Mit Konsequenz zu schönen Zähnen

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Zahn- oder Kieferfehlstellungen können besser behandelt werden, je früher sie erkannt werden. fratz&co sprach mit einem Experten über „Brother“: die Spange, die sich nicht austricksen lässt

Meist ist das Mittel der Wahl eine Zahnspange oder –klammer, die festsitzend beziehungsweise herausnehmbar sein kann. Notwendig ist natürlich Konsequenz, denn die Behandlung dauert länger als nur ein paar Wochen, und fallweise auch der Griff nach dem Ersparten. Ob es sich nun um eine festsitzende Korrektur, wie Brackets oder um eine herausnehmbare Spange handelt, wird nach einer Bestandsaufnahme individuell entschieden. Das Problem und gleichzeitig der Vorteil von fix angebrachten Zahnspangen ist, dass sie nicht herausgenommen werden können. Das Kind kann bei der Tragezeit nicht schwindeln, es gibt kein „Oje, ich hab´s vergessen!“ und der veranschlagte Zeitrahmen für die Berichtigung kann eingehalten werden. Doch dafür gibt es auch keine Ausnahmen, wie etwa beim Sport, Essen oder Zähneputzen, wo die Spange störend sein kann und die Kids zudem häufig Schwierigkeiten mit der Pflege haben. „Weiters müssen die Patienten zur Veränderung der Bisslage selbst Gummiringe in die Zahnspange einhängen“, erklärt Dr. Gerald Grabner, Kieferorthopäde in Mödling, den aufwändigen Ablauf. „Wenn die Gummiringe nur mangelhaft und nicht konsequent getragen werden, stellt sich das Resultat nicht oder nur verzögert ein. “

Spange mit Sensor

Bei den relativ einfach zu handhabenden, herausnehmbaren Zahnspangen ist aber auch nicht immer ein garantierter Erfolg möglich. Wird die Spange nicht konsequent eingesetzt, so ist das Ergebnis dementsprechend unzulänglich. Deshalb liegt es meist an den Eltern, ständig zu kontrollieren, ob das Teil auch wie geplant im Mund seinen Platz findet oder irgendwo herumliegt. Doch Ausreden gibt es für die Kids keine mehr, denn Dr. Grabner hat eine Gebissregulierung mit einem Sensor entwickelt und weiß nun genau, ob seine Patienten sich an die vorgeschriebenen Tragezeiten halten. „Eine herausnehmbare Zahnspange kann nur dann etwas bewirken, wenn sie ausreichend benutzt wird“, bringt es der Mediziner auf den Punkt. „Die Zahnspange wird von vielen Kindern gern vergessen und als unangenehm oder peinlich empfunden. Oft wird sie zu kurz getragen oder gar ganz weggelassen.“ Über die Folgen machen sich die Kinder naturgemäß keine Gedanken. Doch die Korrektur der Zahnfehlstellung wird erst verspätet oder auch gar nicht erreicht. Sogar zwischenzeitlich erzielte Erfolge können sich wieder zurückbilden und die Arbeit von Monaten zunichtemachen. Nach einer eigenmächtigen Behandlungsunterbrechung durch das Kind, es genügen oft schon einige Tage, passt die Spange oft nicht mehr und Schmerzen beim Einsetzen bestärken die Kids darin, das Gerät wieder zur Seite zu legen. Gerade in den Ferien, wenn die Kinder aus dem gewohnten Schulrhythmus draußen sind, werden sie nachlässig, was das regelmäßige Verwenden der Zahnspange angeht, weiß Dr. Grabner aus der Praxis. Diese „Auszeit“ schlägt sich aber auf die Geldbörse der Eltern. Die Spange muss wieder angepasst, manchmal sogar neu gefertigt werden und die Behandlungszeit verlängert sich. Manche Eltern sehen sich ständigen, Nerv tötenden Diskussionen ausgesetzt, wenn es um das Tragen der Zahnspange geht. Doch mit einer Kontrolle von „außen“ fällt für viele Eltern dieser Druck weg und es steigt die Motivation der Patienten, sich an die Tragezeiten zu halten. Sie bekommen den Behandlungserfolg bei jedem Arztbesuch klar vor Augen geführt.


Kinder sind manchmal sehr erfinderisch,
wenn es darum geht, die Zahnspange nicht tragen zu müssen.
Dr.Gerald Grabner Kieferorthopäde

Kontrolle von „außen“

Dank eines kleinen Sensors in der Zahnspange ist es möglich zu überprüfen, wie lange die Kinder die Zahnspange wirklich in den Mund geklemmt haben. Das Gerät misst die Temperatur alle zehn bis 15 Minuten und speichert die Werte. Bei einer Temperatur von 35°C bis 40°C geht man von einem korrekten Aufenthaltsort aus. Bei weniger dürfte die Spange eher am Nachtkästchen oder in der Schultasche sein, statt im Mund. „Kinder sind manchmal sehr erfinderisch, wenn es darum geht, die Zahnspange nicht tragen zu müssen“, weiß Dr. Grabner, „doch indem der Sensor objektiv die Tragezeit misst und diese dann am Computer für den Arzt, die Eltern oder das Kind anzeigt, kann genau nachvollzogen werden, ob die Spange vorschriftsmäßig getragen wurde.“ Der Sensor läuft mit einer kleinen Batterie, wie sie auch in Armbanduhren verwendet wird. „Angst vor elektromagnetischen Wellen muss man auch keine haben“, führt der Kieferorthopäde aus. „Die Kontrolle bzw. das Ablesen beim Arzt erfolgt ebenfalls ohne Energieabstrahlung. Chemische Reaktionen schließt Grabner ebenfalls aus, da die Bauelemente streng isoliert sind. Temperaturen von -10°C bis +50°C hält die chipgesteuerte Zahnspange problemlos aus.


Tipps für junge Spangenträger (und deren Eltern):

✔Das Spannungsgefühl während der ersten Tage ist normal und vergeht auch wieder. In dieser Zeit eher weiche Speisen essen.

✔Reinigung der herausnehmbaren Zahnspange mit einer Zahnbürste, -pasta und lauwarmem Wasser. (Nicht auskochen, das kann die Spange und gegebenenfalls den Sensor beschädigen). Es gibt auch eigene Reinigungstabletten, die man zusätzlich verwenden kann.

✔Für besonders verkalkte Zahnspangen ist Cetron-Pulver (leider nur im Fachhandel erhältlich) empfehlenswert oder der Griff ins Küchenregal zu Dr.Oetker Zitronensäure.

✔Nach jedem Essen: Nach ca. einer halben Stunde die Zähne putzen oder (fluorhaltigem) Mundwasser spülen, zur Not tut es auch eine Spülung mit Wasser.

✔Damit die Brackets halten, ist Abbeißen tabu: Nur kleine Stücke in den Mund stecken und Vorsicht beim Kauen von harten oder körnigen Stücken, wie Nüsse, Kornbrötchen; auch an Bleistiften o.ä. soll nicht „herumgenagt“ werden

✔Scheuern die Brackets an Wange oder Zunge, kann vorübergehend einfach „Zahnwachs“ als Schutz an die Spange „geklebt“ werden. Schluckt man das Wachs versehentlich, so ist das harmlos

✔Bei festsitzenden Spangen gilt: Die richtige Putztechnik oder die Verwendung von Zahnseide und Interdentalbürstchen unbedingt in der Zahnarztpraxis erklären lassen. Es gibt auch eigene Zahnbürsten für Spangenträger.

✔Mehr Zeit für die Reinigung einplanen! Mit Zahnspange dauert es länger als ohne.

✔Kontrolltermine ernst nehmen.

✔Regelmäßige, prophylaktische Mundhygiene beim Zahnarzt

Text: Helene Fiegl
Fotos: Nessli Orpmas/Shutterstock.com , Dr.Grabner