Mami plötzlich in Ihrem Slip oder beim Abtrocknen der Schamregion nach dem Baden. Der sogenannte Schleimpfropf hat sich gelöst. Seine Aufgabe war es in den  urückliegenden Wochen, den Muttermund von der Innenseite her zu verschließen. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Schutzmechanismus, damit keine Keime in die Gebärmutter eindringen können. Schon einige Zeit vor der Geburt kommt es immer mal wieder zu Kontraktionen der Gebärmutter. Diese Vorwehen sind in vielen Fällen nur mit einem verhärteten Bauch verbunden. Manchmal werden die Symptome wie Beschwerden bei der monatlichen Regel empfunden.

Eröffnungswehen

Im Gegensatz zu den Vorwehen sind die späteren Eröffnungswehen mit Schmerzen verbunden. Zunächst von vereinzelt, mit längeren Unterbrechungen, später immer regelmäßiger zieht sich die Gebärmutter dabei zusammen. Die Wehen sind wellenförmige Bewegungen vom Oberbauch in Richtung des Unterleibes. Frauen empfinden die durch die Wehen ausgelösten Gefühle ganz unterschiedlich.

Es kann zu Schmerzen wie bei der Periode kommen, ebenso zu einem deutlichen Druck im Bauch. Weiters sind krampfartige Gefühle durchaus normal. Wann sollten Sie ins Spital fahren? Da manchmal die Vorwehen mit den Öffnungswehen verwechselt werden können, sollten Sie mindestens 60 Minuten die Vorgänge beobachten. Regelmäßig für bis zu eine Minute auftretende Wehen im Abstand von rund zehn Minuten sind eine recht eindeutige Botschaft: Das Baby will raus.

Blasensprung

Weiters gibt es einige weitere Hinweise, die den Weg ins Spital notwendig machen. Hierzu zählt der Blasensprung: Das Fruchtwasser läuft aus und somit hat das Baby seine bislang schützende Hülle verloren. Die Gefahr von Infektionen besteht. Daneben sind alle unüblichen Vorkommnisse ein Alarmzeichen. Reduziert das Ungeborene seine Bewegungen? Treten Blutungen auf? Treten ungewöhnliche oder dauerhafte Schmerzen im Bauch oder Unterleib auf?

Fahren Sie lieber einmal öfter ins Spital! In manchen Fällen macht es Sinn, den Weg dorthin möglichst früh anzutreten. Dies ist beispielsweise bei einer Mehrlingsschwangerschaft angezeigt. Auch bei einem früheren Kaiserschnitt oder einer schnellen Geburt sollten Sie nicht zu lange warten.

Text: Stefan Trockel
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