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Familienbande Hindernisse einer Patchwork-Familie


Sie sind aus einer Beziehung nicht wegzudenken: die Kinder des Partners. Doch das Entstehen neuer Patchwork- Familien ist nicht zwangsläufig harmonisch. Meist gilt es Vergangenes aufzuarbeiten. Text: Kerstin Pfeifer





Es könnte nicht schöner sein!
Man schwebt mit dem neuen Partner auf Wolke sieben und kann sich nicht vorstellen, je ohne ihn gewesen zu sein. Doch nach dem anfänglichen Liebesflug folgt die Landung in der Realität. Denn nicht zwingend müssen alle Familienmitglieder mit der neuen Beziehung einverstanden sein. Grund dafür sind oftmals viele kleine Probleme, die nicht aufgearbeitet wurden, weiß Mag. Karin Alt, Familienpsychologin. „Gerade in schwierigen Familiensituationen kommen oft scheinbar Kleinigkeiten heraus die zu großen Problemen und Streit führen.“ Auch wenn es vielleicht schwer fällt: „Kinder müssen in Patchwork- Familien immer im Auge behalten werden. Sie können oft Situationen nicht richtig deuten, haben keinen eindeutigen Ansprechpartner oder werden herumgereicht.“ Der Konflikt ist vorprogrammiert.

Mehr ist mehr
Hat Ihr neuer Partner also bereits Kinder, sollten Sie immer den Kontakt halten und reden. „Besser einmal mehr aussprechen, was zu Problemen führen kann, als zu schweigen“, rät Mag. Alt. Doch vorher muss man den Nachwuchs erst einmal besser kennenlernen. Auch hier hat die Psychologin Tipps: „Bei Kindern sollte immer die Bezugsperson dabei sein.“ Dies gilt unabhängig vom Alter der Kinder. Wenn sich die Bezugsperson nicht wohlfühlt, wird auch der Nachwuchs nicht locker werden. Es sollte also niemand zu einer Zusammenkunft gedrängt werden. Alt rät: „Dem Kind Zeit geben und zuhören. Kinder äußern sehr genau, was sie wollen und wie sie sich etwas vorstellen.“ Oft hilft aber das beste Reden nichts. Was dann? Aufgeben?

Die Beziehung beenden? Auf keinen Fall! „Hier ist es wichtig mit dem Partner an einem Strang zu ziehen. Es müssen die Regeln beim ihm und sich selbst die gleichen sein. Keine Versuche den anderen oder die Kinder zu hintergehen. Eine klare Linie ist gefragt.“ Offene Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist die Basis für funktionierende Patchwork-Familien. Drohungen helfen nicht weiter. Sätze wie ‚Das werde ich deinem Vater sagen‘ verunsichern den Nachwuchs und schaffen kein Vertrauen. „Machen Sie sich in jedem Fall bewusst, dass es Jahre dauern kann, bis Sie zu den Kindern Ihres Partners ein gefestigtes Verhältnis haben“, gibt die Familienpsychologin zu bedenken.

„Ich möchte ein Teil deines Lebens sein.“
Die Familie ist die Basis unseres Lebens. Jede Veränderung darin beeinflusst unser Verhalten und unsere Gefühlswelt. Rücksicht auf die Gefühle aller Mitglieder und viel Geduld helfen schwierige Situationen zu meistern. Eine erste Herangehensweise, wie Sie eine Beziehung zu den Kindern Ihres Partners aufbauen können, finden Sie in unserer Checkliste.





Fotos: Monkey Business Images by Shutterstock.com, beigestellt
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