„Schreib was Schönes“ – KI beim Online-Dating: Genutzt aber nicht beliebt

Hipp, Hipp hurra – die KI ist da – selbst beim Online-Dating. Genutzt wird sie schon, beliebt ist sie nicht. So zumindest das Ergebnis einer Befragung der Dating-Plattform Gleichklang.

Sie formuliert Profile, stylt Photos und gibt sogar Tipps bei der Suche nach dem richtigen Partner. Die KI ist im Alltag angekommen, sogar beim Online-Dating. Das ergab jetzt eine Befragung de psychologischen Online-Dating Plattform Gleichklang unter 408 Mitgliedern der Plattform (229 Frauen, 174 Männer). Zwar gaben 59,6 % der Befragten an, dass sie niemals künstliche Intelligenz für ihre Partnersuche nutzen, immerhin 40,4% erklärten aber, dass sie zumindest in dem einen oder anderen Bereich schon mal auf die KI zurückgegriffen haben.

Am häufigsten wurde KI für die Selbstbeschreibung genutzt (27,0 %), gefolgt von Dating-Beratung (19,6 %), Erstnachrichten (19,1 %), anderen Antworten (19,1 %) und Fotos (14,7 %). Zwischen den Geschlechtern ergaben sich dabei keine signifikanten Unterschiede in der Nutzung von KI. Obwohl KI also eingesetzt wird bewertete die absolute Mehrheit ihren Einsatz negativ bzw. eher negativ. 83,3 % bewerteten die Nutzung von KI durch die eigene Person als negativ oder eher negativ. 86,3 % bewerteten die Nutzung durch eine andere Person als negativ oder eher negativ.

 

Unterschiede zwischen KI-Nutzer:innen und Nicht-Nutzer:innen

Im Rahmen der Umfrage wurden die Befragten mit Hilfe einer statistischen Auswertung, einer sogenannten einer Clusteranalyse, in Gruppen eingeteilt, die sich anhand ihrer Antwortmuster unterschieden. Dadurch konnte ein präzise Trennung in zwei Gruppen erreicht. Die Gruppe der KI-Nutzer:innen umfasste 34,1% jene der Nicht-Nutzer:innen 65,9%.

Bei der Gruppe der Nutzer:innen gaben alle an, KI in dem einen oder anderen Bereich bereits genutzt zu haben. Hier war die Selbstbeschreibung am häufigsten (79,1 %), gefolgt von Erstnachrichten (56,1 %), anderen Antworten (56,1 %), Fotos (43,2 %) und Dating-Beratung (38,8 %).
Bei den Nicht-Nutzer:innen verneinten alle die Nutzung von KI für Selbstbeschreibung, Fotos, Erstnachrichten und andere Antworten. Allerdings gaben auch bei dem Cluster der Nicht-Nutzer:innen 9,7 % an, KI für die Beratung für ihre Partnersuche bereits genutzt zu haben.

 

Selbst KI-Nutzer:innen lehnen den Einsatz von KI mehrheitlich ab

Interessanterweise beurteilten sogar in der Gruppe der KI-Nutzer:innen den Einsatz der Künstlichen Intelligenz bei der Partnersuche mit eher negativ oder negativ. 66,9 % sagten dies für die Nutzung durch die eigene Person und 72,7 % für die Nutzung durch eine andere Person. Bei den Nicht-Nutzer:innen bewertete eine überwältigende Mehrheit von 91,8 % die Nutzung durch die eigene Person und mit 93,3 % auch die Nutzung durch eine andere Person als negativ. In der Pressaussendung heißt es dazu:„Offenbar wird KI vorwiegend als eher ungeliebtes Hilfsmittel genutzt, während sich nur wenige positiv mit der KI-Nutzung für die Online-Partnersuche identifizieren.“

„Der Rat lautet, gerade jetzt, wo KI immer mehr zunehmen wird, möglichst bald zu realen Treffen in der Welt überzugehen, um die tatsächliche Resonanz miteinander erleben und tragfähige Beziehungen aufbauen zu können.“

Der Gleichklang-Psychologe Guido F. Gebauer betont, dass Vergleichsdaten zu anderen Dating-Plattformen nicht vorliegen. Da aber andere Dating-Plattformen teilweise direkt KI-Systeme integrieren und zudem bei Gleichklang besonders viele ökologisch ausgerichtete Personen sind, könne davon ausgegangen werden, dass die tatsächliche Nutzung von KI beim Online-Dating deutlich höher liegt als bei der Erhebung von Gleichklang.

Wie sich die Nutzung von künstlicher Intelligenz letztlich auf die Partnerfindung und den Verlauf der partnerschaftlichen Beziehungen auswirken wird, ist laut Gebauer unbekannt. Er sieht aber die Gefahr, dass die Authentizität von Dating-Profilen und auch die Authentizität der Online-Kommunikation leiden werde und sich zunehmend an die Durchschnittsmodelle der KI anpassen werde. Gebauer vermutet, dass diese berechtigte Befürchtung auch der Grund für die überwiegend negative Haltung der Nutzer:innen und Nicht-Nutzer:innen zur KI beim Online-Dating sei.

Glücklicherweise gibt es aber laut Gebauer eine Möglichkeit, wie sich Teilnehmende beim Online-Dating vor den Gefahren einer sinkenden Authentizität durch künstliche Intelligenz schützen können: „Der Rat lautet, gerade jetzt, wo KI immer mehr zunehmen wird, möglichst bald zu realen Treffen in der Welt überzugehen, um die tatsächliche Resonanz miteinander erleben und tragfähige Beziehungen aufbauen zu können.“

 

Der Text stammt von einem Menschen, das Bild oben wurde mit Hilfe von KI (ChatGPT) 😉 generiert und zeigt keine real exisitierenden Personen.

Bild: KI generiert (ChatGPT)

 

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