Schwangerenfotografie

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Ein “dicker Bauch” wird schon längst nicht mehr verhüllt und versteckt — ganz im Gegenteil: Eine Sparte der Fotografie geht mittlerweile ganz unbefangen mit dem Thema Schwangerschaft um.
Nicht umsonst kam kürzlich im Gerstenberg Verlag ein Buch heraus, das schwangere Frauen in allen möglichen Situationen und Positionen, allein und mit Familie porträtiert.

In “Schwanger und schön” zeigt Petra Becker in einfühlsamen, lebensnahen Bildern, wie unkompliziert der Umgang mit dem “dicken Bauch” heute sein kann. “Den Bauch haben meine Protagonistinnen nicht versteckt, sondern ganz bewusst in ihr neues Lebensgefühl integriert. Fast alle fanden sich schön und waren stolz auf ihren Körper. Und wollten das auch gerne zeigen”, erklärt Petra Becker.

Die Einzigartigkeit dieser Zeit

Die Wiener Fotografin Edith Walzl beschreibt die Motivation ihrer Kundinnen, ihren Bauch ins Bild zu rücken: “Zu den wichtigsten Phasen im Leben einer Frau zählt sicher die Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt. In dieser Zeit intensiven Lebens empfinden Frauen eine neue archaische Form von Weiblichkeit und eine fast mystische Dichte des Lebens. Die damit verbundene seelische und auch körperliche Veränderung wollen viele Frauen in ihrer Einzigartigkeit festhalten, um die Qualität dieser Zeit zu bewahren.”
Wobei sich der fotografische Stil von Edith Walzl bestens eignet, um dieses Ursprüngliche, Natürliche und auch Geheimnisvolle der Schwangerschaft darzustellen: Indem sie stark mit Hell und Dunkel, mit Kontrasten arbeitet, sind viele Details auf den Fotos nicht sichtbar — dafür werden Gefühle und Stimmungen erlebbar. Voraussetzung dafür: Die “Chemie” zwischen Fotografin und Modell muss stimmen.

Walzl arbeitet bei ihren Schwangerenakten prinzipiell mit Schwarz-Weiß-Fotografie, wobei sie ausschließlich den Körper inszeniert. Accessoires haben auf ihren Bildern keinen Platz: “Meine Hauptstilmittel sind der Körper, Licht und Schatten. Farben, Filter oder Accessoires lenken zu sehr vom Wesentlichen ab.” Und: “Das würde sonst in Richtung Pin-up gehen.”

Schwangerschaftsfotografie im Trend

Als Mutter eines 17jährigen Sohnes —übrigens hat sich Edith Walzl in ihrer Schwangerschaft auch ablichten lassen — weiß die Fotografin, wovon sie spricht: “Diese sehr klare und reduzierte Art der Fotografie unterliegt keinem Modetrend, und ist und bleibt einfach klassisch schön.” Die Kundinnen erstehen die Bildserien meist in der Standardgröße 13 mal 18 — diese Fotos wandern meist ins Album, die größeren Formate von 40 mal 50 aufwärts kommen an die Wand. Wobei die Preise variieren, je nachdem ob es sich um eine Einzelaufnahme oder eine Serie, mit oder ohne Passepartout oder Rahmen handelt. Vielfach werden die Fotos als Geschenk für den werdenden Vater “geschossen”.
So entspannt wie heute wurde mit dem Thema aber nicht immer umgegangen: “Vor zwölf, dreizehn Jahren, als ich mit Schwangerenakten begonnen habe, war es nicht salonfähig, schwanger zu sein. Und schon gar nicht, sich schwanger fotografieren zu lassen”, erinnert sich Walzl an die Anfänge. “Dass ich diese Fotos dann auch noch in die Auslage gehängt habe, sorgte im Bezirk für Aufregung. Damals bin ich von alten Damen sogar beschimpft worden.”

Mittlerweile hat Walzl keine derartigen Probleme mehr. Zwischen 6.000 und 7.000 Kunden hat sie in ihrer Datei — wobei die Schwangerenfotografie nur einen Teil ausmacht. Gut ein Drittel der Kunden kommt regelmäßig. “Wenn es mit einem Kunden optimal läuft, fotografiere ich bei der Hochzeit, während der Schwangerschaft, dann das Baby, die Familie, das Kind beim ersten und zweiten Geburtstag und zwischendurch, ab dem fünften, sechsten Lebensjahr alle zwei, drei Jahre oder zu Anlässen wie Schulbeginn und natürlich dann die Geschwister.”

In der Kinderfotografie finden Accessoires Verwendung, fotografiert wird aber auch in Schwarz/Weiß. Nur Großfamilien werden in Farbe abgelichtet — geht es aber darum, die Unterschiede beziehungsweise das Gemeinsame mehrerer Generationen zu zeigen, setzt Walzl wieder auf das Schwarz/Weiß – Foto. Denn damit lässt sich die Hautstruktur besser herausarbeiten.

“Als Fotografin begleite ich viele Menschen durch ihr Leben”, bringt Walzl das oft über Jahre gehende Engagement auf den Punkt: “Von Geburt an bis ins hohe Alter halte ich für meine Kunden die entscheidenden und berührenden Momente fest.”

Weshalb sie auch bei den Schwangerenakten bereits einen Schritt weiter denkt: Wer sich während der Schwangerschaft von Walzl fotografieren lässt, bekommt ein Foto des Neugeborenen gratis dazu. Wobei auch eine Dreier-Sequenz “Schwangerenakt — Neugeborenes — Papa mit Baby” eine schöne Erinnerung ist. Weil heute eben auch der Vater ganz unbefangen in das Thema Schwangerschaft und Geburt einbezogen wird …

“Verewigt” – ein persönliches Statement

Alexandra Governara-Lachner hat sich schon zweimal während ihrer Schwangerschaften fotografieren lassen. Und auch die Kinder Greta und Alessio wurden bereits abgelichtet.
“Ich würde normalerweise nicht für einen Akt posieren — aber schwanger ist das etwas anderes. Ich finde schwangere Frauen sehr schön. Und Frau Walzl ist eine Person, bei der einem das Ausziehen nichts macht. Kennen gelernt habe ich sie durch eine Freundin, deren Kinder sie so fotografiert hat, wie sie wirklich sind.

Das Foto habe ich als Geburtstagsgeschenk vom Baby im Bauch und von mir für meinen Mann machen lassen. Ich wollte den Bauch auch dokumentiert haben. Und zu ihrem 18. Geburtstag werde ich die Fotos in einem Album meinen Kindern schenken. Auch von den Kindern haben wir noch vor der Taufe Fotos machen lassen — und Frau Walzl hat sie genau so getroffen, wie sie sind.” 

Text: Jürgen Steiner
Foto: Dmitriy Raykin/Shutterstock.com

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