Schwanger werden trotz Krebserkrankung

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Je nach Krebsart werden Chemotherapie oder Bestrahlung eingesetzt, um die Tumore zu bekämpfen. Dabei können auch für die Zeugung wichtige Organe vorübergehend oder dauerhaft geschädigt werden.

Die Diagnose allein ist schon ein schwerer Schlag: „Krebs“! Wenn dann aber noch der Wunsch nach einem Baby da ist, kommen viele Fragen auf. Darf ich jetzt überhaupt schwanger werden? Wie sieht es nach einer Strahlentherapie oder Chemotherapie aus?

Der Kampf gegen den Krebs ist für die Patienten mit körperlichen und seelischen Anstrengungen verbunden. Je nach Krebsart kommen ganz unterschiedliche Therapien zum Einsatz. Sie greifen nicht nur die Krebszellen an, sondern haben Einfluss auf viele Funktionen eines Organismus. Dabei können durchaus Zellen und Organe einen zeitweiligen oder dauerhaften Schaden nehmen.


Chemo kann Organe schädigen



Hierzu zählen auch die wichtigen Organe bei Mann und Frau, die für die Zeugung unbedingt notwendig sind: Hoden und Samenzellen auf der einen Seite, Eileiter, Eierstock, Eizellen und Gebärmutter auf der anderen. Bestimmte Therapien – etwa eine Chemo nach der Operation bei Brustkrebs – können die Eizellen stark schädigen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte in Absprache mit seinen behandelnden Ärzten über das Einfrieren von Eizellen oder Eierstock-Gewebe nachdenken. Kryokonservierung nennt sich dieses Tiefgefrieren. Das kann sowohl mit unbefruchteten als auch mit befruchteten Eiern geschehen. Im Fall des Tieffrierens von befruchteten Eiern ist die Chance einer späteren Schwangerschaft leicht erhöht.

Bei der Entnahme von Eiern oder Eierstockgewebe ein operativer Eingriff notwendig. Dieser ist mit einer Narkose verbunden, die ihrerseits die üblichen Risiken birgt.

Weiters gibt es die Möglichkeit, durch die Gabe von Medikamenten zu versuchen, die für die Fortpflanzung wichtigen Organe zu schützen. Diese Methoden sind aber nicht unumstritten und nicht gänzlich erforscht.

Ein Problem kann beispielsweise der hormonabhängige Brustkrebs sein. Denn für die Gewinnung von reifen Eizellen ist eine etwa zweiwöchige Hormontherapie notwendig. Die könnte aber Einfluss auf das Wachstum des Brustkrebses haben. Auch hier gibt es keine abschließenden Erkenntnisse wie hoch das Risiko ist.

Text: Stefan Trockel

Fotos: Shutterstock.com